So hoch sind die Differenzen zwischen Brutto- und Nettobeiträgen

30.1.2017 (€) – Im Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer (Map-Report 890) wurden für Risikolebens- und Berufsunfähigkeits-Versicherungen auch die jährlichen Brutto- und Nettobeiträge bewertet. Für die drei untersuchten Vertragstypen in der Risikolebens-Versicherung liegen die Zahlbeiträge zwischen acht und 71,0 Prozent unter den Bruttoprämien.

In ihrem Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer (VersicherungsJournal 16.12.2016) hat die Map-Report-Redaktion erstmals sowohl Netto- als auch Bruttobeiträge für Risikolebens- (RLV) und Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherungen untersucht. Die Daten von bis zu 36 Anbietern flossen dabei in die Bewertung ein.

Zwischen Brutto- und Nettobeitrag können deutliche Unterschiede bestehen. Mit einer Ausnahme wählten sämtliche Teilnehmer den Beitragsvorwegabzug als Überschuss-Verwendungsform. Lediglich die Inter Lebensversicherung AG verwendete bei den Beispielen zur RLV den Todesfallbonus als Überschussverwendung. Deshalb sind hier die Bruttoprämien zu zahlen.

Die auch als Zahlbeitrag bekannte Nettoprämie wird nicht bis zum Ende der Laufzeit garantiert und kann während der Vertragslaufzeit angehoben werden (VersicherungsJournal 22.12.2016). Im ungünstigsten Fall bis zur Höhe des Bruttobeitrags. Deshalb wurden beide Beiträge in der Bewertung berücksichtigt.

Große Unterschiede zwischen Brutto- und Nettobeiträgen

Für die Risikolebens-Versicherung wurden drei Fallbeispiele bewertet. Im ersten RLV-Beispiel (Journalist) lagen die Nettoprämien zwischen elf Prozent bei der Ergo Lebensversicherung AG und 71,0 Prozent bei der Ergo Direkt Lebensversicherung AG unter den Bruttobeiträgen. Der Unterschied im Durchschnitt aller Teilnehmer in diesem Beispiel betrug 43,9 Prozent.

Bild: Klages

Die niedrigsten relativen Abweichungen im RLV-Vergleich gab es beim Fallbeispiel des Zimmermannmeisters. Mit 1.177,66 Euro lag der Zahlbeitrag bei der Huk-Coburg-Lebensversicherung AG um nur 102,40 Euro (8,0 Prozent) unter der Bruttoprämie von 1.280,06 Euro.

Den höchsten absoluten Abstand gab es bei der Öffentlichen Lebensversicherungs-Anstalt Oldenburg. Mit einer Höhe von 1.335,38 Euro lag der Nettobeitrag um 2.117,41 Euro (61,3 Prozent) unter dem Bruttobeitrag von 3.452,79 Euro.

Gleiche Parameter für verschiedene Berufe

Die prozentualen Differenzen zwischen Brutto- und Nettoprämien variieren zwischen den verschiedenen Berufen kaum. Bei 16 der 32 Gesellschaften im RLV-Vergleich sind die Abstände zwischen beiden Prämien für alle drei untersuchten Berufe identisch.

Die höchsten Unterschiede meldete die Credit Life AG. In allen Beispielrechnungen waren die Nettobeiträge 68 Prozent niedriger als die Bruttoprämien. Die höchsten Schwankungen innerhalb der Berufsgruppen meldete die Huk-Coburg. Während im Beispiel des Journalisten der Zahlbeitrag 64 Prozent unter dem Bruttobeitrag lag, betrug die Differenz im Fall des Zimmermanns acht Prozent und in der Hochrechnung des Verwaltungsbeamten 52 Prozent.

Bild: Klages

Deutliche Abweichungen zwischen den Brutto- und Nettoprämien innerhalb der Berufe gab es auch bei Ergo Direkt und der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG. Bei allen anderen Teilnehmern waren die Abweichungen zumindest bei zwei Beispielrechnungen identisch oder schwankten um maximal drei Prozentpunkte.

Weitere Informationen und Bestellhinweis

Die Brutto- und Nettobeiträge aller teilnehmenden Lebensversicherer für alle Fallbeispiele sind im Map-Report Nummer 890 – „Biometrie-Rating deutscher Lebensversicherer“ enthalten.

Die Untersuchung ist lieferbar als (nicht druckbare) PDF-Datei für 77 Euro und als gedrucktes Heft für 85 Euro, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Bestellt werden kann unter diesem Link.

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