8.10.2014 (€) – Obwohl Schadenzahl und Versicherungsleistungen für Wildschäden 2013 leicht rückläufig waren, ist der Durchschnittsschaden nach aktuellen GDV-Zahlen auf fast 2.300 Euro angestiegen. Insbesondere riskante Ausweichmanöver sollten Autofahrer unterlassen, weil dadurch oft viel schlimmere Schäden als durch den Wildunfall entstehen.
„Herbstzeit ist Wildwechselzeit“, machen die Gothaer Versicherungen auf die besondere Gefahr von Wildunfällen in diesen Tagen aufmerksam. Rot-, Dam- und Schwarzwild ziehen während der Paarungszeit zwischen August und Oktober zu ihren traditionellen Brunftplätzen.
Gleichzeitig sind sie „auf Nahrungssuche, um sich Reserven für den Winter anzulegen. Dabei überquert das Wild verstärkt Landstraßen, die durch Waldgebiete führen.“
Durchschnittlicher Schaden kräftig angestiegen
Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 247.000 zurückgegangen, wie die gestern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. veröffentlichte Wildschadenbilanz für die Teil- und Vollkaskoversicherung für 2013 zeigt.
Dies ist den vorgelegten Daten zufolge der zweithöchste Wert seit 2008. „Mit knapp 700 Wildunfällen pro Tag bleiben Zusammenstöße mit Rehen, Wildschweinen und anderem Wild aber weiterhin eine große Gefahr“, stellt der Versichererverband heraus.
Die Versicherungsleistungen für die Wildunfälle waren ebenfalls leicht rückläufig und beliefen sich auf 564 Millionen Euro. Dies ist allerdings immer noch deutlich mehr als in den Jahren 2008 bis 2011, als sie jeweils knapp über beziehungsweise unter 500 Millionen Euro waren.
Da die Kosten nicht im gleichen Maße zurückgegangen sind, wie die Schadenanzahl, ist der Durchschnittsschaden auch im vergangen Jahr ein weiteres Mal angestiegen, und zwar auf knapp 2.300 Euro. Zum Vergleich: 2008 waren es nur gut 2.050 Euro.
Sicherheitstipps
Angesichts dieser hohen Zahlen warnen die Versicherer insbesondere vor riskanten Ausweichmanövern. Denn ein Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum berge in der Regel meist größere Gefahren als die Kollision mit einem Tier.
Zudem gibt der GDV Autofahrern weitere Tipps zur Schadenverhütung. So sollten unbedingt die Warnschilder vor Wildwechsel beachtet und die Fahrweise der Situation angepasst werden. „Am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern sollten Autofahrer vor allem in der Dämmerung die Geschwindigkeit verringern und vorausschauend fahren“, erläutert der Versichererverband.
Taucht Wild am Straßenrand auf, so könne es oft durch Hupen verscheucht werden. Das Blenden mit dem Fernlicht hingegen verwirre die Tiere, so dass sie die Orientierung verlören und oft instinktiv auf die Lichtquelle zu liefen.
Verhalten nach einem Wildunfall
Bei einer Kollision verletzte oder getötete Tiere sollte man zudem wegen möglicher Tollwutgefahr nicht anfassen, so ein weiterer Tipp. Dies sei Sache des Försters oder Jagdpächters.
Nach einem Wildunfall sollten Autofahrer zunächst das Warnblinklicht einschalten und das Warndreieck aufstellen sowie die Polizei benachrichtigen. Beim Verlassen des Fahrzeugs sollte die Warnweste angelegt werden, die seit Mitte des Jahres verpflichtend mitzuführen ist (VersicherungsJournal 1.7.2014).
Allerdings sollte man das Fahrzeug besser nicht verlassen, wenn man beispielsweise ein Wildschwein angefahren hat, dieses durch die Kollision aber nicht getötet wurde. Denn verletzte Wildschweine sind unberechenbar und können sehr gefährlich werden.
Weiter raten die Versicherer, sich eine Wildbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter ausstellen zu lassen. Für eine schnelle Schadenbearbeitung seien Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug hilfreich. Zudem sollte umgehend der Versicherer informiert werden, auf jeden Fall, bevor Reparaturen am Auto vorgenommen werden.






