17.7.2026 – Bei den 18- bis 35-Jährigen verlassen sich 41 Prozent der Frauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente. 28 Prozent sorgen zusätzlich freiwillig privat vor, gegenüber 38 Prozent der jungen Männer. Besonders belastend empfinden beide Geschlechter die steigenden Lebenshaltungskosten und die hohen Wohnkosten. Nur 22 Prozent der befragten jungen Frauen sehen die Interessen ihrer Generation in der Rentenpolitik ausreichend berücksichtigt. Während sich 47 Prozent der jungen Männer vorstellen können, länger zu arbeiten, gilt das nur für 30 Prozent der jungen Frauen.
Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland empfinden das Thema Altersvorsorge als kompliziert. (VersicherungsJournal 26.2.2026). Dagegen wirkt Beratung: 59 Prozent derer, die sich beraten lassen, schließen danach auch ein Vorsorgeprodukt ab. (5.11.2025) Eine Zielgruppe mit erheblichem Nachholbedarf sind junge Frauen zwischen 18 und 35 Jahren.
Frauen erwarten einen sinkenden Lebensstandard im Alter
Bei den 18- bis 35-Jährigen verlassen sich 41 Prozent der Frauen ausschließlich auf die gesetzliche Rente, bei den Männern sind es nur 28 Prozent. Gleichzeitig sorgen 28 Prozent der jungen Frauen zusätzlich freiwillig privat vor, gegenüber 38 Prozent der jungen Männer. Fast jede Fünfte (17 Prozent) wusste nicht, ob sie privat vorsorgt, oder machte keine Angaben.

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Unwissender oder verunsicherter zeigten sich junge Frauen im Vergleich zu Männern auch bei den meisten anderen Fragen der „Rentner-Studie 2026“ der HDI Versicherungen zum Themenschwerpunkt „Frauen und Altersvorsorge“.
„Glauben Sie, dass Sie nach Eintritt in den Ruhestand ihren Lebensstandard beibehalten können?“ 22 Prozent der jungen Frauen wussten es nicht oder gaben keine Auskunft. Bei den jungen Männern waren es nur elf Prozent. 34 Prozent der Frauen beantworteten die Frage zwar mit „Ja“; beim anderen Geschlecht waren es allerdings 60 Prozent.

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Gegenwärtige finanzielle Sorgen stehen im Vordergrund
Lediglich vier Prozent der jungen Frauen gaben an, derzeit keine finanziellen Sorgen zu haben; bei den jungen Männern sind es hingegen zehn Prozent. Besonders belastend empfinden beide Geschlechter die steigenden Lebenshaltungskosten und die hohen Wohnkosten, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.
Für 58 Prozent der jungen Frauen zählen steigende Lebenshaltungskosten zu den größten finanziellen Sorgen (junge Männer: 43 Prozent). 40 Prozent sehen in steigenden Wohnkosten eine Belastung (junge Männer: 32 Prozent). Auch ihre wirtschaftlichen Perspektiven bewerten junge Frauen deutlich kritischer.
Nur 16 Prozent halten die wirtschaftliche Lage der jungen Generation für sehr gut bis gut, 43 Prozent hingegen für eher schlecht bis schlecht. Die Situation der heutigen Rentnergeneration wird dagegen deutlich positiver eingeschätzt (29 Prozent gut, 33 Prozent schlecht).
Misstrauen gegenüber der Politik
Nur 22 Prozent der befragten jungen Frauen sehen die Interessen ihrer Generation in der Rentenpolitik ausreichend berücksichtigt, während 66 Prozent diese Einschätzung ausdrücklich verneinen. Gleichzeitig erwarten viele, künftig stärker privat vorsorgen zu müssen, und haben den Eindruck, dass ihrer Generation zu viel zugemutet wird.
Darüber hinaus zeigen sich deutliche Unterschiede im Vorsorgeverhalten. Junge Frauen setzen häufiger auf Sparkonten oder Bargeld (42 Prozent gegenüber 33 Prozent der jungen Männer) und investieren seltener in Wertpapiere (38 Prozent gegenüber 48 Prozent) oder Kryptowährungen (9 Prozent gegenüber 21 Prozent).
Holm Diez, Mitglied des Vorstands der HDI Deutschland AG und verantwortlich für das Ressort Leben & Bancassurance, ordnet ein: „Junge Frauen sind sich über die Herausforderungen ihrer Altersvorsorge sehr bewusst. Gleichzeitig fühlen sich viele mit ihren Sorgen und Erwartungen nicht ausreichend gehört.“
Jede zweite Frau lehnt späteren Renteneintritt ab
Längeres Arbeiten ist für Frauen seltener eine Option. Während sich 47 Prozent der jungen Männer vorstellen können, länger zu arbeiten, gilt das nur für 30 Prozent der jungen Frauen. Jede zweite junge Frau (50 Prozent) lehnt dies ab, weitere 19 Prozent sind unentschlossen oder wollen keine Angaben machen (junge Männer: zehn Prozent).
Holm Diez meint: „Dass junge Frauen längeres Arbeiten deutlich zurückhaltender bewerten als junge Männer, ist für mich nicht überraschend. Frauen tragen in der Regel die Hauptlast der Care-Arbeit – in jungen Jahren kümmern sie sich um den Nachwuchs und später pflegen sie Angehörige. Wer längeres Arbeiten fordert, darf dabei die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern nicht außer Acht lassen.“
Die Aufgabe der Versicherer sei es, Frauen Vorsorgelösungen anzubieten, die zu ihrem Leben passen: flexibel, verständlich und auf eine auskömmliche Altersrente ausgerichtet. „Es braucht individuelle Produktlösungen, die sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen. Kompetente Beraterinnen und Berater unterstützen Frauen bei der Wahl der passenden Vorsorgelösungen.“




