Wieder ein Versicherer weniger

16.3.2017 – Nicht überraschend nimmt die Zurich Gruppe ihre Tochtergesellschaft Baden-Badener vom Markt. Diese Maßnahme war als Teil eines Strategieprogramms bereits verkündet worden. Neu sind der Zeitplan und die Auswirkungen auf die Beschäftigten.

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Die Zurich Gruppe Deutschland wird die Baden-Badener Versicherung AG bis zum 1. Januar 2019 in ihre Standorte Frankfurt und Köln integrieren. Die rund 70 Arbeitsplätze am Standort St. Ingbert würden in die Gruppe an diesen Standorten integriert, sagte ein Konzernsprecher auf Nachfrage zu einem Bericht der Saarbrücker Zeitung. Der Zurich-Vorstand hatte den Mitarbeitern die Entscheidung zur Schließung am Dienstag auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt.

Eine Marke

Die Marke „Baden-Badener“ steht schon länger auf dem Prüfstand (VersicherungsJournal 18.12.2015). Im Rahmen des Strategieprogramms „Zukunft e1ns“ (Ze1ns) war die Integration dann beschlossene Sache (VersicherungsJournal 29.4.2016).

„Unsere Entscheidung basiert auf unserem strategischen Ziel: Eine Marke sowie eine Value-Proposition – auch für den Makler-Kanal, der für uns sehr wichtig ist“, so der Konzernsprecher weiter. Das Geschäft der Baden-Badener wolle man weiterhin für die Zurich nutzen, und dabei unter einem Markendach weiter investieren.

Im Zuge dieser Strategie wird auch die Marke DA Direkt (Deutsche Allgemeine Versicherung AG) mittelfristig aufgegeben. Auch dieses Geschäft soll nur noch als Zurich laufen. Zudem konzentriert die Gruppe ihre fünf Direktionsstandorte auf Köln und Frankfurt.

Zum Schluss mit Gewinn

Die Zurich-Gruppe hatte die Baden-Badener zum 1. Januar 2008 gekauft (VersicherungsJournal 1.8.2008), um einen eigenen Maklerversicherer für das Kompositgeschäft zu haben. Seinerzeit befand sich die Baden-Badener in der Sanierung.

Sie war damals fast ausschließlich in der Einzel- und Gruppen-Unfallversicherung tätig und nach fehlgeschlagener Geschäftspolitik mit Verträgen mit 1.000-prozentiger Progression und Streitigkeiten mit einem Rückversicherer tief in eine Existenzkrise gerutscht. Zeitweilig war der Versicherer sogar von der Schließung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) bedroht gewesen.

Letzten Angaben zufolge erzielte die Baden-Badener 2015 rund 53,5 Millionen Euro Beitrag. An die Zurich-Gruppe überwies die Baden-Badener einen Gewinn von 8,4 Millionen Euro. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen Betriebsrat und Belegschaft angesichts solcher Zahlen bislang trotz „ergebnisoffener Prüfung“ von einem Fortbestand des Unternehmens ausgegangen sein.

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Mitarbeiter · Strategie · Versicherungsaufsicht
 
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