Neues von den Lebensversicherern

11.10.2016 (€) – Die neue Berufsunfähigkeits-Police der Signal Iduna sowie die neue „RisikoLeben“ der Allianz können per Smartphone abgeschlossen werden. Condor, Targo, LV 1871 und die Alte Leipziger haben ihre Kapitalanlagestrategien für die Kunden erweitert.

Bild: Screenshot Play.google.com/store/apps/details?id=de.sijox.applife&hl=de
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Jungen Leuten bietet die Signal Iduna Gruppe die Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung „AppLife“, die sich via Smartphone abschließen lässt.

Das Angebot läuft unter der speziellen Marke Sijox, mit der sich der Konzern an Kunden zwischen 18 und 25 Jahren richtet.

Schritte statt Beruf

„AppLife“ gibt es in drei Tarifstufen, die 500, 750 oder 1.000 Euro BU-Rente absichern. Statt einer Berufsgruppeneinstufung setzt der Versicherer auf das sportliche Verhalten seiner Kunden.

„AppLife“ bedient sich des im Smartphone eingebauten Schrittzählers und bewertet die Anzahl der gesammelten Schritte, ohne weitere GPS- oder Gesundheitsdaten zu sammeln.

Jeder Schritt trägt dazu bei, den Beitrag in der Spitze bis zu 42 Prozent gegenüber der Normalprämie zu senken. Dies geschieht in Form einer Rückzahlung nach jeweils zwölf Monaten. Im Leistungsfall fließt die Rente maximal 42 Jahre lang.

Nach höchstens fünf Jahren endet die Versicherungszeit über „AppLife“. In dieser Zeit kann der Nutzer jederzeit in einen der regulären BU-Tarife der Signal Iduna wechseln.

Bei unveränderter Rentenhöhe entfällt die erneute Gesundheitsprüfung. Die App steht sowohl im Google Play Store als auch im Apple App Store zum Download zur Verfügung.

Mit dem neuen Angebot kommt die Signal Iduna laut Vorstandschef Ulrich Leitermann „dem Bedürfnis junger Leute nach, ihr Leben auch im Versicherungsbereich aktiv mitzubestimmen.

‚AppLife' belohnt mehr Bewegung und damit gesundheitsförderndes Verhalten. Aber auch ohne Schritte zu zählen, können junge Leute in die so wichtige Absicherung der Arbeitskraft einsteigen, das ist unser Ziel“, lässt sich Leitermann in einer Pressemittelung zitieren.

Zeigen, wo es hakt

Die neue „RisikoLeben“ der Allianz Lebensversicherungs-AG kann nun – nach Desktop und Tablet – auch vom Smartphone aus abgeschlossen werden.

Bei drei von vier Interessenten kann die Allianz eigenen Angaben zufolge aufgrund des angegebenen Gesundheitszustandes sofort abschließend sagen, ob und zu welchen Kosten sie die Absicherung anbiete. Bei den übrigen Kunden dauere die Risikoprüfung in der Regel einen Tag.

Der digitale Antragsprozess enthält grafische Elemente wie den Körperatlas. So kann der Kunde bei der Gesundheitsprüfung auf die Körperbereiche wie Herz/Kreislauf, Atmungsorgane oder Stoffwechsel klicken und markieren, welche Krankheitsbilder er hat.

Auch Hobbys und Freizeitaktivitäten werden den Angaben zufolge mit einfachen, nachvollziehbaren Symbolen abgefragt. Laut Allianz suchen mittlerweile bereits 30 Prozent der Smartphone-Besitzer aktiv mobil nach Informationen zu Versicherungen.

Digitalisierungs-Offensive geht weiter

Bereits seit rund zwei Jahren treibt die Allianz die Digitalisierung im Vertrieb mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich voran. Im Auge hat das Unternehmen dabei vor allem den hybriden Kunden.

Online versichern, aber im Schadenfall Hilfe beim Vermittler einholen – mit dieser Konzeption hatte der Versicherer zunächst den Tarif „MeinAuto digital+“ aus der Online-Produktfamilie auf den Markt gebracht (VersicherungsJournal 24.9.2014). Im vergangenen Sommer wurde das Angebot um das modular aufgebaute Produktkonzept „PrivatSchutz“ erweitert (VersicherungsJournal 15.7.2015)

Zweiter Spezialfonds

Die Condor Lebensversicherungs-AG bietet für alle fondsgebundenen Rentenversicherungen einen zweiten Spezialfonds mit einer regelbasierten Anlagestrategie (RBA) an. Die RBA erkennt langfristige Auf- und Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten und schichtet die Kapitalanlage je nach Trend um.

Der neue „UniRBA 3 Märkte“ investiert in drei Anlagetöpfe – mit Aktienportfolios aus Deutschland (DAX), Japan (Nikkei 225) und den USA (NASDAQ 100). Er ergänzt den Fonds „UniRBA Welt 38/200“, der auf dem Aktienindex MSCI World basiert und ebenso von der Union Investment aufgelegt worden ist.

