Preise für Wohnimmobilien steigen nur noch moderat

13.8.2026 – Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die nominalen Preise für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent, die für Einfamilienhäuser um 1,8 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern gingen die Preise dagegen um 0,9 Prozent zurück. Im Jahresvergleich liegen alle drei Marktsegmente real im Minus. Im ersten Quartal 2026 wechselten 9,3 Prozent mehr Wohnungen den Besitzer als ein Jahr zuvor. In den Großstädten und mittleren Städten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 nur noch moderat gestiegen. Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser verteuerten sich nominal, während Mehrfamilienhäuser günstiger gehandelt wurden. Inflationsbereinigt liegen dagegen alle drei Marktsegmente im Jahresvergleich im Minus.

Mehrfamilienhäuser werden günstiger

Das zeigt das jüngste Update des Greix-Kaufpreisindex (German Real Estate Index), einem Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). Der Greix-Kaufpreisindex bildet die Preisentwicklung von 25 Städten und Regionen ab.

Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die nominalen Preise für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent, die für Einfamilienhäuser um 1,8 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern gingen die Preise dagegen um 0,9 Prozent zurück (VersicherungsJournal 8.5.2026). Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 lagen Eigentumswohnungen mit 0,4 Prozent und Einfamilienhäuser mit 1,9 Prozent im Plus, Mehrfamilienhäuser mit 3,5 Prozent im Minus.

Immobilienpreise sinken im Jahresvergleich real

Inflationsbereinigt, also gemessen in aktueller Kaufkraft, fällt die Preisentwicklung deutlich schwächer aus. Gegenüber dem Vorquartal gaben Eigentumswohnungen real um 0,9 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 2,0 Prozent nach, während Einfamilienhäuser mit 0,6 Prozent real zulegten.

Jonas Zdrzalek, Projektleiter Greix, Kiel Institut für Weltwirtschaft, ordnet ein: „Nominal steigen die Preise zwar weiter, doch der Auftrieb hat sichtbar an Schwung verloren. Entscheidend ist der Blick auf die Kaufkraft: Im Jahresvergleich liegen alle drei Marktsegmente real im Minus.“

Dazu passt, dass Angebotspreise in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst werden. Dies war in der Vergangenheit ein zuverlässiger Indikator für eine nachlassende Preisdynamik. Wenn die Preisnachlässe in Inseraten im Vergleich zum Vorjahr zunehmen, fällt das jährliche Preiswachstum im darauf folgenden Quartal meist schwächer aus.

Greix 2Q 2026 (Bild: Greix)

Steigendes Transaktionsvolumen

Die Zahl der Transaktionen steigt bereits seit mehreren Quartalen. Das erste Quartal 2026 bestätigt diesen Trend: 9,3 Prozent mehr Wohnungen wechselten den Besitzer als ein Jahr zuvor. Die noch vorläufige Anzahl der Transaktionen für das zweite Quartal 2026 spricht dafür, dass sich der Zuwachs bei Eigentumswohnungen fortsetzt, allerdings in merklich langsamerem Tempo.

Auch das Transaktionsvolumen, also die Summe aller Käufe in Euro, lag mit 12,1 Prozent klar über dem Vorjahreswert. Bei Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern blieb es dagegen bei einer weitgehend unveränderten Marktaktivität. Hier lagen Verkaufszahlen und Volumen jeweils leicht unter dem Vorjahr.

Preise für Eigentumswohnungen entwickeln sich unterschiedlich

In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich (10.11.2025). Den stärksten Zuwachs verzeichnete Düsseldorf mit einem Plus von 1,2 Prozent, die Stadt hat Leipzig als Spitzenreiter abgelöst. In Köln und Leipzig blieben die Preise mit plus beziehungsweise minus 0,1 Prozent nahezu unverändert.

Leichte Rückgänge verzeichnete Berlin (-0,3 Prozent), während sie in Frankfurt (-1,4 Prozent) und Stuttgart (-1,9 Prozent) deutlicher ausfielen. Für Hamburg und München lagen für das erste Quartal 2026 noch keine aktuellen Werte vor.

Auch außerhalb der acht größten Städte zeigte sich kein einheitlicher Trend. In Bonn stiegen die Preise für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorquartal um 2,8 Prozent, in Münster um 2,1 Prozent und in Dortmund um 1,9 Prozent. In Bochum lagen sie 0,5 Prozent unter dem Vorquartalswert.

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