2.7.2026 – Die Bayerische hat mit Philipp Langendörfer einen neuen Geschäftsführer für ihr Tochterunternehmen BOAM berufen. Den Vertrieb über das Direktgeschäft und Onlineplattformen will der Versicherer ausweiten – ein Schwerpunkt liegt auf Zahnzusatzversicherungen. Zusätzlich soll die Tochter auch Aufgaben bei Bestandsverwaltung und Schadenregulierung übernehmen.
Die Versicherungsgruppe die Bayerische bündelte vor rund drei Jahren ihre Aktivitäten im digitalen Vertrieb in der Tochtergesellschaft „die Bayerische Online-Versicherungsagentur und -Marketing GmbH“ (BOAM) (VersicherungsJournal 12.3.2026). Damit wurde die vertriebliche Betreuung von Onlineportalen und -partnern aus dem regionalen Maklervertrieb herausgelöst.
Nun soll die BOAM ihren Verantwortungsbereich ausbauen, wie die Versicherungsgruppe mitteilt. Neben dem digitalen Vertrieb soll sie künftig auch stärker die Betreuung des über Onlinekanäle gewonnenen Vertragsbestands sowie die Schadenbearbeitung übernehmen. Zugleich soll der digitale Vertrieb weiter ausgebaut werden.
Neuer Geschäftsführer verstärkt Führungsteam
Für diese Aufgabe hat die Gruppe mit Philipp Langendörfer einen neuen Geschäftsführer für die BOAM berufen. Der 36-jährige Betriebswirt soll die bisherigen Geschäftsführer Dr. Burghard Kaske (55) und Joachim Zech (59) in der Führung der Gesellschaft ergänzen.
Langendörfer kommt von der Astra Versicherung AG. Dort war er seit 2021 Vorstandsvorsitzender und verantwortete unter anderem Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung, Personal sowie das Schadenmanagement.

- Von links: Joachim Zech und Philipp Langendörfer und Martin Gräfer, Vertriebsvorstand die Bayerische (Bild: die Bayerische)
Astra-Bestands an Zahnzusatzversicherungen übernommen
Mit der Astra verbindet die Bayerische bereits eine Geschäftsbeziehung: Im November 2025 kündigte sie an, deren Bestand an Zahnzusatzversicherungen zu übernehmen, nachdem sich der Wettbewerber auf das Sachgeschäft konzentrieren wollte (24.11.2025).
Vor seinem Wechsel zur Astra war Langendörfer zwei Jahre Sales-Manager für den deutschsprachigen Raum bei der Wefox-Gruppe. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem der Ausbau der Vertriebsteams, die Einführung digitaler Tools und die Weiterentwicklung von Maklerprozessen.
Zudem war der Ökonom als Dozent für Finanzwissenschaften an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim tätig. Seine Karriere begann er bei der Ergo Deutschland AG.
BOAM-Anteil am Vertragsbestand der Bayerischen liegt bei acht Prozent
Doch wie hat sich das Geschäft entwickelt, seit die Bayerische ihren digitalen Vertrieb in der Tochtergesellschaft gebündelt hat?
„Das Geschäft über die BOAM hat sich seit der Gründung positiv entwickelt und ist inzwischen ein relevanter Bestandteil unseres digitalen Direktgeschäfts. Der Anteil der BOAM-Kundinnen und -Kunden am Gesamtbestand der Bayerischen liegt aktuell bei rund acht Prozent – mit weiter steigender Tendenz“, berichtet ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage.
Besonders sichtbar sei die Entwicklung im Kompositgeschäft. Dort werde inzwischen ein relevanter Teil des Neugeschäfts über digitale Zugangswege erzielt. „Schwerpunkte sehen wir vor allem in den Bereichen Mobilität und Krankenzusatzversicherung. Die bisherige Entwicklung entspricht damit unseren Erwartungen – in einzelnen Bereichen liegt sie sogar darüber“, so der Sprecher.
Entscheidend sei dabei nicht allein das Geschäftsvolumen. Wichtiger sei vielmehr die Frage, „ob wir über digitale Zugangswege zusätzliche Kundengruppen effizient erreichen und langfristig betreuen können“.
Ein Schwerpunkt soll bei der Krankenzusatzversicherung liegen
Nun will die Gruppe ihr digitales Geschäft über die Unternehmenstochter weiter ausbauen. Vor allem in der Krankenzusatzversicherung sehe sie Wachstumspotenzial im Onlinegeschäft. „Die BOAM soll künftig eine noch stärkere Rolle innerhalb unserer Vertriebsstrategie spielen“, so der Sprecher.
Langendörfers Aufgabe sei es, die digitalen Vertriebswege weiter auszubauen und die operativen Abläufe – von der Bestands- bis zur Schadenbearbeitung – zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Doch bedeutet das, dass andere Vertriebskanäle künftig eine geringere Rolle spielen? „Für uns geht es dabei nicht um ein Entweder-oder zwischen persönlicher Beratung und digitalen Zugangswegen. Entscheidend ist, dass Kundinnen und Kunden dort erreicht werden, wo sie ihren Versicherungsbedarf tatsächlich suchen und abschließen möchten“, so der Sprecher.
Zu einzelnen Vertriebspartnern will sich die Bayerische nicht äußern. Die BOAM sei „im Kern im Direktgeschäft unterwegs“, arbeite aber auch mit den gängigen Aggregatoren und Vergleichsplattformen zusammen. Als Beispiele nennt das Unternehmen die Check24-Gruppe und die Verivox GmbH.




