1.6.2026 – Das Risiko, die eigene Arbeitskraft zu verlieren, wird den Menschen hierzulande zunehmend bewusst. Doch die entsprechende Absicherung ist bislang nur gering verbreitet. Neben dem Königsweg BU-Versicherung bieten die meisten Anbieter hierfür weitere Wahlmöglichkeiten, die für manche Kunden interessanter erscheinen. Welche Produkte das sind, zeigt eine Umfrage unter 25 Anbietern für das VersicherungsJournal-Extrablatt 2|2026.
„Die Menschen unterschätzen das persönliche Risiko, ihre Arbeitskraft und damit ihr Einkommen zu verlieren“, sagt Dr. Alexander Becker, Pressesprecher der Ergo Lebensversicherung AG.
Und Ines Jochum, Pressesprecherin der Barmeniagothaer-Gruppe, ergänzt: „Aus unserer Sicht ist das größte Hindernis, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der statistischen Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit und der persönlichen Einschätzung der Kunden.“
„Viele glauben, Berufsunfähigkeit treffe nur körperlich arbeitende Menschen, wie beispielsweise Dachdecker“, so Jochum weiter. „Problematisch ist auch, dass der Arbeitskraftschutz keinen Sachwert wie ein Auto oder ein Haus absichert, sondern ein abstraktes Risiko abdeckt.“
Nur wenige Verbraucher haben sich abgesichert
Wie sich diese Probleme auswirken, zeigt die Statistik. Nur knapp 27 Prozent aller privaten Haushalte hatten 2023 eine BU-Versicherung abgeschlossen. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. in diesem Jahr auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes für 60.000 Haushalte ermittelt (VersicherungsJournal 8.4.2026). Die genauere Auswertung der Daten zeigt, dass die Quote bei höheren Einkommen deutlich ansteigt.
Das unterstreicht auch eine Studie der Beratungsgesellschaft Sirius Campus GmbH, für die 2025 insgesamt 10.900 Personen befragt wurden. Damit ist dies eine repräsentative Stichprobe für die 50,1 Millionen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren hierzulande, die in ihren Haushalten über Versicherungen mitentscheiden.
In der Einkommensgruppe ab 3.500 Euro pro Monat lag die personenbezogene BU-Quote bei 30,6 Prozent, während die Analysten insgesamt nur eine Quote von mehr als mageren 21,1 Prozent ermittelten. Eine der wichtigsten Vorsorgepolicen erreicht die Kunden somit kaum. Auf der anderen Seite könnte der Vertrieb hier ein großes Potenzial heben.
BU-Versicherung ist für 38 Prozent „zu teuer“
In der Studie „Angst und Finanzen“, die das Beratungsunternehmen Heute und Morgen GmbH 2025 erstellt hat, gaben 33 Prozent der Erwerbstätigen in Voll- und Teilzeit an, einen BU-Vertrag zu besitzen.
Die Studie dürfte mit nur 775 Befragten zwar wenig repräsentativ sein. Jedoch ist interessant, dass 38 Prozent der Befragten sagten, dass sie auf diesen Schutz bewusst verzichten, weil er ihnen zu teuer ist.
Hierzu folgt ein Rechenbeispiel anhand des Tarifs „Berufsunfähigkeitsschutz“ der Canada Life Assurance Europe plc, Niederlassung für Deutschland. Dieser – von der Morgen & Morgen GmbH mit der höchsten Leistungsbewertung (fünf Sterne) ausgezeichnete – Tarif ist zwar nur der zweitgünstigste im Rating. Aber er hat den Vorteil, dass der Bruttobeitrag dem Nettobeitrag entspricht; es gibt also keine Brutto-Netto-Spreizung.
Musterrechnung relativiert subjektiven Eindruck
Nach einer aktuellen Auswertung der Ratingagentur zahlt ein 35 Jahre alter Dachdeckermeister für eine versicherte BU-Rente von 2.500 Euro bis zum 67. Lebensjahr aktuell 248,06 Euro pro Monat. Bei einer fiktiven Berufsunfähigkeit nach 15 Jahren hat der Kunde für den Schutz 44.651 Euro bezahlt.
Allein bei der anfänglich vereinbarten – aber in der Regel viel höher nachversicherten – Monatsrente (2.500 Euro) würde die Assekuranz bei anhaltender Berufsunfähigkeit insgesamt 510.000 Euro auszahlen. Mit solchen Musterrechnungen könnte der subjektive Eindruck von einer „teuren“ Prämie wohl deutlich relativiert werden. Mit anderen Worten: Es wird ein mächtiger Schutz eingekauft.
