Dies sind die häufigsten Ursachen für Erwerbsminderungsrenten

26.8.2026 – Im vergangenen Jahr waren psychische Störungen erneut die Hauptursache beim Rentenzugang wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, und zwar unabhängig vom Geschlecht. Bei Männern war hier der Anteil deutlich kleiner, dafür aber bei den neurologischen, pulmologischen und kardiologischen Krankheiten sowie den Abhängigkeitserkrankungen deutlich größer als bei den Frauen. Dies geht aus aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor.

Fast 176.000 Personen haben im vergangenen Jahr erstmals eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erhalten. Dies geht aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hervor.

Dies entspricht einem Zuwachs im Vergleich zu 2024 von etwa 2,5 Prozent – auf einen neuen Zwölfjahres-Höchstwert. Letztmalig 2013 wurden mehr neue Erwerbsminderungsrentner gezählt. Der Höchststand auf 16-Jahressicht wurde im Jahr 2010 mit fast 183.000 erreicht. 2019 waren es hingegen nur etwas mehr als 161.500 Fälle.

Entwicklung (Bild: Wichert)

Häufigste Ursache: psychische Erkrankungen

Mit Abstand häufigste Ursache sind den DRV-Zahlen zufolge nach einer erneuten Zunahme (auf über 72.300 Fälle) psychische Erkrankungen (Indikationsgruppe Psychosomatik und Psychotherapie). Dazu zählen unter anderem Depressionen, Angststörungen, Burnout-Syndrom und Persönlichkeitsstörungen.

Auf deren Konto gingen mehr als vier von zehn Rentenzugängen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Zählt man auch noch die weiter an dritter Stelle liegenden Nervenerkrankungen (Neurologie; knapp 23.700 Fälle) hinzu, ist es sogar mehr als die Hälfte.

Auch in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) liegen psychische Krankheiten (zusammengerechnet mit Nervenkrankheiten) an erster Stelle der Ursachen. Alleine gesehen liegt der Anteil mit einem knappen Drittel allerdings deutlich niedriger (6.5.2026) als bei den gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten.

Weitere häufige Indikationsgruppen

An unverändert zweiter Position rangieren Neubildungen (Krebs; Indikationsgruppe Hämatologie und Onkologie). Darauf ging nach einer leichten Steigerung (auf rund 24.450) zuletzt ebenfalls fast jede siebte neue Erwerbsminderungsrente zurück.

In jedem neunten Fall war die Indikationsgruppe Orthopädie die Ursache. Dahinter folgen Auf Erkrankungen des Atmungssystems (Pulmologie), kardiologisch bedingte Krankheiten beziehungsweise Abhängigkeitserkrankungen mit Anteilen zwischen knapp vier und fast drei Prozent.

Ursachen 2024/2025 (Bild: Wichert)

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Aufgeschlüsselt nach Geschlecht zeigen sich einige zum Teil gravierende Unterschiede. So lagen psychische Störungen zwar bei Frauen wie auch bei Männern an erster Stelle. Allerdings war bei Letzteren der Anteil mit nicht einmal einem Drittel deutlich unterdurchschnittlich ausgeprägt. Bei den Damen war es hingegen fast die Hälfte.

Zweit- und dritthäufigste Ursache bei den Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts waren Neubildungen sowie Nervenkrankheiten. Bei den Herren war die Reihenfolge umgekehrt, wobei neurologische Erkrankungen anteilsmäßig ein Drittel häufiger vorkamen als bei den Damen.

Ursachen Männer/Frauen (Bild: Wichert)

Jeweils mehr als dreimal höher war bei den Männern der Anteil von pulmologischen und Abhängigkeitserkrankungen, immerhin noch um zwei Drittel höher der Anteil der Herzerkrankungen.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der Ausgabe vom 26.8.2026
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren