Barmenia will im situativen Versicherungsgeschäft angreifen

22.4.2016 (€) – Auch 2015 hat die Barmenia Vollversicherte verloren. Das Neugeschäft wuchs aber um mehr als sieben Prozent – und das qualitative Geschäft im Segment der Angestellten und Ärzte konnte ausgebaut werden. Insgesamt steigerte die Wuppertaler Versicherungsgruppe die Bruttobeiträge um über vier Prozent in Kranken, um über fünf Prozent in Leben und in Schaden/Unfall um über zehn Prozent.

Anders als im Vorjahr hat die Barmenia Krankenversicherung a.G. 2015 nur Versicherte, aber keine Prämie verloren. Die Zahl der Vollversicherten vermindert sich um ein halbes Prozent auf 300.750 Personen und die Zahl der Ergänzungsversicherten um 0,3 Prozent auf 901.015 Personen.

Höheres Neugeschäft

Dabei legten die Bruttobeiträge aber um 4,2 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro zu. Für das Neugeschäft wird ein Plus von sieben Prozent angegeben, wobei das qualitative Geschäft im Segment der Angestellten und Ärzte erneut ausgebaut wurde. Jeder neunte (Vorjahr: achte) Wechsler aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entscheidet sich nach Unternehmensangaben für die Barmenia.

Für Versicherungsfälle wurden mit 1,08 Milliarden Euro 1,6 Prozent mehr aufgewendet, was einer Schadenquote von 78,9 (Vorjahr: 81,7) Prozent entspricht. Durch das höhere Neugeschäft stieg die Abschlusskostenquote auf 7,7 (7,6) Prozent; die Verwaltungskostenquote blieb mit 2,3 Prozent weiter stabil. Damit verbesserte sich die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote auf 11,1 (8,4) Prozent.

Im vergangenen Jahr wurden die Rechnungs-App (VersicherungsJournal 19.10.2015) und das Kundenportal „meine-barmenia.de“ überarbeitet. Aktuell nutzten 34.000 Kunden die App, bereits 35.000 Kunden wechselten komplett in die digitale und papierlose Welt. Mit der Rechnungs-App werden Rechnungseingänge in der Regel innerhalb von 24 Stunden abgerechnet. Zurzeit würden so rund 3.000 Einreichungen pro Woche gezählt.

Leben legt zweistellig zu

Bei einer Nettoverzinsung von 3,6 (2014: 3,8) Prozent wurde aus den Kapitalanlagen von 8,62 Milliarden Euro (plus 6,2 Prozent) netto knapp 314 Millionen Euro (plus 1,0 Prozent) Gewinn erzielt. Der Rohüberschuss nach Steuern erholte sich damit auf 190,0 (154,8) Millionen Euro. Davon wurden 173,0 (139,8) Millionen Euro der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung zugeführt, die damit 505 (513) Millionen Euro erreichte.

Die Barmenia Lebensversicherung a.G. steigerte ihr Neugeschäft 2015 um fast elf Prozent auf 23,7 Millionen Euro APE. Die Bruttobeiträge erhöhten sich um 5,5 Prozent auf 210,6 Millionen Euro. Der Lebensversicherer erreichte bei einer unveränderten Nettoverzinsung von 4,3 Prozent ein Kapitalanlageergebnis von 96,5 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent).

Die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG wuchs vor allem mit dem Kraftfahrtgeschäft um insgesamt 10,9 Prozent auf 133,4 Millionen Euro. Den größten Anteil an der Gesamtbeitragseinnahme hatte mit 43,8 Prozent die Kraftfahrtversicherung, gefolgt von der Unfallversicherung mit 24,5 Prozent. Die Combined Ratio stieg auf 98,6 (92,1) Prozent.

Situativer Schutz

Die Zahlen des ersten Quartals 2016 mit einem „sehr guten Neugeschäft“ stimmten positiv, berichtete Vorstandschef Dr. Andreas Eurich in der Bilanzpressekonferenz. Er berichtete von Plänen, das Geschäft mit situativem Versicherungsschutz weiter auszubauen und sich damit neue Segmente erschließen zu wollen.

„Der Fokus, den wir im vergangenen Jahr auf die Verbindung von On- und Offline-Prozessen gelegt haben, wurde durch unsere Kunden gleichermaßen honoriert und eingefordert“, so Eurich. In Sachen Digitalisierung sei aber noch „Luft nach oben“.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 22.4.2016
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren