9.9.2014 (€) – Das jetzt veröffentlichte statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft gibt einen detaillierten Überblick über die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres. Die Zahl der in der Versicherungsbranche Erwerbstätigen ist leicht zurückgegangen. Dies betrifft in ersten Linie die Vermittlerschaft. Bei den Beitragseinnahmen konnten die Lebensversicherer ihren Anteil an den Gesamteinnahmen ausbauen, die Krankenversicherer dagegen weisen einen Rückgang aus.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hat jetzt seine nach 2013 (VersicherungsJournal 24.9.2013, 30.9.2013) auf den aktuellen Stand gebrachte Datensammlung zur Entwicklung in der Versicherungsbranche vorgelegt.
In dem Vorwort zum „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2014“ erklärte GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland, die Versicherer gehörten zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Ohne privaten Versicherungsschutz wäre eine moderne Gesellschaft oder eine entwickelte Volkswirtschaft kaum denkbar.
Insgesamt blicken die deutschen Erstversicherer auf eine Steigerung der Beitragseinnahmen um 3,1 Prozent auf 187,2 Milliarden Euro zurück. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt macht dies einen Anteil von knapp sieben Prozent aus.
Abgänge bei Vermittlern drücken Beschäftigtenzahl
Die Zahl der in der Versicherungsbranche beschäftigten Menschen nahm im vergangenen Jahr leicht auf rund 547.600 (2012: 554.700) ab. Dabei stagnierte die Zahl der bei Erst- und Rückversicherern Beschäftigten mit 300.900 (301.300).
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Der Rückgang in der Beschäftigtenzahl ist nahezu ausschließlich auf Abgänge im Vermittlerbereich zurückzuführen. Die Zahl der selbstständigen Versicherungsvermittler und -berater ging auf 246.800 (253.400) zurück. Der Anteil der Vermittler an der Gesamtbeschäftigtenzahl sank damit auf 45,1 (45,7) Prozent.
Die meisten Beschäftigten zählte die Versicherungsbranche im vergangenen Jahr weiterhin in Nordrhein-Westfahlen mit 123.000 (124.100) Personen. Es folgen die Bundesländer Bayern mit 108.800 (109.200) und Baden-Württemberg mit 71.800 (72.400) Personen. Der Statistik zufolge kam es in allen Bundesländern zu einem Beschäftigungsabbau.
Die Zahl der unter deutscher Bundesaufsicht stehenden Versicherungs-Unternehmen nahm im vergangenen Jahr auf 560 (570) ab. In der Branche dominierten die Schaden- und Unfallversicherer mit 210 (211) Unternehmen.
Fast jeder zweite Beitrags-Euro aus der Lebensversicherung
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klicken (Bild: Screenshot
GDV)
In der Erstversicherung konnten die Lebensversicherer mit Beitragseinnahmen von gut 90,8 (87,3) Milliarden Euro ihren Anteil an den Gesamteinnahmen der Erstversicherer auf 48,5 Prozent ausbauen. Dieser lag im Jahr zuvor noch bei 48,1 Prozent.
Der Zugewinn ging zulasten der privaten Krankenversicherer, die nach vorläufigen Berechnungen auf Beitragseinnahmen von 35,8 (35,6) Milliarden Euro kamen. Ihr Anteil sank auf 19,1 (19,6) Prozent, nachdem dieser in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hatte.
Die Schaden- und Unfallversicherer kamen auf Beitragseinnahmen von knapp 60,6 (58,6) Milliarden Euro. Ihr Anteil an den Gesamteinnahmen der Erstversicherer (187,2 Milliarden Euro) lag unverändert bei 32,3 Prozent. Beitragsdaten aus 2013 für die Rückversicherer lagen noch nicht vor.
Weitere Details können im Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2014 nachgelesen werden, dass unter diesem Link als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.




