Mapfre will mit Verti in Deutschland angreifen

11.9.2017 – Die spanische Mapfre SA will sich nach der Übernahme des Direktversicherers Direct Line Versicherung AG in Deutschland langfristig positionieren und die nahezu vollständige Abhängigkeit von der Kfz-Haftpflichtversicherung reduzieren. Aus der Direct Line ist jetzt die Verti Versicherung AG geworden, wobei die Marke Verti international breiter aufgestellt werden soll, wie Verti-Vorstandsvorsitzender Ramón Alegre vor der Presse erläuterte. Mapfre hatte vergangene Woche seine Halbjahreszahlen vorgelegt, die ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum zeigen.

WERBUNG

Vor etwa drei Jahren hatte die Mapfre SA die Direct Line Versicherung AG von der britischen Muttergesellschaft Direct Line Insurance Group plc übernommen (VersicherungsJournal 25.9.2014). Der jüngste Geschäftsbericht für 2016 wurde noch unter dem alten Namen veröffentlich, ehe kürzlich die Umbenennung in Verti Versicherung AG erfolgte (VersicherungsJournal 2.8.2017).

„Wir kennen und nutzen digitale Medien und Technologien“, unterstrich Verti-Chef Ramón Alegre letzte Woche bei einer Presseveranstaltung. Nach seiner Ansicht gibt es nicht nur eine neue Generation Verbraucher, sondern auch eine neue Generation von Versicherungen, zu der auch Verti gehöre.

Verti arbeitet mit einer ganzen Reihe von Vertriebspartnern zusammen, darunter mit dem Maklerpool Fonds Finanz Maklerservice GmbH und Vergleichsportalen wie Check24 und Verivox. Wie Alegre und Finanzvorstand Christian Paul Sooth ausführten, will man weg von der nahezu totalen Abhängigkeit von der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Expansion in weitere Märkte

Von den im vergangenen Jahr erzielten Bruttoprämien von 287,7 (2015: 277,3) Millionen Euro seien 99,8 Prozent auf das Kfz-Geschäft gefallen. Seit August würden jetzt auch Risikolebens-Versicherungen angeboten, sagte Alegre.

Nach Spanien und Deutschland soll der Direktversicherer Verti auch in den USA, Italien und China Fuß fassen, wie die beiden Manager ausführten. Mapfre hatte seinerzeit auch die Direct-Line-Aktivitäten in Italien zugekauft.

Direct Line schrieb auch 2016 rote Zahlen – aber noch hohe Gewinnrücklagen

Dem letzten Geschäftsbericht des Direktversicherers zufolge wurden die Bruttobeiträge im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent ausgebaut. Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungs-Rückstellungen wird mit einem Minus von 3,7 (2015: plus 0,7) Millionen Euro angegeben. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit betrug minus 3,5 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro im Jahr 2015.

Zum bevorstehenden Jahresendgeschäft – die meisten für eine Kfz-Versicherung geltenden Hauptfälligkeiten beziehen sich auf den ersten Januar – heißt es im Geschäftsbericht, dass die Stornoquote in 2016 rund zehn Prozent betragen und damit im Plankorridor gelegen habe. „Für 2017 wollen wir diese Zielmarke beibehalten.“

In der Gewinn- und Verlustrechnung wird für 2016 ein Jahresfehlbetrag von rund 2,65 (2015: minus 1,51) Millionen Euro ausgewiesen. Der Gewinnvortrag beläuft sich danach zum Jahresende noch auf 30,39 Millionen Euro. „Wir erwarten für das laufende Jahr ein Brutto-Beitragswachstum von 3,8 Prozent und ein ausgeglichenes Ergebnis“, schreibt der Vorstand im Ausblick.

Mapfre im ersten Halbjahr mit starkem Wachstum

Nach den jetzt von Mapfre SA für die Gruppe vorgelegten Halbjahreszahlen stiegen die Beitragseinnahmen um 8,2 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Insgesamt wuchsen die Umsätze um 5,4 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro. Der Reingewinn stieg in den ersten sechs Monaten 2017 um 9,1 Prozent auf 415 Millionen Euro.

