10.12.2012 (€) – Nur etwas mehr als die Hälfte der Riester-Sparer erhielten 2009 die volle Grundzulage von 154 Euro. Rund jeder Sechste bekam sogar weniger als die Hälfte gutgeschrieben. Etwas positiver sehen die Werte bei Riester-Sparern mit Kindern aus. Fast drei Viertel der Bundesbürger haben zusätzlich zu gesetzlichen Rente eine private oder betriebliche Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen, rund jeder Fünfte besitzt einen bAV- und einen Riester-Vertrag, wie die Bundesregierung kürzlich erklärte.
Bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen zur Entwicklung des Riester-Sparen (VersicherungsJournal 4.12.2012) hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erneut darauf hingewiesen, dass diejenigen, die im Jahr 2010 einen Riester-Vertrag abgeschlossen und noch keinen Zulagenantrag gestellt haben, dies über den Produktanbieter bis spätestens Ende Dezember 2012 nachholen müssen.
Dass diese Mahnung ihren Sinn hat, zeigen für das Jahr 2009 aufgeschlüsselte Zahlen zu den Riester-Zulagen, die das BMAS in einer Antwort auf Fragen der Linksfraktion veröffentlicht hat. Das Ministerium listete im Detail die Struktur der Zulageempfänger für das Beitragsjahr 2009 nach Vollständigkeit der Zulagen auf. Aktuellere Daten liegen nicht vor.
Dabei wurde ein Bestand bei der Zulagenstelle von rund 9,603 Millionen Riester-Verträgen erfasst. Nach den jüngsten Riester-Daten des Ministeriums gab es Ende 2009 einen Vertragsbestand von 9,794 Millionen.
Fast die Hälfte bekommt nicht die volle Grundzulage
Diesen Daten zufolge bezogen Ende 2009 nur 55,8 Prozent der Riester-Sparer die volle Grundzulage von 154 Euro. Auf der anderen Seite bekam etwa jeder Sechste weniger als die Hälfte gutgeschrieben.
Besser sieht die Situation bei den Riester-Sparern aus, die auch eine Kinderzulage erhalten. Hier lag der Anteil derjenigen mit der vollen Grundzulage bei mehr als zwei Drittel. Immerhin oder nur noch rund jeder Neunte erhielt weniger als die Hälfte der Grundzulage.
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- Lesebeispiel 1:
55,8 Prozent der Riester-Sparer erhielten die volle Riester-Grundzulage. Bei den Riester-Sparern mit Kindern waren es 68,8 Prozent.
Lesebeispiel 2:
6,1 Prozent der der Riester-Sparer erhielten die zwischen mehr als 90 und weniger als 100 Prozent der Riester-Grundzulage. Bei den Riester-Sparern mit Kindern waren es 4,9 Prozent.
Die Gesamtbeiträge je Zulagenempfänger summierten sich 2009 auf 843,17 Euro (Männer 946,21 Euro, Frauen 763,45 Euro). Nach weiteren Angaben des Ministeriums waren 2010 rund 18,5 Prozent der Riester-Verträge ruhig gestellt, das heißt es wurden keine Beitragszahlungen geleistet.
Das Ministerium äußerte sich überzeugt, dass bei Nutzung der staatlichen Fördermöglichkeiten das Rentenniveau, das weiter absinken wird, auf heutiger Höhe gehalten werden könne. Dies zeigten Modellrechnungen, die im Rentenversicherungs-Bericht 2012 enthalten seien.
Jeder fünfte mit bAV und einen Riester-Vertrag
Das Ministerium verwies weiter auf eine umfangreiche Befragung aus dem Jahr 2011 zu Verbreitung der Altersvorsorge, für die rund 10.800 sozialversicherungs-pflichtige Personen zwischen 25 und 65 Jahren befragt wurden, und stellt fest: „Im Rahmen dieser Befragung zeigte sich, dass die Beschäftigten erhebliche Informationsdefizite im Bereich der Altersvorsorge haben.“
Den Umfrageergebnissen zufolge verfügten 71,3 Prozent der Befragten (Männer 70,6 Prozent, Frauen 72,1 Prozent) über eine zusätzliche Altersvorsorge (einschließlich Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst – ZÖD). 20,2 Prozent gaben an, sowohl über eine betriebliche Altersversorgung (bAV) als auch über einen Riester-Vertrag zu verfügen.
Beim „Riestern“ liegen die Frauen vorn: 38,2 Prozent der Befragten gaben an, einen staatlich geförderten Riester-Vertrag abgeschlossen zu. Bei den Männern waren es 32,6 Prozent. Über eine betriebliche Altersversorgung (einschließlich ZÖD) verfügten 57,3 Prozent der Männer und 55,3 Prozent der Frauen.




