Die profitabelsten Krankenversicherer

5.9.2012 (€) – Im Geschäftsjahr 2011 haben fast zwei Drittel der privaten Krankenversicherer ihre Ertragslage verbessert und ihre versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote gesteigert. Auf den höchsten Wert kommt nach einer aktuellen Analyse der KVpro.de GmbH unter 32 Krankenversicherern die Freie Arzt- und Medizinkasse (FAMK), auf den niedrigsten die Nürnberger. Am stärksten zugelegt hat die FAMK, während es bei der Nürnberger den stärksten Rückgang gab.

Die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote nach dem PKV-Kennzahlenkatalog, die ein Indikator für die Ertragsstärke eines privaten Krankenversicherers ist und angibt, wie viel Prozent der verdienten Bruttobeiträge nach Abzug der Schaden-, Verwaltungs- und Abschlussaufwendungen übrig bleiben, ist im Geschäftsjahr 2011 im Branchenschnitt um über einen Prozentpunkt auf 12,5 Prozent angestiegen.

Dies zeigt eine Analyse der KVpro.de GmbH auf Basis der Geschäftsberichte 2011 von 32 privaten Krankenversicherern, die Krankenvoll-Versicherungen anbieten. Im Jahr zuvor war der Zuwachs in etwa drei Mal so stark ausgefallen (VersicherungsJournal 11.8.2011).

Die ertragsstärksten privaten Krankenversicherer

Auf Ebene der einzelnen Unternehmen erzielten 24 Anbieter eine zweistellige versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote. Die Freie Arzt- und Medizinkasse (FAMK) und die Landeskrankenhilfe kamen sogar auf Werte von mehr als 20 Prozent. Dahinter folgen mit Werten zwischen 17,9 und 15 Prozent die Provinzial Hannover, die DEVK, der Münchener Verein, die Inter und die Central.

Acht private Krankenversicherer lagen mit ihrer versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote unterhalb der Zehn-Prozent-Marke. Auf die niedrigsten Werte kamen die Nürnberger, die HanseMerkur, die Arag und die HUK-Coburg.

Versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote der privaten Vollversicherungsanbieter

Rang

Gesellschaft

Quote 2011

Quote 2010

1

FAMK

22,2%

12,5%

2

LKH

21,4%

21,4%

3

Provinzial Hannover

17,9%

13,9%

4

DEVK

17,1%

16,6%

5

Münchener Verein

16,1%

9,8%

6

Inter

15,9%

16,0%

7

Central

15,3%

9,0%

8

Signal

14,9%

12,6%

9

DKV

13,8%

13,5%

10

Alte Oldenburger

13,5%

15,8%

11

Deutscher Ring

13,3%

8,4%

12

Union

13,2%

8,9%

13

Pax-Familienfürsorge

12,5%

11,4%

14

Barmenia

12,4%

9,7%

15

Allianz

12,1%

10,8%

16

Bayerische Beamtenkrankenkasse

11,9%

8,6%

17

Mannheimer

11,9%

6,7%

18

Universa

11,8%

12,9%

19

LVM

11,7%

11,5%

20

Gothaer

11,5%

11,1%

21

Concordia

11,3%

14,7%

22

SDK

11,2%

11,9%

23

Hallesche

11,0%

14,1%

24

Württembergische

10,1%

8,1%

25

Axa

9,3%

8,4%

26

Debeka

9,1%

8,0%

27

R+V

9,0%

9,8%

28

Continentale

8,8%

8,3%

29

HUK-Coburg

8,6%

6,4%

30

Arag

8,5%

10,9%

31

HanseMerkur

7,7%

7,7%

32

Nürnberger

6,5%

10,5%

Schnitt

12,5%

11,2%

Gewinner und Verlierer

Den größten Zuwachs im Vergleich zum Jahr zuvor erzielte die FAMK, die um knapp zehn Prozentpunkte zulegte. Die Central und der Münchener Verein verbesserten sich um über sechs Prozent, während die Mannheimer sich um gut fünf und der Deutsche Ring um knapp fünf Prozentpunkte steigerten.

Die Krankenversicherer mit dem höchsten Zuwachs der versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote 2011 (Quelle: KVpro.de GmbH)

Insgesamt hatten neun Anbieter einen Rückgang zu verzeichnen. Die Nürnberger büßte vier Prozentpunkte ein, während die versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquoten der Concordia und der Halleschen jeweils um über drei Prozentpunkte nachgaben.

Die Krankenversicherer mit dem höchsten Rückgang der versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote 2011 (Quelle: KVpro.de GmbH)

Nachträgliche Ergänzung:

Für die DEVK hatte KVpro.de versehentlich für die Jahre 2011 und 2010 falsche Werte angegeben. Die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote betrug für 2011 statt 15,0 Prozent 17,1 Prozent und für 2010 statt 25,6 Prozent 16,6 Prozent.

Daraus ergibt sich, das die DEVK nicht den größten Rückgang zu verzeichnen hatte, sondern sogar ein leichtes Plus von 0,5 Prozentpunkten. Text, Tabelle und Grafik wurden entsprechend angepasst.

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