Darauf verweist auch Swetlana Granatella, Pressesprecherin der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG. Sie rechnet vor: „Bei einem Jahresbrutto von 52.000 Euro – dem Durchschnitt des Jahres 2024 – und einer durchschnittlichen Lebensarbeitszeit von 39 Jahren beträgt der Wert der Arbeitskraft etwa zwei Millionen Euro.“
Risiko Berufsunfähigkeit ist vielen nicht bewusst
Problematisch ist weiterhin die geringe Risikowahrnehmung. In der Befragung von Heute und Morgen verzichten 28 Prozent bewusst auf den BU-Schutz, weil sie es für unwahrscheinlich halten, berufsunfähig zu werden.
„Gleichzeitig liegt die Sorge vor Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall in unserer Studie mit 18 Prozent auf einem eher niedrigen Niveau“, erläutert Dr. Michaela Brocke, Geschäftsführerin der Beratungsgesellschaft.
In einer etwas älteren Untersuchung weist die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. klar nach, dass die Aussage „Jeder Vierte wird berufsunfähig“ – trotz stark veränderter Arbeitswelt – der Realität entspricht. Dort heißt es: „Die Berufsunfähigkeit ist ein vielfach unterschätztes Risiko, das auch in Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse nicht geringer wird. Vielmehr verschieben sich mit den neuen Arbeitsbedingungen nur die Gründe für die Berufsunfähigkeit.“
Junge Menschen als Zielgruppe für BU-Policen
Unklar bleibt, ob vermögende Menschen keine BU abschließen, weil sie sich auf ihr Kapital verlassen. Dazu gibt es keine belastbaren Daten. Ihnen könnte man aber auf jeden Fall entgegenhalten, dass sie – siehe Musterrechnung – ihre Erben mehr oder weniger leer ausgehen lassen, wenn sie ohne den wichtigen Arbeitskraftschutz bleiben.
„Besonders gefragt ist die Berufsunfähigkeitsversicherung bei jungen Kunden – etwa bei Schülern, Auszubildenden, Studierenden sowie Berufseinsteigern“, erläutert Nicola Flügemann, Pressesprecherin der LVM Lebensversicherungs-AG.
Doch trotz dieser guten Nachfrage der jungen Zielgruppe muss der Ausschließlichkeitsversicherer im reinen Neugeschäft einen Rückgang hinnehmen. Grund sei die geringe Geburtenrate.
Befragte geben ihr Geld lieber für anderes aus

- Matthias Hofer (Bild: Continentale)
„Der Bevölkerung ist zunehmend bewusst, dass die Absicherung der eigenen Arbeitskraft existenziell notwendig ist, hat unsere Studie ‚Absicherung der Arbeitskraft – (K)ein Thema in der Bevölkerung‘ bestätigt“, sagt Dr. Matthias Hofer, Vorstand der Continentale Lebensversicherung AG. Besonders die 18- bis 29-Jährigen, also die Generation Z, halte diese Vorsorge für wichtig.
„Dennoch handeln die Menschen überwiegend nicht danach“, so Hofer. „Fast die Hälfte der Befragten will ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben.“ Neben rein finanziellen Gründen würden aber auch mangelnde Kenntnisse dem Abschluss einer BU-Versicherung im Weg stehen.
„So geben 42 Prozent der Befragten ohne Versicherungsschutz an, sie hätten sich zum Thema Arbeitskraftabsicherung bisher noch nicht informiert.“ Das gelte mit einem Anteil von 57 Prozent vermehrt für 18- bis 29-Jährige, berichtet Hofer.
„Aufschiebende“ Nachfrage in der jungen Zielgruppe
Nach Erkenntnis von Julia Kühnemuth, Pressesprecherin der Hansemerkur Lebensversicherung AG, wird die Notwendigkeit eines Arbeitskraftschutzes erst dann erkannt, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis erste Fälle von Berufsunfähigkeit auftreten.
Auch die Canada Life sieht eine „aufschiebende“ Nachfrage in der jungen Zielgruppe. „Gerade junge Menschen scheuen sich vor den Kosten. Sie priorisieren andere Ausgaben“, sagt Natascha Brandenburg, Business Consultant Protection Solutions bei dem Versicherer. „Das Aufschieben hat dann zur Folge, dass es oft zu Vorerkrankungen kommt oder der Beitrag zu teuer wird.“

- Natascha Brandenburg (Bild: Canada Life)
In jeder dieser Situationen komme der Vermittlerschaft eine wichtige Rolle zu. Sie würde deutlich machen, wie wichtig Arbeitskraftabsicherung ist. „Und Vermittler helfen, am Ball zu bleiben, passende Lösungen zu finden und den wichtigen Schutz unter Dach und Fach zu bringen“, so Brandenburger.
Probleme sorgen für negative Entwicklung
Viele Assekuranzen sehen aber das Dilemma der fehlenden Abschlüsse in der negativen Entwicklung am Markt, sozusagen als hausgemachtes Problem. So hat es in den vergangenen 20 Jahren einen massiven Preiswettbewerb gegeben.
„Dieser führte dazu, dass risikoärmere Berufe günstiger und risikoreichere Berufe teurer wurden“, erläutert Frank Senger, Pressesprecher der R+V Lebensversicherung AG.
In der Regel wären aber die Gehälter der risikoreicheren Berufe geringer, so dass sich diese Gruppe eine passende BU-Absicherung oft kaum leisten kann. Senger: „Aus unserer genossenschaftlichen Sicht ist dies ein Dilemma.“
Geringe Marktdurchdringung der Grundfähigkeitsversicherung
Die alternative Produktlösung Grundfähigkeitsversicherung (GF) habe nach Einschätzung der Assekuranz bislang noch eine geringe Durchdringung im Markt.
Gleichzeitig sei – auch wenn viele das Gegenteil behaupten – der BU-Schutz „keinesfalls ein Produkt für die breite Masse“, wie Hanni Tokgözoglu, Pressesprecherin der HDI Lebensversicherung AG, feststellt.
„Für einige Berufe mit erhöhtem Risikoprofil ist der Zugang zu einer BU nahezu ausgeschlossen.“ Aus diesem Umstand heraus hätten sich Alternativen wie Grundfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- (EU-) sowie Dread-Disease-Versicherungen entwickelt. Tokgözoglu: „Die passende Lösung zu finden, erfordert eine fundierte und kompetente Beratung.“
Vermittler müssen die BU-Alternative GF „sauber“ erläutern
Sehr kritisch betrachtet aber Continentale-Vorstand Hofer den Lösungsvorschlag GF. „Wir setzen auf die EU-, als Alternative zur BU-Versicherung. Sie deckt im Gegensatz zur Grundfähigkeitsversicherung tatsächlich den Verlust der Arbeitskraft ab.“
Eine echte Arbeitskraftabsicherung solle den Verlust der Fähigkeit absichern, mit der eigenen Arbeitskraft ein laufendes Einkommen zu erzielen. Das meint, entweder den bisherigen Beruf ausüben oder grundsätzlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.
Hofer: „Wer die Grundfähigkeitsversicherung bei einer Beratung zur Absicherung für den Arbeitskraftverlust als Alternative zu einer BU-Versicherung darstellt, bewegt sich schnell in einer Grauzone und riskiert Falschberatung, wenn Unterschiede nicht sauber dokumentiert sind.“
Psychische Erkrankungen heute häufigster BU-Grund
Für das Problem, dass psychische Erkrankungen heute der häufigste Grund einer Berufsunfähigkeit geworden sind und daher psychische Vorerkrankungen den Abschluss einer BU sehr erschweren, hat die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. eine Lösung parat. „Mit unserer Psyche-Klausel haben wir Akzente gesetzt und BU-Schutz ist bei uns somit auch mit psychischen Vorerkrankungen möglich“, verspricht Vertriebsleiter Christian Häsch.
Das VersicherungsJournal Extrablatt hat rund 30 große und kleine Lebensversicherer nach der aktuellen Entwicklung und Problemen beim Vertrieb von Arbeitskraftschutz befragt. Der Rücklauf war überwältigend.
Allein die Allianz Lebensversicherungs-AG und die Münchener Verein Lebensversicherung AG gaben kein oder nur ein sehr begrenztes Feedback. Während der Münchener Verein gar keine Stellung nehmen wollte, fiel die Antwort der Allianz ebenfalls mehr als dünn aus.
Markt der BU-Versicherer in Deutschland ist zersplittert
So bietet der Marktführer neben Berufsunfähigkeitsversicherungen mit der „KörperSchutzPolice“ auch eine GF- an, während keine EU-Versicherung vertrieben wird. „Grundsätzlich ist und bleibt Biometrie für die Allianz Leben ein Wachstumsgeschäft“, schreibt Pressesprecherin Julia Göbel-Wild.
Weiter möchte man sich aber nicht in die Karten schauen lassen und stellt keine Auswertungen zur Verfügung – im deutlichen Gegensatz zum Rest des Marktes. Möglich, dass das „Wachstumsgeschäft“ dann doch nicht ganz so gut läuft.
Laut dem „Sirius Campus Kundenmonitor Assekuranz 2025“ ist die Allianz in der BU-Sparte mit 23,2 Prozent deutlicher Marktführer. Auf den Rängen folgen mit klarem Abstand große Mitbewerber wie Generali Deutschland Lebensversicherung AG, Ergo und R+V. Der Markt ist aber sehr zersplittert.
Stagnierende Nachfrage in der Arbeitskraftabsicherung

- Jens Göhner (Bild: Stuttgarter)
„Im Markt beobachten wir seit Jahren eine eher stagnierende Nachfrage ohne nennenswerten Zuwachs“, sagt Jens Göhner, Leiter Produktmanagement bei der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. Hierüber wundert sich der Experte, da die private BU doch seit langem sowohl von der Deutschen Rentenversicherung Bund als auch von Verbraucherverbänden als elementaren Baustein der Einkommensabsicherung „beworben“ wird.
„Bei uns verzeichnen wir hingegen eine deutlich positivere Entwicklung“, so der Manager. Dank eines abgestimmten Maßnahmenpakets aus Pricing, Produktqualität und optimierten Prozessen sei das BU-Geschäft seit 2025 spürbar gewachsen. Diese Entwicklung setzt sich 2026 fort.
Tatsächlich scheint der Markt zwiegespalten. Denn bei vielen Anbietern wachsen die Bäume beim Neugeschäft nicht in den Himmel. Viele Assekuranzen melden eine „stabile“ Nachfrage.
Steigende Absatzzahlen an Policen und im Neubeitrag
Mehrere verzeichnen aber auch einen positiven Trend. „Wir sahen in den letzten Jahren im Bereich des Arbeitskraftschutzes steigende Absatzzahlen an Policen und auch im Neubeitrag“, betont R+V-Sprecher Senger. Zu den Gewinnern gehören daneben auch
- Canada Life,
- Axa Lebensversicherung AG,
- Continentale,
- Dialog Lebensversicherungs-AG,
- Gothaer Lebensversicherung AG,
- HDI,
- Lebensversicherung von 1871 a.G. München,
- Universa Lebensversicherung a.G.,
- Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. und
- Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG.
Laut Stuttgarter-Experte Göhner würde die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung von Vermittlern in vielen Fällen immer noch als „Allheilmittel“ empfohlen – auch bei Kunden mit erhöhten Berufsrisiken.
Das hat zur Folge, dass diese dann entweder mit hohen Prämien konfrontiert sind oder nur eine zu niedrige und damit keine bedarfsgerechte Absicherung innerhalb ihres Vorsorgebudgets realisieren können. Göhner: „Wichtig ist deshalb ein ergebnisoffenes Beratungsgespräch.“ Neben einer BU müssten zwingend alternative Vorsorgeprodukte für den Arbeitskraftschutz berücksichtigt werden.
Breites Policen-Angebot zur Arbeitskraftabsicherung
Von den 23 teilnehmenden Gesellschaften bieten 13 neben dem BU-Schutz nur GF-Verträge an. Drei Lebensversicherer vertreiben noch ganz klassisch nur eine BU-Absicherung und fünf Assekuranzen bieten zum BU-Schutz auch eine EU-Police an. Allein die Zurich und der Volkswohl Bund sind so breit aufgestellt, dass sie neben dem BU-Schutz auch GF- und EU-Policen im Portfolio haben.
| Anbieter | Angebot | Neugeschäftsanteile | Durchschnittliche SBU-Rentenhöhe |
|---|---|---|---|
| Reihenfolge: alphabetisch nach Anbieternamen; Quelle: Angaben der Anbieter | |||
| Alte Leipziger | BU, GF, EU nur in der bAV | BU: 90 %; GF: 10 %; EU: „minimal“ | 1.500 Euro/Monat |
| BU, EU | EU: „geringer Anteil“ | keine Angabe | |
| BU, GF | BU: 70 %; GF: 30 % | 78 % mehr als 1.500; 66 % mehr als 2.000 Euro/Monat | |
| Canada Life | BU, GF | BU: 86 %; GF: 14 % | 1.796 Euro/Monat |
| Continental | BU, EU | BU: mehr als 95 %; EU: unter 5 % | 1.500 Euro/Monat |
| Dialo | BU, EU | BU: 98 %; EU: 2 % | 1.425,66 Euro/Monat |
| Ergo | BU, GF | BU: „wichtigste Säule“ | keine Angabe |
| Gothaer | BU, GF | BU: „dominiert das Neugeschäft“ | 1.700 Euro/Monat |
| BU, GF | BU: „überwiegender Anteil“ | 1.500 Euro/Monat | |
| Hansemerkur | BU | BU: 100 % | 1.300 Euro/Monat |
| HDI | BU, GF | BU: „deutlich am höchsten“ | keine Angabe |
| BU, EU | BU: 70 %; EU: 30 % | 1.321 Euro/Monat | |
| LV 1871 | BU | BU: 100 % | keine Angabe |
| LVM | BU, EU | BU: „dominiert eindeutig“ | 1.000 Euro/Monat |
| BU, GF, Dread-Disease | BU: „dominiert“ | keine Angabe | |
| R+V | BU, GF | BU: 90 %; GF: 10 % | 1.100 Euro/Monat |
| BU, GF | BU: 90 %; GF: 10 % | 1.150 Euro/Monat | |
| Stuttgarter | BU, GF | BU: „steht im Fokus“ | 1.400 Euro/Monat |
| BU, GF | BU: 75 %; GF: 25 % | 1.250 Euro/Monat | |
| Universa | BU | BU: 100 % | 1.493,33 Euro/Monat |
| Volkswohl Bund | BU, GF, EU | BU: 80 %; GF und EU: 20 % | 1.617 Euro/Monat |
| BU, GF | BU: „überwiegt“ | keine Angabe | |
| Zurich | BU, GF, EU | BU: „mit Abstand größter Anteil“; EU: „untergeordnete Rolle“ | 1.140 Euro/Monat |
Ganz eindeutig spielt aber die EU-Absicherung kaum noch eine Rolle im Vertrieb. Allein die Inter nennt noch einen Anteil von 30 Prozent. Der Vertrieb ist weiterhin geprägt vom Königsweg, dem BU-Schutz.
Immerhin liegt der Anteil der GF-Verträge bei der Baloise schon bei 30 Prozent und bei der Swiss Life immerhin bei 25 Prozent. Viele haben hingegen nur einen GF-Anteil von zehn Prozent.
Ranking nach durchschnittlicher SBU-Rentenhöhe
Mit 1.796 Euro weist die Canada Life die höchste durchschnittliche Rentenhöhe für die selbstständige BU aus. Auf den Rängen folgen die Gothaer (1.700 Euro) und der Volkswohl Bund (1.617 Euro). Einige weitere Versicherer nennen einen Rentenschnitt von 1.500 Euro (Alte Leipziger, Continentale, Hannoversche).
Doch es gibt auch viele Assekuranzen, die deutlich tiefer liegen. Insgesamt kann man wohl ohne große Rechenkünste feststellen, dass die Deutschen sich nicht ausreichend hoch absichern.
Dabei betonen einige Versicherer, wie beispielsweise die Axa und die Signal Iduna, dass sie auch Beamte versichern und sich das deutlich auf die Rentenhöhe auswirkt. So sei diese Zielgruppe bereits durch ihren Dienstherrn vergleichsweise hoch abgesichert und benötige daher im Vergleich zu Angestellten nur eine geringere private Absicherung.
Indikator für das tatsächliche Absicherungsniveau
Kritisch nimmt auch der HDI zur Frage nach der durchschnittlichen Rentenhöhe Stellung. So sei die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vereinbarte BU-Rente kein belastbarer Indikator für das tatsächliche Absicherungsniveau des eigenen Bestandes.
Grund hierfür seien Nachversicherungsgarantien, die immer mehr an Bedeutung gewännen. Leider teilt der HDI nicht mit, welche durchschnittliche Höhe die Rente im Bestand nach beispielsweise zehnjähriger Laufzeit erreicht.
Der Vergleich zwischen den Höhen der Abschluss- und der Bestandsrente nach beispielsweise zehn Jahren könnte auch für Vermittler von Interesse sein. So könnten sie objektiv überprüfen, in welchem Umfang tatsächlich nachversichert wurde. Möglicherweise ist dies auch ein guter Indikator für neue eigene Aktivitäten im BU-Bestand.
Mehr zur Arbeitskraftabsicherung im Extrablatt
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem VersicherungsJournal-Extrablatt 2|2026 mit dem Titel „Arbeitskraft absichern – wie Vermittler die optimalen Lösungen finden“.
Es enthält ebenso Tipps, wie Branchenkollegen Kunden in der Praxis begleiten. Konkret geht es beispielsweise um den möglichst frühen Vertragsabschluss bei jungen Kunden.
Daneben sagen Praktiker, wie Versicherungsmakler BU-Kunden über das Internet gewinnen können und welche Erfolgsfaktoren sie bei der Beratung zum Arbeitskraftschutz berücksichtigen sollten.
Das Heft „Arbeitskraft absichern – wie Vermittler die optimalen Lösungen finden“ steht seit dem 26. Mai im Internet zum Herunterladen (PDF; 2,7 MB) bereit.
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