23.6.2015 (€) – Die Inter Versicherungsgruppe konnte 2014 bei den gebuchten Beiträgen einen Zuwachs um insgesamt 0,2 Prozent auf 797,1 Millionen Euro verzeichnen. Im Detail wurde die Geschäftsentwicklung allerdings stark davon geprägt, dass im Zuge der Vorbereitung auf Solvency II erstmals alle – und insbesondere auch die beiden polnischen – Töchter voll konsolidiert wurden. Den Konzerngewinn verhagelte die Bausparkasse.
Mit Blick auf das Neugeschäft lieferte die zum Inter-Konzern gehörende Bausparkasse Mainz AG durchaus ein durchaus respektables Ergebnis ab. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge erhöhte sich laut Konzern-Geschäftsbericht um immerhin 5,1 Prozent auf 27.868 und die Bausparsumme um 4,3 Prozent auf 948,9 Millionen Euro.
Unter dem Strich stand wegen der für die Kreditnachfrage in der Bausparbranche insgesamt nun schon seit langer Zeit besonders fatalen Zinssituation bei dieser Tochter am Ende der Berichtsperiode beim Jahresergebnis jedoch ein Minus von 9,8 Millionen Euro. Der Konzern-Jahresüberschuss verminderte sich dadurch von 20,3 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2013 auf 13,3 Millionen Euro.
Voll-Konsolidierung der polnischen Töchter verzerrt das Bild
Im Versicherungsgeschäft des Konzerns sorgten dagegen vor allem die Änderungen im Konsolidierungskreis für Ausschläge, die den Vorjahresvergleich erschweren. So reduziert sich in der Schaden- und Unfallversicherung das Plus von 63,2 Prozent auf 74,1 Millionen Euro bei den gebuchten Bruttobeiträgen auf vier Prozent, wenn die nun voll konsolidierte Inter Polska Sach herausgerechnet wird.
Beim Bestand sorgte diese polnische Tochter hier sogar für einen Vertragszuwachs um über 100 Prozent auf 619.209. Ohne sie war dagegen hier ein Rückgang um 0,6 Prozent zu verzeichnen.
Mehr Einmal- und weniger laufende Beiträge in Leben
In der Lebensversicherung, in der die Beitragseinnahmen einschließlich der Inter Polska Leben um 3,8 Prozent auf 101 Millionen Euro zuglegten, betrug der Zuwachs ohne den Konsolidierungseffekt nur 1,4 Prozent auf 98,7 Millionen Euro. Der resultierte aus dem starken Zuwachs der Einmalbeiträge bei der Inter Lebensversicherung AG, während die laufenden Beiträge sanken.
Bei ihr war zudem erneut ein Bestandsabrieb zu verzeichnen, obwohl das Neugeschäft mit einer Versicherungssumme von 170,2 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 141,3 Millionen Euro lag. Mit – gemessen an der Versicherungssumme – 3,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro fiel das Minus trotz sogar noch gestiegener Abgänge mit 3,1 Prozent aber immerhin geringer aus als im Vorjahr, wird im Geschäftsbericht festgehalten.
„Nichtzahler“ schlagen bei der Krankenversicherung durch
Im Hauptgeschäftsfeld der Gruppe, der von der Veränderung des Konsolidierungskreises nicht tangierten Krankenversicherung, verminderten sich die gebuchten Bruttobeiträge bei der Inter Krankenversicherung aG um 0,2 Prozent auf 650,3 Millionen Euro.
„Bei erneut moderaten Beitragsanpassungen“ resultiert dieser Rückgang den Angaben zufolge vor allem aus der erforderlichen Erhöhung der Wertberichtigung auf Forderungen an sogenannte Nichtzahler.
Beim Versichertenbestand konnten 2014 in der Krankenversicherung nach den Rückgängen in den Vorjahren dagegen wieder ein Zuwachs verbucht werden. Die Anzahl der insgesamt bei der Inter Kranken versicherten Personen stieg um ein Prozent auf 369.981.
Wieder Zuwächse bei den Zusatzversicherten
Auch hier konnte jedoch bei den vollversicherten Personen die Anzahl der neugewonnen Kunden die Abgänge durch Kündigungen und Todesfälle aber nicht voll ausgleichen, weshalb die Anzahl um 0,6 Prozent auf 144.151 Personen zurückging. Die Zahl der zusatzversicherten Personen legte im Berichtsjahr dagegen um zwei Prozent zu, nachdem zuvor auch hier Rückgänge zu verzeichnen waren.
Auf der Leistungsseite steigen die Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Krankenversicherung um 1,7 Prozent auf 458,7 Millionen Euro, in der Lebensversicherung für eigene Rechnung um 11,9 Prozent auf 110,1 Millionen Euro und in der Schaden- und Unfallversicherung um 24,6 Prozent auf 37 Millionen Euro. Bei Letzterer schlug die Konsolidierung besonders negativ durch.
Konsolidierung beeinflusst auch Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb
Ohne die Einbeziehung der Inter Polska Sach in den Konzernabschluss hat es hier vor allem dank der im Vergleich zum Vorjahr weitaus geringeren Belastungen durch Elementarschäden nämlich einen Rückgang um 18,7 Prozent oder 5,5 Millionen Euro gegeben.

- Bild: Inter
Ebenfalls negativ schlug die Veränderung des Konsolidierungskreises bei den Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb durch.
Dort stiegen die Abschlussaufwendungen in der Lebens- und Krankenversicherung insgesamt leicht von 64,2 Millionen auf 65,3 Millionen Euro.
In der Schaden- und Unfallversicherung nahmen sie hauptsächlich wegen der Inter Polska Sach von zwölf Millionen auf 21 Millionen Euro zu.
Höheres Kapitalanlageergebnis
Die Verwaltungsaufwendungen verringerten sich dagegen in der Personenversicherung trotz der Einbeziehung der Polska Leben geringfügig von 22,3 Millionen auf 22 Millionen Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen sie ohne die Inter Polska Sach um 0,1 Millionen an – einschließlich dieser aber von sechs Millionen auf 10,4 Millionen Euro.
Aus den Kapitalanlagen des Inter Konzerns, die um 6,2 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro anwuchsen, wurde ein von 250,7 Millionen auf 267,8 Millionen Euro gesteigertes Nettoergebnis erzielt.
Hier schlug sich den Angaben zufolge vor allem das durch realisierte Kursgewinne aus dem Verkauf von Zinsanlagen von 17 Millionen auf 33,2 Millionen Euro gestiegene außerplanmäßige Ergebnis nieder.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung 2014 der Inter Versicherungen können den Geschäftsberichten der einzelnen Gesellschaften entnommen werden, die unter diesem Link als PDF-Datei zur Verfügung stehen.




