7.4.2016 (€) – Die deutschen Versicherer hatten 2015 ein moderates Beitragswachstum zu verzeichnen. In der Schaden-/Unfall- sowie der Krankenversicherung ging es aufwärts, in Leben hingegen abwärts. Hier war auch das Neugeschäft rückläufig – sowohl nach laufenden als auch nach Einmalbeiträgen. Dafür sank die Stornoquote auf einen neuen Tiefstand.
Die deutschen Versicherer haben 2015 die Beitragseinnahmen nach vorläufigen Zahlen um 0,6 Prozent auf 193,8 Milliarden Euro ausgebaut. Dies gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) gestern auf seiner Jahrespressekonferenz bekannt.
Beitragsplus in Kranken und Schaden/Unfall
In der privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen die Beitragseinnahmen bei erneut gesunkener Vollversichertenzahl um 1,4 Prozent auf 36,82 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 6.4.2016).
In etwa doppelt so groß fiel das Plus in der Schaden-/Unfallversicherung aus. Hier erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 2,7 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro. Bis auf die private Unfallversicherung hatten alle Versicherungszweige Anteil an der Steigerung.
Da sich die ausgezahlten Versicherungsleistungen mit 5,2 Prozent in etwa doppelt so stark erhöhten, wuchs die kombinierte Schaden-/Kostenquote von 94,6 auf 96 Prozent an. GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland bezeichnete dies als „vergleichsweise gutes Ergebnis“.
Am niedrigsten war die Combined Ratio in der privaten Unfallversicherung mit 82 Prozent, am höchsten im Bereich Sach Industrie/ Gewerbe/ Landwirtschaft mit 109 Prozent.

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Stornoquote sinkt auf Tiefstwert
Einzig in der Lebensversicherungs-Sparte war das Beitragsaufkommen rückläufig, und zwar um 1,1 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro. In der Lebensversicherung im eigentlichen Sinne – also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds – fiel das Minus mit 2,6 Prozent auf 88 Milliarden Euro in etwa zweieinhalb Mal so hoch aus.
Über eine positive Entwicklung berichtete der GDV hingegen bei der Stornoquote. Diese ging ein weiteres Mal zurück und sank erstmals unter die Drei-Prozent-Marke (2,9 Prozent). Reduzieren konnte die Branche auch die Abschlusskosten (VersicherungsJournal 7.4.2016).
Rückläufiges Neugeschäft
Das Neugeschäft war dafür aber rückläufig: Bei den laufenden Beiträgen belief sich das Minus auf 3,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, bei den Einmalbeiträgen betrug es 4,2 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro. Wie der GDV weiter mitteilte, war der Neugeschäftsanteil nach APE der klassischen Policen (mit Höchstrechnungszins) erneut deutlich rückläufig – und ist von knapp drei Viertel 2013 über knapp zwei Drittel auf aktuell unter 60 Prozent gesunken.
Im Gegenzug erhöhte sich der Anteil neuer Garantieprodukte von einem knappen Viertel im Jahr 2013 auf deutlich über ein Drittel im vergangenen Jahr. „Damit zeigt sich, dass der Umbau hier bereits weit fortgeschritten ist und die Sparte neben der klassischen Rentenversicherung ein zweites Standbein hat“, stellt der Versichererverband heraus.
Das Neugeschäft nach Verträgen blieb mit 5,11 Millionen Stück um 7,9 Prozent hinter dem des Vorjahres zurück. Insbesondere im Riester-Geschäft gab es mit 373.000 Verträgen (minus 19,6 Prozent) einen massiven Rückgang. Auch bei den Basis-Renten (98.000 neue Policen, minus zwölf Prozent) war die Entwicklung rückläufig.




