So dürfen Vermittler nicht mehr arbeiten

25.6.2009 – Der Ansatz der Verbraucherzentrale ist sicher richtig. Eine Informationsbroschüre, die den Verbraucher über Produkte informieren soll und von der behauptet wird, dass sie keine Beratung ersetzen soll.

Frage 1: Wenn dieses Heftchen ausschließlich dem Verbraucher nutzen soll, warum muss (!) dann bei der Bestellung eine Telefonnummer angegeben werden? Gab es nicht vor kurzem eine neue Bußgeldregelung zu unerlaubter Telefonwerbung? Es ist interessant, wie die Verbraucherzentrale anscheinend dieses Verbot zu umgehen versucht.

Frage 2: Wie kann die Behauptung der beratungsbefreienden Position der Broschüre aufrechterhalten werden, wenn von Rot bis Grün Empfehlungen ausgesprochen werden? „Lieber Kunde, ich berate Sie nicht, im empfehle Ihnen nur dies und das.“ Die Aussage der Verbraucherzentrale, dass man nicht beraten möchte, kann nur so verstanden werden, dass man für das, was man den Verbrauchern sagt, nicht die Haftung übernehmen möchte.

Ich halte den Ansatz der Bundesregierung für falsch, den Verbraucherzentralen mehr Macht zu geben. Berufsstanddiffamierung, Ducken vor Haftungsfragen, Kundenfang – was kommt als nächstes? Was mit der Novelle des Versicherungsvermittler-Rechtes eingedämmt werden sollte, bekommt durch die Verbraucherzentralen eine Legitimation. Jeder darf für sich die Frage stellen, was passieren würde, wenn jeder Vermittler so arbeiten dürfte wie die Verbraucherzentralen.

Carsten Ruhkamp

ruhkamp@finanzen-im-einklang.de

zum Artikel: „Ampel auf Rot für die Rürup-Rente”.

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