31.3.2016 (€) – Die Continentale bietet mit ihrer neuen Berufsunfähigkeits-Versicherung für Schüler Schutz für Kinder ab zehn Jahren an. Es können maximal 1.000 Euro monatliche Rente versichert werden. Der volle Schutz kostet in den ersten drei Jahren die Hälfte des Beitrags, in den Folgejahren steigt die Prämie. Verschiedene Pakete und Nachversicherungs-Garantien machen es möglich, den Schutz ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Entscheidend für die spätere Ausgestaltung ist die Berufswahl des Schülers, die dem Versicherer gemeldet werden muss. Ein Gastbeitrag von Versicherungsmakler Philip Wenzel.
Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz des Marktes zu sein, dass Nischen nie lange Zeit unbesetzt bleiben. Konnte man in letzter Zeit beobachten, dass sich immer mehr Versicherer von dem Risiko des Schülers verabschiedeten, nimmt sich die Continentale Lebensversicherung AG jetzt mit dem Tarif „PremiumBU Start Schüler“ genau dieser Zielgruppe an.

- Philip Wenzel (Bild: Köhler)
Ganz warm und herzlich scheint die Umarmung dieser Zielgruppe aber doch nicht sein, denn auch die Continentale möchte sich nicht ohne Not einer Antiselektion aussetzen.
Es ist nämlich naheliegend, dass Vermittler in den letzten Jahren gezielt jene Kinder noch als Schüler versichert haben, die voraussichtlich in einen risikoreichen Beruf wechseln werden. So bewahrt der Vermittler den Kunden vor den Folgen der Berufsgruppen-Differenzierung, gefährdet aber langfristig das Kollektiv.
Die Lösung der Continentale scheint ein guter Kompromiss zu sein, der dem Kunden einen günstigen Einstieg in die Arbeitskraftabsicherung bietet, aber auch das Versichertenkollektiv nicht unnötig in Gefahr bringt.
Transparent gehaltene Informationen
Das Produktinformations-Blatt und auch die Bedingungen sind übersichtlich und verständlich gestaltet, wie es auch bei den übrigen Tarifen der Continentale Lebensversicherung der Fall ist. Auffällig ist, dass auf der ersten Seite die Eltern angesprochen werden, während das Schaubild, das den Wert der Arbeitskraft verdeutlichen soll, eher die Schüler ansprechen soll.
Hier wird erklärt, dass man für die monatliche Versicherungsprämie etwa einen Kinobesuch inklusive Popcorn und Getränk, einen Burger mit Pommes und einen Besuch in der Autowaschanlage bekäme. Oder eben alternativ sein Lebenseinkommen im Wert von über einer Millionen Euro absichern könne.
Auf der zweiten Seite bereits wird dann erklärt, dass der Beitrag ab dem vierten Jahr jährlich ansteigt, bis er sich im achten Jahr im Verhältnis zum Startbeitrag verdoppelt hat – was im Kundensinne transparent ist.
Spätere Berufswahl entscheidend
Liest der Kunde noch bis zur dritten Seite, erfährt er auch, was neben der Beitragssteigerung der größte „Haken“ an dem Produkt sein dürfte. Wie bereits erwähnt, übernimmt die Continentale nicht das volle Risiko, das ein Schüler versicherungstechnisch mit sich bringt. Der Versicherer verlangt vielmehr, dass ihm die Aufnahme einer Berufsausbildung, eines Studiums oder einer beruflichen Tätigkeit gemeldet werde.
Somit scheidet der Tarif als große Beitragsersparnis für alle jene aus, die später voraussichtlich einen risikoreichen, körperlichen Beruf aufnehmen. Sollte sich der Kunde bis zur Vollendung des 22. Lebensjahres nicht gemeldet haben, wird die Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung in eine Erwerbsunfähigkeits- (EU-) Versicherung umgewandelt.
Aufklärungspflicht des Vermittlers
An dieser Stelle ist der Vermittler gefordert, die Unterschiede zwischen beiden Absicherungen verständlich und nachhaltig zu erklären. Ansonsten ist zukünftig mit dem einen oder anderen Prozess zu rechnen, wenn der Kunde behauptet, er habe nicht gewusst, in welchem Maße der Versicherungsschutz bei Nichtmeldung geschmälert wurde. Zusätzlich empfiehlt es sich für den Vermittler, eine termingerechte Wiedervorlage zu legen.
Was allerdings als Kompromiss im Kundensinne gelten muss, sind folgende Umstände: Die neue Beitragshöhe wird zwar nach dem neuen Risiko berechnet, aber zu den alten Berechnungsgrundlagen und dem alten Eintrittsalter.
In erster Linie schützt sich hier sicherlich der Versicherer vor Umdeckungen, da mit einigem Recht anzunehmen ist, dass ein angenommen zehnjähriger Mechatroniker günstiger zu versichern ist als der 18-jährige. Letztendlich profitiert hier aber auch der Kunde, da so eventuell auch ein handwerklicher Beruf bezahlbar sein kann.
Als zweiter Kompromiss ist anzusehen, dass auch Berufe versichert werden, die nach den allgemeinen Annahmerichtlinien nicht versicherbar sind, zum Beispiel künstlerische Berufe. Dieser Kompromiss wird nur in Ausnahmen greifen, kann aber im Einzelfall sehr wichtig sein.
Zusätzliche Bausteine
Für zehn Prozent Mehrbeitrag ist das sogenannte Karriere-Paket zu buchen, das einige interessante Features enthält.
Durchdacht und bedarfsgerecht ist der sogenannte Starter-Bonus. Da in den ersten fünf Jahren des Berufslebens kein umfassender gesetzlicher Schutz besteht, wird die Absicherung in den ersten fünf Jahren nach erstmaligem Berufsstart um die Hälfte (maximal 500 Euro) an zusätzlicher EU-Rente ergänzt.
Außerdem kann die ursprüngliche Rente bei Abschluss der Ausbildung oder des Studiums innerhalb von zwölf Monaten verdoppelt werden. Hier sind maximal 2.000 Euro ohne erneute Gesundheitsprüfung und auf Basis der ursprünglich vereinbarten Rechnungsgrundlagen möglich.
Darüber hinaus darf man nach Abschluss einer Ausbildung, des Studiums oder eines Meistertitels die Berufseinstufung überprüfen lassen und kann von da an die günstigeren Beiträge zahlen, zum Beispiel für einen zehnjährigen Akademiker. Zu guter Letzt gibt es fünf Prozent Rabatt auf alle Nachversicherungen und die Option auf Verdoppelung.
Pakete und Beiträge
Die Versicherung ist ab dem Alter von zehn Jahren abzuschließen. Die Definition der Berufsunfähigkeit bei Schülern ist äußerst kundenfreundlich gehalten. Das Plus-Paket inklusive Leistung bei Arbeitsunfähigkeit und das mittlerweile schon mehrfach kopierte Pflege-Paket lassen sich hinzubuchen. Ebenso steht einem der gleiche Support im Leistungsfall zur Verfügung, wie in der selbstständigen BU-Versicherung der Continentalen.
Der 15-jährige Schüler – egal, welcher Schulart – zahlt für 1.000 Euro Rente bis zum Endalter 67 zu Beginn 18,42 Euro (28,35 Euro brutto) monatlich. Ab dem achten Jahr sind es 36,85 Euro (56,69 Euro brutto).




