Jahresprämien-Zahler fahren besser

10.12.2015 (€) – Die gemeinschaftliche Kraftfahrtstatistik vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht für das Jahr 2014 schlüsselt das Schadengeschehen nach verschiedenen Merkmalen auf. Neuerdings findet sich dort auch das Merkmal „Zahlungsverhalten“.

Für 22,57 Millionen der 42,23 Millionen Personenkraftfahrtwagen wird die Haftpflichtprämie einmal im Jahr bezahlt, wie aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrtstatistik vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) für das Jahr 2014 hervorgeht. Das Schadenverhalten der Fahrer mit solcher Zahlungsweise ist dabei überdurchschnittlich gut.

Monatlich besser als vierteljährlich

Von 1.000 Pkw mit jährlicher Zahlungsweise haben nämlich nur 58 einen Haftpflichtschaden – gegenüber 64 über alle Fahrzeuge (VersicherungsJournal 8.12.2015). Wird die Prämie dagegen vierteljährlich bezahlt, was für 6,4 Millionen Personenkraftwagen vereinbart wurde, beträgt die Schadenhäufigkeit 74 Fälle je 1.000 Einheiten.

Monatliche Prämienzahler kommen dagegen auf eine Schadenhäufigkeit von 74 je 1.000 Einheiten. Bei den Jahreszahlern ist der Schadenaufwand mit 3.165 Euro über 100 Euro günstiger als im Gesamtdurchschnitt. Daher haben sie auch nur einen Schadenbedarf von 185 Euro gegenüber 209 Euro im Gesamtdurchschnitt.

Alle anderen Zahlungsweisen liegen beim Schadendurchschnitt etwas über dem Gesamtdurchschnitt. Das Merkmal der Zahlungsweise wird in der Gemeinschaftsstatistik erstmals ausgewiesen. Für knapp 13.000 Pkw kann nichts über die Zahlungsweise gesagt werden.

Garagenbesitzer fahren vorsichtiger

58 Prozent aller Pkw werden mit dem Merkmal „Garage, Carport“ versichert. Bei ihnen ist die Schadenhäufigkeit mit unverändert 59 und der Schadenbedarf mit 192 Euro unterdurchschnittlich. Von je 1.000 nicht-untergestellten Personenkraftwagen waren wiederum 75 Unfallverursacher. Das Merkmal „Garage, Carport“ wurde bei 9,92 (Vorjahr: 9,20) Millionen Autos nicht erfasst.

Bei 58 Prozent der versicherten Pkw wurde „Wohneigentum“ als Merkmal angegeben. Während die Immobilienbesitzer auf eine Schadenhäufigkeit von 57 (58) kommen, waren es bei den Nicht-Besitzern 71 (72).

Am sichersten für den Straßenverkehr ist es, wenn nur der Versicherungsnehmer und sein(e) Partner(in) das Auto fahren – Schadenhäufigkeit 55 (56). Alleinfahrer kommen auf eine Schadenhäufigkeit von unverändert 67. Umfasst der Nutzerkreis mehrere Personen, verunfallen statistisch gesehen 72 (74) von 1.000 Autos. Bei knapp fünf Millionen Personenkraftwagen wird dieses Kriterium nicht erfasst.

Neuwagen und Oldtimer

54,0 (54,8) Prozent der versicherten Pkw waren beim Erwerb neu oder jünger als drei Jahre. Von 1.000 dieser Fahrzeuge verunfallen 58 (59). Mit dem Alter des Autos beim Kauf steigt die Schadenhäufigkeit linear auf 90 (91) bis zum Autoalter 18 Jahre.

Danach sinkt sie auf 82 für das Autoalter 18 bis 23 Jahre. Pkw, die beim Kauf 23 Jahre oder älter sind, kommen aber nur noch auf eine Schadenhäufigkeit von 32 (28).

Geht es um das Alter der Nutzer, fährt unverändert der Kreis der 42- bis 62-Jährigen mit einer Schadenhäufigkeit von 51 (52) am besten. Ab dem Alter 73 liegt die Schadenhäufigkeit mit 66 über dem allgemeinen Durchschnitt. Bei den Über-82-Jährigen erreicht die Schadenhäufigkeit 100.

Anfänger werden besser

Die Fahranfänger sind aber weiterhin die gefahrenträchtigste Gruppe: Beim Nutzerkreis bis 20 Jahren verunfallen von 1.000 Personenkraftwagen mehr als 101 – in der Spitze sind es 119 (124) bei den bis 18-Jährigen. Bis 26 Jahre erreicht die Schadenhäufigkeit immer noch 80 (81).

Vielfahrer sind deutlich öfter Unfallverursacher: Von 1.000 Pkw, die im Jahr mehr als 31.000 Kilometer unterwegs sind, sind 90 (92) in Schadenereignisse verwickelt. Das beste Risiko sind Personenkraftwagen mit einer Fahrleistung bis 6.000 Kilometer mit unverändert 58. Danach steigt die Schadenhäufigkeit linear an.

Typklassen wenig verändert

Das Gros der Pkw ist fast unverändert in den Typklassen 14 bis 20 versichert. Die stärkste Klasse ist wiederum mit 9,3 Millionen PKW die Klasse 16, die auf eine weiter verbesserte Schadenhäufigkeit von 61 (62) und einen Schadenbedarf von 195 (194) Euro kommt.

In der zweitstärksten Klasse 17 sind 8,5 (7,8) Millionen Einheiten versichert. Diese entsprechen hinsichtlich des Schadengeschehens und des -bedarfs in etwa dem Durchschnitt.

Die kleinsten Gruppen sind die Typklassen 25 und 11 mit 30.530 beziehungsweise 155.019 Einheiten. Die Typklasse 11 kommt auf eine Schadenhäufigkeit von 28 und einen Schadenbedarf bei 102 Euro – bei der Klase 25 liegen die Werte bei 103 und 391 Euro.

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