22.7.2026 – 70 Prozent der Eltern legen für ihren Nachwuchs regelmäßig Geld zurück, 15 Prozent unregelmäßig. Bei 24 Prozent sind es zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr, bei 18 Prozent 1.500 Euro oder mehr. Über ein Drittel hat dabei kein konkretes Sparziel. An die Altersvorsorge ihrer Kinder denken nur 13 Prozent. Dies könnte sich durch die Frühstart-Rente ändern. Als wichtigsten Aspekt, um beim Sparen erfolgreich zu sein, nennen fast alle befragten Eltern Disziplin sowie Finanzwissen und ausreichend finanzielle Mittel. 85 Prozent sind der Meinung, dass Schulabgänger über Versicherungen Bescheid wissen sollten.
Die Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH hat im Auftrag der Union Investment Management GmbH über 1.000 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren speziell nach ihrem Sparverhalten für den Nachwuchs befragt. Danach legen 70 Prozent regelmäßig Geld zurück. 15 Prozent sparen unregelmäßig. Nur 13 Prozent sparen gar nicht.
Frühstartrente könnte das Sparmotiv „Altersvorsorge“ stärken
24 Prozent legen zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr für ihre Kinder zurück. 18 Prozent gelingt es sogar, jährlich 1.500 Euro oder mehr zu sparen. Bei 17 Prozent sind es höchstens 300 Euro jährlich. Unterschiede zwischen Vätern und Müttern gibt es kaum. Über ein Drittel hat dabei kein konkretes Ziel. Der Rest hat klare Vorstellungen.
An erster Stelle steht mit 45 Prozent der Führerschein, dicht gefolgt von Ausbildung oder Studium mit 43 Prozent. Ein eigenes Auto ist für 24 Prozent der Befragten ein wichtiges Sparziel für den Nachwuchs. Lediglich 13 Prozent denken frühzeitig an die Altersvorsorge ihrer Kinder.
„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Eltern konkret für die Zukunft ihrer Kinder sparen, auch wenn die wenigsten bisher an die Altersvorsorge für das eigene Kind denken. Das könnte sich möglicherweise durch die im aktuellen Eckpunktepapier des Finanzministeriums geplante Frühstartrente ändern“, kommentierte Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.
Ausbaufähiges Finanzwissen bei VL und Versicherungen
Bei der im Mai durchgeführten Umfrage gaben nur 30 Prozent an, etwas über die Frühstartrente gehört oder gelesen zu haben. 68 Prozent war die geplante staatliche Förderung gänzlich unbekannt. Falls ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden soll, würden 48 Prozent es online im Internet tun. Fast ebenso viele (42 Prozent) würden einen Weg mit persönlicher Beratung wählen.
Die Selbstständigkeit basiert dabei nur teilweise auf eigenem Wissen. Zwar schätzt insgesamt knapp ein Drittel der befragten Eltern es als sehr gut oder gut ein (29 Prozent). Gleichzeitig halten es aber ähnlich viele nur für ausreichend, mangelhaft oder gar ungenügend (27 Prozent). Befragt nach einzelnen Themen rund um Geld und Finanzen sind sich die meisten beim Alltäglichen am sichersten.
Beim Verwalten der Einnahmen und Ausgaben für den eigenen Haushalt geben sich 85 Prozent die Schulnote eins oder zwei. Beim Thema Zinsen meint mehr als die Hälfte, sich sehr gut oder gut auszukennen. Weniger gut informiert fühlen sie sich rund um die Themen Vermögenswirksame Leistungen, Versicherungen oder die Definition von Rendite, jeweils 36 Prozent Note eins oder zwei.
Erfolgsrezepte beim Sparen: Disziplin, Wissen und genügend Geld
Als wichtigsten Aspekt, um beim Sparen erfolgreich zu sein, nennen fast alle befragten Eltern Disziplin (94 Prozent) sowie Finanzwissen und ausreichend finanzielle Mittel (jeweils 91 Prozent). 81 Prozent sind der Meinung, dass es hilfreich ist, dies in der Familie gelernt zu haben. So betrachten es 90 Prozent als familiäre Aufgabe, Finanzwissen zu vermitteln.
Allerdings geben nur 29 Prozent der befragten Eltern an, von ihren eigenen Eltern gut oder sehr gut mit Finanzwissen versorgt worden zu sein. Viele haben von ihren Eltern nur Ratschläge wie „Kleinvieh macht auch Mist“ (58 Prozent) und „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ (57 Prozent) mit auf ihren Lebensweg bekommen.
Die Spitzenreiter unter den aktuellen Ratschlägen, um erfolgreich zu sparen: „Nicht alles auf eine Karte setzen“ (78 Prozent) und „Investiere nie in etwas, das du nicht verstehst“ (74 Prozent). „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ empfehlen 15 Prozent ihren Kindern. Vor allem Väter finden diesen Spruch richtig (21 Prozent).
Über Geld und Versicherungen spricht man
Was sollten Kinder rund um das Thema „Geld und Geldanlagen“ spätestens dann wissen, wenn sie die Schule verlassen? 92 Prozent der Eltern erwarten, dass die eigenen Ausgaben und Einnahmen überblickt werden. Über das Girokonto Bescheid zu wissen, halten 89 Prozent für wichtig. Mit 85 Prozent knapp dahinter folgt der Themenbereich Versicherungen.
Anlässe mit ihren Kindern über Geld zu sprechen, finden die meisten beim Einkaufen (92 Prozent) und wenn es um das Taschengeld (74 Prozent) sowie größere Ausgaben (67 Prozent) geht. Deutlich seltener wird darüber gesprochen, Geld anzulegen (43 Prozent). Insgesamt sprechen aber fast alle befragten Eltern (89 Prozent) mit ihren Kindern über Geld.