Zu dem guten Ergebnis habe vor allem der Heimatmarkt Spanien sowie die Geschäfte in Brasilien und der Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika) beigetragen. Auch das Rückversicherungsgeschäft habe zur Gewinnsteigerung beigesteuert.

Als besonderes Highlight im Zwischenbericht wird der Start von Verti in Deutschland herausgehoben. Hier sei ein Prämienwachstum von 7,5 Prozent auf 201 Millionen Euro erreicht worden.

Durch die starke Abwertung der türkischen Währung sanken die Prämieneinnahmen auf dem dortigen Markt in Euro gerechnet um fast 20 Prozent auf 359 Millionen. In Landeswährung betrug das Minus nur ein Prozent.

 
WERBUNG
Sie sind gefragt!
Bild: Pixabay, CC0

In Gewerbeversicherungen kennen Sie sich als Vermittler aus? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben. Wie? Mit einer Leser-Umfrage, die sie über diesen Link erreichen.

Die Umfrage ist kurz, und Sie und Ihre Antworten bleiben anonym.

Im nächsten VersicherungsJournal Extrablatt (23. Oktober) dreht sich alles um Gewerbeversicherungen. Dort finden Sie die Ergebnisse dieser Umfrage.

WERBUNG
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Keine Angst vorm Zahnarzt!

Fondsverkauf einfach gemacht

Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich auf eine Zielgruppe zu spezialisieren?

Welche Vorteile eine Spezialisierung besonders in Bezug auf Zahnärzte bietet, erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
9.9.2014 – Die zur Continentale gehörenden Versicherer legten im Geschäftsjahr 2013 bei den Beitragseinnahmen stark zu, vor allem in der Kfz-Versicherung. Bei einigen Kennzahlen wird aber auch ein spürbarer Rückgang vermeldet. mehr ...
 
26.4.2012 – Die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung hat 2011 nicht nur ein „sehr gutes“ Ergebnis erreicht, sondern auch ihr Ziel, die ertragreicheren Kompositsparten zu stärken. mehr ...
 
15.4.2011 – Die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung hat ihre Zielgröße in der Autoversicherung erreicht und richtet jetzt den Fokus auf die margenstarken Sparten Sach, Haftpflicht und Unfall. mehr ...
 
25.8.2016 – Bei der Sparkassen Direktversicherung (S-Direkt) wuchsen im Geschäftsjahr 2015 sowohl Beitragseinnahmen als auch Schadenaufwendungen kräftig an. Sorgen machen einige aktuelle Marktentwicklungen. (Bild: Screenshot S-Direkt-Geschäftsbericht 2015) mehr ...
 
27.5.2016 – Das Sachversicherungs-Geschäft der Allianz Deutschland AG wurde 2015 durch sehr unterschiedliche Entwicklungen beeinflusst. Die betrafen sowohl die Beitragseinnahmen als auch den Gewinn. (Bild: Allianz) mehr ...
 
8.7.2015 – Der Umbau der Versicherungsgruppe die Bayerische ist nach wie vor in vollem Gange. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2014 wider, die jetzt vorgestellt wurden. (Bild: Müller) mehr ...
 
17.6.2015 – Der Geschäftsbericht 2014 der Allianz Versicherungs-AG zeigt recht unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Geschäftssegmenten auf. Dort finden sich auch bemerkenswerte Ausführungen, etwa zum Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln. (Bild: Allianz) mehr ...
 
11.6.2015 – Hinter den Telematik-Tarifen großer Wettbewerber wähnt der scheidende Vertriebschef Engelbert Faßbender einen neuen Preiskampf. Der Vertrieb wurde 2014 ausgebaut und schon auf LVRG-Regeln umgestellt. (Bild: Lier) mehr ...