Neue Großfusion am Krankenkassenmarkt

16.9.2014 (€) – Zum 1. Januar 2015 schließen sich die Deutsche BKK und die BKK Essanelle zur Deutschen BKK zusammen. Die fusionierte Kasse wird mit rund 900.000 Mitgliedern, 1,2 Millionen Versicherten sowie einem Haushaltsvolumen von etwa 3,6 Milliarden Euro zur größten Betriebskrankenkasse in Deutschland.

Das Fusionstempo in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich zuletzt merklich verlangsamt. Nachdem das Bundesversicherungsamt 2009 noch 25 Zusammenschlüsse von zwei oder mehr Krankenkassen genehmigt hatte, waren es 2010 nur 16 Fusionen (VersicherungsJournal 21.7.2009).

2011 waren es nur fünf Fusionen, darunter der Zusammenschluss von Vereinigte IKK mit IKK Classic zur IKK Classic (VersicherungsJournal 6.7.2011) sowie der DAK mit BKK Gesundheit zur DAK-Gesundheit (VersicherungsJournal 12.10.2011). 2012 gab es erneut fünf Fusionen, 2013 dann nur noch zwei. Ende 2013 gab es noch 134 Krankenkassen (VersicherungsJournal 30.1.2014).

Im laufenden Jahr haben sich jeweils zum 1. Januar die BKK Mobil Oil und die Hypovereinsbank BKK zur BKK Mobil Oil sowie die Actimonda BKK mit der Betriebskrankenkasse Heimbach zur Actimonda BKK zusammengeschlossen. Zum 1. Juli folgte die Fusion der Novitas BKK und der BKK Phoenix zur Novitas BKK.

Fusionierte Kasse mit rund 900.000 Mitglieder

Gestern gaben die Deutsche BKK und BKK Essanelle bekannt, dass sie wie angekündigt (VersicherungsJournal 29.7.2014) zum 1. Januar 2015 fusionieren. Die neue Kasse wird unter dem Namen Deutsche BKK am Markt auftreten.

Die Deutsche BKK war zum Stichtag 1. Juli 2014 nach Zahlen des Branchendienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik (VersicherungsJournal 19.8.2014) mit knapp 600.000 Mitgliedern die Nummer 18 am Krankenkassenmarkt, die BKK Essanelle mit knapp 300.000 Mitgliedern die Nummer 31 im Markt.

Mit zusammen rund 900.000 Mitgliedern wird die fusionierte Deutsche BKK zur mitgliederstärksten Betriebskrankenkasse und voraussichtlich in die Top 15 aufsteigen. Hauptsitz ist Wolfsburg, weitere Hauptstandorte sind Stuttgart und Düsseldorf. Die insgesamt rund 1,2 Millionen Versicherten werden von 2.200 Mitarbeitern betreut.

„Mit dieser Marktposition können wir uns sowohl im Wettbewerb um die besten Leistungen für unsere Versicherten als auch im gesundheitspolitischen Geschehen sehr gut platzieren“, erläutert der bisherige und auch künftige Vorstandsvorsitzende Achim Kolanoski in einer Pressemeldung. Weitere Vorstandsmitglieder sind Guido Frings (von der BKK Essanelle) als stellvertretender Vorstandschef und Gerhard Stein, der auch derzeit schon Vorstandsmitglied der Deutschen BKK ist.

3,6 Milliarden Euro Haushaltsvolumen

Das Haushaltsvolumen der fusionierten Kasse, zu deren Trägerunternehmen unter anderem Deutsche Post DHL, Postbank, Deutsche Telekom, Volkswagen, Hair Group, Henkel, Bayer, MAN und Rheinmetall gehören, wird auf 3,6 Milliarden Euro für das kommende Jahr beziffert, womit sich die Kasse „hervorragend gewappnet für die Zukunft“ sieht.

Die Fusion steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundesversicherungsamtes als zuständiger Aufsichtsbehörde. Mit einer entsprechenden Entscheidung wird den Angaben zufolge im Dezember 2014 gerechnet.

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