10.9.2015 (€) – Nach dem aktuellen Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft ist der Bestand an Schaden-/Unfall-Versicherungsverträgen Ende 2014 auf gut 301 Millionen gestiegen. Am bedeutendsten für die Kompositversicherer bleibt die Kfz-Versicherung, deren Anteil sowohl nach Vertragszahl als auch nach Beitragseinnahmen stetig weiter zunimmt. Eine negative Entwicklung zeigt sich bei der privaten Unfallversicherung. Aus den GDV-Zahlen geht weiter hervor, dass die Ausgaben der Bundesbürger für Versicherungen in den letzten Jahren um sieben Prozent größer geworden sind. Überdurchschnittliches Wachstum gab es in Schaden-/Unfall und Leben.
Die Zahl der Versicherungsverträge in der privaten und gewerblichen Schaden-/Unfallversicherung ist im vergangenen Jahr erstmals über die 300-Millionen-Marke gestiegen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) gestern anlässlich der Veröffentlichung des Statistischen Taschenbuchs der Versicherungswirtschaft 2015 mitteilte.
Immer weniger Unfall-Policen
Mit über einem Drittel entfällt der Großteil der Verträge auf die Kraftfahrtversicherung (hier wird abweichend in versicherten Risiken gemessen). Seit 2010 hat sich der Anteil um fast einen Prozentpunkt vergrößert. Die Anzahl wuchs im Betrachtungszeitraum um rund fünf Prozent.
Auf relativ konstant um die 15 Prozent Anteil kommt die Allgemeine Haftpflichtversicherung, die Ende 2014 knapp 45 Millionen Policen zählte. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2010, wobei es im vergangenen Jahr eine leicht rückläufige Entwicklung gab.
Stark reduziert hat sich der Anteil der privaten Unfallversicherungs-Policen im Portfolio der im GDV organisierten Kompositversicherer. Der Vertragsbestand ging im Betrachtungszeitraum um über vier Prozent auf nur noch knapp über 26 Millionen zurück.
Trotz einer leichten absoluten Zunahme an Verträgen hat der Anteil der privaten Sachversicherung kontinuierlich abgenommen und ist um fast einen halben Prozentpunkt auf 18,1 Prozent gesunken. Im Gegenzug ist der Anteil der nicht-privaten Sachversicherung leicht auf 5,6 Prozent angestiegen. Der Bestand an Policen hat sich dabei um fast acht Prozent erhöht.
Kfz mit fast 40 Prozent Anteil an Schaden/Unfall-Beiträgen
Der nach Beitragseinnahmen größte Versicherungszweig ist und bleibt mit knapp 24,4 Milliarden Euro die Kfz-Versicherung, auf die fast vier von zehn Euro der in Komposit insgesamt eingesammelten Beiträge entfallen.
In etwa ein Siebtel geht auf das Konto der privaten Sachversicherung, während die nicht private Sachversicherung beziehungsweise die Allgemeine Haftpflichtversicherung auf Anteile von knapp über beziehungsweise unter einem Achtel kommen. Für die private Unfallversicherung errechnet sich ein Anteil von etwas über einem Zehntel.
Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen steigen weiter
Im Rahmen des Statistischen Taschenbuchs hat der GDV zudem (vorläufige) Zahlen zur Versicherungsdichte der Bundesbürger veröffentlicht. Demnach gaben die Deutschen 2014 pro Kopf über 2.370 Euro für Versicherungen aus. Dies sind gut 50 Euro beziehungsweise 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2011 ist der Wert sogar um über 150 Euro beziehungsweise rund sieben Prozent angestiegen.
Knapp die Hälfte des Budgets für Versicherungen geht auf das Konto der Lebensversicherer. 2014 waren es annähernd 1.160 Euro, rund 30 Euro beziehungsweise drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2011 bedeutet dies einen Zuwachs von knapp 80 Euro beziehungsweise gut sieben Prozent.
Für Schaden-/Unfallversicherungen zahlt jeder Bundesbürger etwas über 770 Euro, das sind gut 20 Euro mehr als im Jahr zuvor und knapp 70 Euro mehr als 2011. Die Steigerung gegenüber dem Jahr zuvor beträgt rund drei Prozent, im Vergleich zu vor vier Jahren sind es fast zehn Prozent.
Nur sehr moderat fiel der Zuwachs bei den privaten Krankenversicherungen aus. Für 2014 wird ein Wert von knapp 450 Euro ausgewiesen. 2013 war es nur unwesentlich weniger. Im Vergleich zu 2011 beträgt die Steigerung lediglich 15 Euro beziehungsweise knapp 3,5 Prozent.