Das Grundprinzip der RBA-Fonds basiert auf den in der technischen Analyse oft verwendeten Kennlinien: Liegt der 38-Tage-Durchschnittswert über dem 200-Tage-Schnitt, ist der Fonds in Aktien investiert. Eine solche Konstellation spricht für weiter steigende Kurse. Liegt der 38-Tage-Durchschnitt unter der 200-Tage-Linie, investiert der Fonds geldmarktnah.

Vielschichtiger

Diese Vorgehensweise soll für den Kunden die Kursverluste an den Aktienmärkten eindämmen beziehungsweise Gewinne bei Kurssteigerungen in nachhaltigen Aufwärtsphasen sichern.

Während es beim „UniRBA Welt 38/200“ ausschließlich die Optionen „rein“ oder „raus“ aus Aktien gibt, arbeitet der „UniRBA 3 Märkte“ differenzierter: Je nach Lage in einem Markt kann es sein, dass der Versicherte in einen Topf in Aktien investiert ist, in einen anderen aber in geldmarktnahen Anlagen.

Ergänzt wird dieses Modell durch einen marktspezifischen Chancenindikator je Topf, der einen früheren hälftigen Einstieg in die Aktienphase ermöglicht, sobald sich die Marktnervosität (Volatilität) beruhigt.

Beitragsgarantie und Teilhabe an Dax-Entwicklung

Die zur Crédit Mutuel-Bankengruppe gehörende Targobank AG & Co KGaA bietet über die Targo Lebensversicherung AG, die – trotz des Namens – zum Talanx-Konzern gehört, die neue indexgebundene „Privat-Rente DAX Garant“.

Die „Privat-Rente DAX Garant“ ist ein lebensphasen-begleitendes Produkt mit Zuzahl-, Entnahme- und Anpassungsoptionen mit einer Bruttobeitragsgarantie am Ende der Laufzeit (25 Jahre bei laufenden Beiträgen und acht Jahre bei Einmalbeiträgen).

Investiert wird in DAX-Optionen. Die Vertragsrendite für den Kunden ergibt sich also aus der prozentualen Beteiligung an der DAX-Rendite. Bei dieser Rente gibt es durch die Beteiligungsquote keine absolute Deckelung nach oben.

Einmal erreichte Vertragsguthaben bleiben über ein Lock-in-Prinzip erhalten – auch dann gesichert, wenn sich der Index-Dax negativ entwickeln sollte. Insgesamt gibt es für die Indexbeteiligung zwölf Stichtage pro Jahr, so dass bei Einmalbeiträgen unmittelbar ab Versicherungsbeginn gestartet werden kann.

Investieren in passiv verwaltete Investmentfonds

Die Lebensversicherung von 1871 a. G. München führt eine neue Fondslösung auf Basis von ETFs ein. „ETF-Portfolio Plus“ bietet die Anlagestrategien ausgewogen und dynamisch. Diese beiden Lösungen sind für alle fondsgebundenen Tarife der LV 1871 verfügbar.

Hinter dem ausgewogenen ETF-Portfolio Plus steht eine Anlagestrategie mit einer festgelegten Gewichtung von 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen. Damit entspricht das Portfolio der Risikoklasse 3. In der dynamischen Variante ist das ETF-Portfolio Plus in der Risikoklasse 4. Die Anlagestrategie hat eine festgelegte Gewichtung von 90 Prozent Aktien und zehn Prozent Anleihen.

Die Basis für das „ETF-Portfolio Plus“ sind passiv gemanagte, kostengünstige Investmentfonds. In beiden Varianten erfolgt die Anlage in maximal fünf ETFs mit weitestgehend passiven Anlagestrategien aus der aktuellen Fondsauswahl der LV 1871. Einmal im Jahr stellt das Ausgleichsmanagement die Ausgangsallokation des Portfolios wieder her.

Zahlungsströme im Blick

Die Alte Leipziger Pensionsfonds AG hat mit der HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH das Kapitalanlagemodell für Pensionsfonds-Auslagerungen „Individual Pension Funding-Modell“ entwickelt. Dabei ist die Kapitalanlage auf die Zahlungen ausgerichtet, die ein Pensionsfonds Jahr für Jahr leisten muss.

Das Konzept wird für jeden Arbeitgeber kalkuliert und kann so die spezifische Versorgungsstruktur des Unternehmens abbilden und die individuelle Risikoneigung des Arbeitgebers berücksichtigen. Die Prognose der Zahlungsflüsse erfolgt mittels anerkannter Sterbe- und Invalidisierungs-Tafeln. Die Höhe und die Zusammensetzung der Kapitalanlagen werden jährlich entsprechend der aktuellen Zahlungsverpflichtungen neu ausgerichtet.

Investiert wird unter anderem in Aktien und Renten aus dem Euroraum und auf globaler Ebene sowie in alternative Anlagen. Die Anlage erfolgt vornehmlich in passive Investments wie ETFs oder aktiv gemanagte Investmentfonds. Möglich sind zudem auch spezielle Lösungen.

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