Welche Preisaufschläge für energieeffiziente Wohnungen verlangt werden

20.8.2026 – In den „Big 7“ liegt der Durchschnittspreis für Angebote mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der Effizienzklassen E bis H sind im Durchschnitt 1.337 Euro pro Quadratmeter günstiger. In 83 Regionen gibt es für energieeffiziente Eigentumswohnungen Preisaufschläge von mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter. Im Durchschnitt aller 400 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands liegt der Anteil an Eigentumswohnungen mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz bei 35 Prozent.

Die Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut gemeinnützige GmbH (HWWI) hat im Auftrag der Postbank – einer Niederlassung der Deutschen Bank AG analysiert, wo Mieten und wo Kaufen günstiger ist (VersicherungsJournal 21.7.2026).

Zudem haben die Experten für den „Postbank Wohnatlas 2026“ ermittelt, welcher Preisaufschlag beim Verkauf energieeffizienter Wohnungen gegenüber Immobilien mit schlechteren Effizienzklassen verlangt wird und in welchen Regionen der Anteil energieeffizienter Wohnungen besonders hoch oder niedrig ist.

Geringe Effizienz spart bis zu 1.337 Euro pro Quadratmeter

In den „Big 7“ liegt der Durchschnittspreis für Angebote mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der Effizienzklassen E bis H sind im Durchschnitt 1.337 Euro pro Quadratmeter günstiger.

In Hamburg ist der Aufschlag am höchsten. Dort liegt der Durchschnittspreis für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser bei 7.558 Euro pro Quadratmeter. Das sind rund ein Drittel beziehungsweise 1.893 Euro mehr als bei Angeboten der Klassen E bis H. Es folgt München mit einem Aufpreis von 1.720 Euro. Die geringste Differenz weist Stuttgart mit 772 Euro auf.

Größte 7 Städte: Durchschnittliche Preisaufschläge für 2025 angebotene Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse D oder besser

Stadt

Durchschnittspreis Effizienzklasse A+, A, B, C, D in Euro

Durchschnittspreis Effizienzklassen E, F, G, H in Euro

Differenz in Euro***

Anteil Angebote Effizienzklasse A+, A, B, C, D

Hamburg

7.558

5.665

1.893

38,6%

München

9.704

7.983

1.720

40,2%

Frankfurt am Main

7.089

5.490

1.599

38,4%

Köln

5.511

4.356

1.155

35,9%

Düsseldorf

5.649

4.520

1.129

33,2%

Berlin

6.327

5.235

1.092

38,4%

Stuttgart

5.141

4.370

772

26,2%

Energieeffizienz kann überall kostspielig werden

Unter den untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten liegen in 83 Regionen die durchschnittlichen Preisaufschläge für Angebote der Klassen D und besser bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Im bayerischen Landkreis Miesbach müssen Kaufinteressierte mit einem Rekord-Aufpreis von 3.133 Euro pro Quadratmeter rechnen, wenn sie eine energieeffiziente Wohnung erwerben. Unter den zehn Regionen mit den höchsten Aufschlägen liegen noch weitere fünf in Bayern.

Aus dem Norden sind die Ferienregion Schleswig-Flensburg (2.130 Euro), der Landkreis Wesermarsch (1.846 Euro) und die Stadt Emden (1.711 Euro) unter den Top Ten der Regionen mit den höchsten Aufschlägen vertreten.

In welchen Regionen Energieeffizienz den Preis kaum beeinflusst

In 66 Regionen beträgt der durchschnittliche Preisaufschlag dagegen weniger als 400 Euro pro Quadratmeter. In zwölf davon sind Angebote mit den Energieeffizienzklassen D oder besser sogar günstiger. Beispielsweise liegt im niedersächsischen Landkreis Aurich der Durchschnittspreis um 868 Euro pro Quadratmeter unter dem für Angebote der Klassen E bis H.

Auch in den Landkreisen Zwickau (Sachsen), Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittmund (Niedersachsen) ist der Kauf einer energieeffizienten Wohnung im Schnitt um einen dreistelligen Betrag pro Quadratmeter günstiger.

In den sächsischen Landkreisen Meißen und Vogtlandkreis werden energieeffiziente und weniger energieeffiziente Wohnungen durchschnittlich etwa zum gleichen Preis angeboten.

Bis zu 50 Prozent der Inserate mit Effizienzklasse D und besser

Im Durchschnitt aller 400 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands liegt der Anteil an Eigentumswohnungen mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz (Klassen A+, A, B, C und D) bei 35 Prozent.

Am höchsten ist er in den Landkreisen sowie in den sieben größten Metropolen („Big 7“) mit durchschnittlich jeweils 35,8 Prozent. Einen geringeren Anteil weisen im Durchschnitt die kreisfreien Mittelstädte mit 33,5 Prozent auf. In 62 Regionen, überwiegend in Ostdeutschland und Südbayern, beträgt der Anteil der Wohnungen mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz mindestens 42,5 Prozent.

Die zehn Großstädte mit dem höchsten Anteil an Eigentumswohnungen mit den Effizienzklassen A+, A, B, C, D* an allen Angeboten**

 Rang

Stadt***

Anteil

Kaufpreis im Durchschnitt, sehr gute bis durchschnittliche Energieeffizienz, in Euro je qm

1

Trier

49,1%

4.422

2

Jena

48,9%

4.281

3

Erlangen

47,0%

5.363

4

Rostock

46,2%

4.112

5

Chemnitz

45,4%

1.447

6

Freiburg im Breisgau

44,1%

5.982

7

Offenbach am Main

41,5%

4.522

8

Erfurt

41,4%

2.813

9

Ulm

41,2%

5.040

10

Bochum

40,7%

2.715

Den höchsten Wert verzeichnet der brandenburgische Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 54,7 Prozent. Dahinter folgen die Landkreise Plön (Schleswig-Holstein) mit einem Anteil von 53,3 Prozent, Börde (Sachsen-Anhalt) mit 52,9 Prozent sowie der Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) mit 52,0 Prozent.

Energieeffizienz ist nur ein Kriterium unter vielen

Für Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Postbank, ist Energieeffizienz aufgrund der aktuellen Entwicklungen jetzt noch wichtiger bei der Wahl einer Immobilie.

Er mahnt aber zur Vorsicht: „Doch sie darf nie das einzige Entscheidungskriterium sein. Wichtig ist dabei ein genauer Blick in Details, um Mängel und Sanierungsbedarfe beim Kauf einschätzen zu können. Dabei helfen Sachverständige.“

Potenziellen Hauskäufern hatte Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft geraten: „Einen möglichen Mittelweg bieten Häuser der Energieeffizienzklasse D. Gegenüber einem bereits sehr effizienten Gebäude fällt der Kaufpreis häufig niedriger aus, zugleich ist das technische und finanzielle Sanierungsrisiko meist besser kalkulierbar als bei Häusern der niedrigsten Effizienzklassen.“ (30.7.2026).

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