13.4.2016 (€) – Zwei Drittel der befragten Entscheider von europäischen Versicherungs-Gesellschaften stehen laut einer Studie von Willis Towers Watson dem Run-off von zumindest Teilbeständen in der Lebensversicherung positiv gegenüber. Dabei denken sie vor allem an den Verkauf von traditionellen Kapital- und Rentenversicherungen, aber auch an fondsgebundene Produkte. Für die meisten sind die hohen Kapitalanforderungen oder Garantien der wichtigste Treiber für das Schließen einzelner Produktlinien.
Das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson hat in einer Studie, die im Auftrag des Finanzdienstleisters FWU AG durchgeführt worden ist, erkundet, welche Bedeutung zukünftig dem Run-off-Geschäft in der Lebensversicherung zugemessen wird. An der Befragung haben Entscheider aus 50 Versicherungs-Gesellschaften, darunter gut 20 aus Deutschland, teilgenommen.
Wachsende Bedeutung
Zwei Drittel der Befragten gaben danach an, dass das aktive Management von Run-off-Beständen zusätzliche Ertragspotenziale eröffnen kann. 70 Prozent glauben, dass die Übertragung von Run-off-Beständen an Dritte sinnvoll sein kann. 43 Prozent gehen davon aus, dass die Einstellung des Neugeschäfts in unprofitablen Produktlinien stärkeres Wachstum in zukunftsträchtigen Bereichen ermöglichen kann.
Allerdings können sich 70 Prozent der Befragungsteilnehmer nicht vorstellen, dass Run-off-Bestände eines anderen Versicherungs-Unternehmens Geschäftschancen für das eigene Unternehmen eröffnen könnten. Die Mehrheit glaubt zudem nicht, dass die Wiedereröffnung eines geschlossenen Bestands eine attraktive strategische Option sein konnte.

- Wann eine Übertragung von Beständen sinnvoll sein kann, wurde in der Studie unter verschiedenen Aspekten betrachtet abgefragt. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Willis Towers Watson)
Verkauf von traditionellen Produkten
Rund 47 Prozent der Befragten glauben, dass insbesondere bei traditionellen Garantieprodukten der Run-off zukünftig an Bedeutung gewinnen wird. 34 Prozent erwarten dies auch für fondsgebundene Produkte.

- Gefragt wurde auch, in welchen Produktlinien die Bedeutung des Run-off steigen wird. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Willlis Towers Watson)
13 Prozent können sich einen Verkauf an einen Erstversicherer mit Sitz in Deutschland vorstellen. Jeweils zwölf Prozent zwar keinen Verkauf, aber eine komplette Auslagerung der Verwaltung an einen Dritten oder den Verkauf an eine Run-off-Plattform.
Der mögliche Verkauf an Private-Equity-Investoren rangiert mit drei Prozent ganz hinten. Den Verkauf an einen Erstversicherer mit ausländischem Sitz präferieren der Studie zufolge sechs Prozent.




