Die Gebäudeversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

3.6.2015 (€) – Im Jahr 2014 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht mit fast 450 Verbraucherbeschwerden rund ein Zehntel mehr Eingaben über die Wohngebäudeversicherer abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor. Auf die höchste Beschwerdequote (Beschwerden pro 100.000 versicherte Risiken) kam die HDI Versicherung AG. Unter den Branchengrößen zeigte sich nach der aktuellen Bafin-Beschwerdestatistik ein sehr differenziertes Bild.

2014 ist die Zahl der Kundenbeschwerden über die deutschen Wohngebäudeversicherer bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) um gut zehn Prozent auf 447 angestiegen, wie der jüngst veröffentlichten Bafin-Beschwerdestatistik zu entnehmen ist. Dies ist der höchste Wert seit 2009, als es noch weit über 500 waren. Den niedrigsten Wert in der jüngeren Vergangenheit gab es 2010 mit 260.

Quelle: Bafin

In Relation zum Vertragsbestand von insgesamt 19,2 Millionen zum Jahresende 2013, wie das vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) herausgegebenen Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2014 zeigt, bleibt die Beschwerdequote mit nur 0,0023 Prozent verschwindend gering. Die Beschwerdequote pro 100.000 versicherte Risiken liegt mit 2,3 nur leicht über dem Niveau des Vorjahres (2,1).

Die Anbieter mit den höchsten Beschwerdequoten

Insgesamt hatten vier der 57 aufgeführten Wohngebäude-Versicherungs-Unternehmen eine Beschwerdequote von über 6,0 zu verzeichnen. Auf den höchsten Wert mit über zehn Beschwerden pro 100.000 versicherte Risiken kam die HDI Versicherung AG. Dahinter folgen die Mannheimer Versicherung AG und die VPV Allgemeine Versicherung AG mit Werten von jeweils knapp über neun.

Auch die Basler Sachversicherung AG hatte mit über sechs Eingaben pro 100.000 versicherte Risiken eine vergleichsweise hohe Beschwerdequote zu verzeichnen. Knapp unter der Marke von 6,0 blieben die Ergo Versicherung AG und die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG.

Quelle: Bafin-Beschwerdestatistik 2014, eigene Berechnungen

Beschwerdequoten der Marktgrößen

Bei den zwölf nach Beitragseinnahmen größten Anbietern zeigt sich ein durchwachsenes Bild. So hatte die Bafin im vergangenen Jahr über die Bayerische Landesbrandversicherung AG, die VGH Landschaftliche Brandkasse Hannover sowie die Westfälische Provinzial Versicherung AG jeweils weniger als eine Eingabe pro 100.000 versicherte Risiken zu bearbeiten.

Marktführer Allianz Versicherungs-AG liegt knapp über dem Branchenschnitt. Neben der Ergo kamen auch die Generali Versicherung AG mit leicht über sowie die Axa Versicherung AG und die Provinzial Rheinland Versicherung AG mit knapp unter 4,0 Beschwerden pro 100.000 versicherte Risiken auf relativ hohe Werte.

Quelle: Bafin-Beschwerdestatistik 2014, eigene Berechnungen

Wachstumsstarke Versicherer werden in der Statistik benachteiligt

Die jährlich veröffentlichte und nach Versicherungs-Unternehmen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik soll „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Bafin.

Die Aufsicht weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin, da sich aus der Statistik nicht ablesen lässt, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet sind.

Zudem wird die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zur Vertragsanzahl zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, erläutert die Aufsicht. Darüber hinaus werden Versicherer ohne Beschwerden gar nicht aufgeführt.

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