23.6.2015 (€) – Die auf provisionsfreie Nettotarife spezialisierte My Life Lebensversicherung AG hat auch 2014 noch mehr Geschäft mit Restschuldversicherung als in ihrem eigentlichen Spezialgebiet geschrieben. Dank Gewinnrealisierungen verbesserte sich auch das Ergebnis.

- Michael Dreibrodt (Bild: Lier)
Die Mylife Lebensversicherung AG, die sich seit der Übernahme durch die Augur Financial Holding Sechs GmbH & Co. KG (VersicherungsJournal 4.10.2011) auf provisionsfreie Nettotarife spezialisiert hat, schrieb 2014 nach Beitragssumme 108,9 (2013: 82,5) Millionen Euro Neugeschäft.
Wenig laufender Beitrag
Hinter diesem Neugeschäftsplus um knapp ein Drittel steckt ein Einmalbeitragsgeschäft von 49,9 (36,6) Millionen Euro – wovon 40 Millionen Euro Restschuld-Versicherungen sind, die von der Von Essen GmbH & Co. KG Bankgesellschaft kommen.
Der Zugang an laufendem Beitrag erreichte 2,7 (1,9) Millionen Euro. Die Zahl der Kunden mit Nettotarifen bezifferte Vorstandschef Michael Dreibrodt auf rund 8.000 – in diesem Jahr soll sie auf 10.000 steigen.
Die Nettotarife werden vor allem über die Augur-Tochtergesellschaft Honorarkonzept GmbH verkauft. Mit dieser Gesellschaft arbeiten rund 300 Honorarberater zusammen. Weder Honorarkonzept noch die Honorarberater erhielten Abschluss- oder Bestandsprovisionen oder irgendwelche Zuschüsse, sagte Dreibrodt. Honorarkonzept finanziere sich über die Beratervergütungen von monatlich rund 200 Euro.
Eher die Rationalen
Die Reputationskrise der Lebensversicherer lässt sich laut Dreibrodt nicht durch die Honorarberatung lösen. „Nettotarife können aber ein Begleitmittel in der jetzigen Situation sein: Der Kunde bezahlt den Vermittler direkt. Dadurch entsteht eine andere Vertrauenssituation.“
„Die Honorarberatung ist eine Lösung für einen bestimmten Weg“, sagte er. Seiner Erfahrung nach würden eher „die Rationalen als die Reichen“ Nettotarife kaufen. Dies entkräfte das Argument, dass Honorarberatung eine breite Versorgung mit Altersvorsorgeprodukten nicht gewährleiste, teilweise.
Auch mehr Storno im Nettogeschäft
Der Bestand wuchs um acht Prozent auf 115.312 Verträge mit einer Versicherungssumme von 1,94 Milliarden Euro (plus 13 Prozent), die ebenfalls überwiegend aus dem Restschuldgeschäft stammt.
Die Bruttobeiträge erhöhten sich um 24 Prozent auf 69,0 Millionen Euro. Die Stornoquote wird mit 5,8 (2013: 5,7) Prozent angegeben – und ist ebenso wesentlich beeinflusst vom Geschäftszweig Restschuldversicherung, bei dem ein schneller Umschlag typisch ist. Das Netto-Geschäft kommt auf einen Wert von 5,4 (4,2) Prozent.

- Bild: Mylife
Die Verwaltungskostenquote wird mit 4,8 (5,4) Prozent veranschlagt – bezogen auf das Nettogeschäft sind es 1,5 (1,3) Prozent.
Die Abschlusskostenquote beträgt insgesamt 16,3 (20,6) Prozent beziehungsweise bei den Nettoprodukten, in die keine vertrieblichen Abschlusskosten einkalkuliert sind, 1,5 (2,2) Prozent (bezogen auf die Beitragssumme des Zugangs).
Weiterhin klassische Garantien
Die auf 106,35 (2013: 86,97) Millionen Euro gestiegenen Kapitalanlagen wiesen nach Realisierung von Anlagenverkäufen eine Nettoverzinsung von 4,9 (4,0) Prozent sowie eine Durchschnittsverzinsung von 4,4 (4,0) Prozent auf.
Der Jahresüberschuss von 1,2 (1,0) Millionen Euro wird wiederum voll den Rücklagen zugeführt. Mit einer Eigenmittelausstattung von 22,8 Millionen Euro kommt My Life auf eine Solvabilitätsquote von 259 (270) Prozent.
Details zur Eigenmittelausstattung unter Solvency ll wollte Dreibrodt nicht machen. Er sagte aber, dass man an Produkten mit klassischen Garantien festhalten werde und sich davon aus Solvabilitätsgründen nicht werde verabschieden müssen.
Weitere Details zum Geschäftsverlauf finden sich im Geschäftsbericht, der über diesen Link zu erreichen ist.




