Münchener Verein Leben streicht 2012 die Direktgutschrift

16.7.2013 (€) – Die Münchener Verein Versicherungsgruppe feierte 2012 „nicht nur ihr 90 jähriges Jubiläum in der Krankenversicherung, sondern auch das beste Ergebnis seit der Jahrtausendwende“. So kommentiert der traditionell eng mit dem Handwerk verbundene Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit selbst anlässlich der Vorlage seines Geschäftsberichtes. Der hat allerdings auch seine Schattenseiten.

Cover Geschäftsbericht Münchener Verein 2012
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Der Lebensversicherer der Münchener Verein Versicherungsgruppe musste 2012 einen Rückgang bei der Beitragssumme des Neugeschäfts um rund ein Drittel hinnehmen – wobei die laut Geschäftsbericht im Jahr zuvor durch Sondereffekte aber sehr hoch war.

Speziell die betriebliche Altersvorsorge, die dazu die Hälfte beiträgt, zählt jedoch zu den Geschäftsfeldern, die als strategisch wichtig definiert wurden.

Außerdem erteilte die Münchener Verein Lebensversicherung a.G. den Versicherten für das Berichtsjahr keine Direktgutschrift. 2011 waren dafür noch 0,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Kräftige Dotierung der Zinszusatzreserve

Wegen des Dauer-Zinstiefs und dem daraus resultierenden Rückgangs des Referenzzinses um 0,28 Prozentpunkte auf 3,64 Prozent musste 2012 nämlich die Zinszusatzreserve von 5,3 Millionen Euro im vorangegangenen Jahr auf 18,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Dotierung der freien Rücklage sowie der Rückstellung für Betragsrückerstattung fiel geringer aus.

Dabei hatten der 2012 deutlich zurückgegangene Abschreibungsbedarf und höhere Zuschreibungen die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen auch bei dieser Tochter von 3,7 auf 4,3 Prozent steigen lassen. Das Nettoergebnis aus den leicht auf 2,06 Milliarden Euro gestiegenen Kapitalanlagen verbesserte sich von 74 Millionen Euro auf 89,1 Millionen Euro.

Zugleich waren die gesamten Leistungsaufwendungen um fünf Prozent auf 160,9 Millionen Euro gesunken. Damit war der Rückgang prozentual größer als bei den gebuchten Beiträgen, die um rund 3 Prozent auf 145,1 Millionen Euro abnahmen.

Schaden-/Unfallversicherer schließt Sanierungsphase ab

Dagegen verminderten sich die Beiträge bei der Münchener Verein Allgemeine Versicherungs-AG aufgrund der Sanierungsmaßnahmen erneut um fast ein Fünftel auf nunmehr noch 53 Millionen Euro.

Dafür weist der kleinste Bereich der Gruppe für das Berichtsjahr nun auch wieder einen Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Euro aus, nachdem für 2011 noch ein Fehlbetrag von 1,2 Millionen Euro zu verzeichnen war.

Die Schaden-/Kostenquote konnte von 102,9 auf 95 Prozent gesenkt werden. „Die planmäßige Sanierung und die damit verbundenen rückläufigen Beitragseinnahmen im zweistelligen Prozentbereich sind abgeschlossen“, wird im Geschäftsbericht daher nun mitgeteilt. Für das laufende Jahr werde „tendenziell eine Stabilisierung der Beiträge“ erwartet.

Zahl der Krankheitskosten-Vollversicherten nimmt weiter ab

Bei ihrem Umsatz-Schwergewicht, der Münchener Verein Krankenversicherung a.G., setzt Vorstandschef Dr. Rainer Reitzler insbesondere auf das strategische Geschäftsfeld Pflege. Im ersten Halbjahr 2013 konnte hier bereits eine Produktionssteigerung um 62 Prozent erzielt werden, lässt er ergänzend wissen.

Im Berichtsjahr konnten die gebuchten Beitragseinnahmen dank der Ergänzungsversicherungen leicht um 0,3 Prozent auf 496,6 Millionen Euro gesteigert werden. Die Zahl der insgesamt versicherten Personen stieg um sechs Prozent auf 266.712.

In der Krankheitskosten-Vollversicherung schrumpfte sie allerdings um 2.634 auf 89.305 Versicherte. Die Beitragseinnahmen verminderten sich hier von 393,4 Millionen Euro auf 388,2 Millionen Euro.

Kooperation mit Krankenkassen soll ausgebaut werden

Dagegen boomte im Berichtsjahr die Pflegezusatz-Versicherung mit einem Plus von 41,1 Prozent auf 13,9 Millionen Euro. Durch die neu eingeführte staatliche Pflegeförderung wird jetzt noch zusätzlicher Schub erwartet.

Das Zusatzgeschäft in der Krankenversicherung solle durch gezielte Investitionen in Kooperationen mit gesetzlichen Krankenkassen sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen für alle Vertriebskanäle nach Art der Internet-Plattform „MV-Portal“ noch beflügelt werden, kündigt Reitzler an.

Kräftig steigender Jahresüberschuss befördert die Eigenkapital-Stärkung

Die Leistungsauszahlungen an die Kunden einschließlich der Schadenregulierungs-Kosten verminderten sich um 6,2 Prozent auf 300,4 Millionen Euro. Das Rohergebnis nach Steuern stieg von 61,1 Millionen auf 89,9 Millionen Euro.

Insgesamt konnte die Gruppe damit bei um 2,2 Prozent auf knapp 695 Millionen Euro gesunkenen Beitragseinnahmen den Jahresüberschuss nach Steuern um 43 Prozent auf 103,6 Millionen Euro steigern. Damit machte war auch eine weitere Stärkung des gesamten Eigenkapitals um 6,2 Prozent auf nunmehr 165,5 Millionen Euro möglich.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung können im Geschäftsbericht 2012 nachgelesen werden, der im Internet als PDF-Dokument zum Download bereit steht.

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