20.3.2017 (€) – Acht der 14 großen Versicherungsstandorte in Deutschland haben 2016 zwar mehr Menschen beschäftigt als im Vorjahr, insgesamt sank die Zahl der Mitarbeiter aber. Laut Arbeitgeberverband nahm die Gesamtbeschäftigung in der Versicherungsbranche um 1,5 Prozent auf 207.200 Personen ab. Der größte Standort München baute die Beschäftigung aus.
Die Gesamtbeschäftigung in der Versicherungsbranche ist 2016 so stark gesunken wie seit zehn Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) sank sie um 1,5 Prozent auf 207.200. 2015 lag die Zahl der Beschäftigten insgesamt noch bei 210.400 (VersicherungsJournal 11.3.2016).
In den letzten Jahren lag der Rückgang jeweils bei unter einem Prozent – nach einem deutlichen Minus von drei Prozent von 2006 auf 2007.
Erneuter Abbau im Innendienst
Die Zahl der sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten im Versicherungsgewerbe, das neben den Versicherungs-Unternehmen auch das Vermittlergewerbe einschließt, stieg hingegen geringfügig um 0,1 Prozent auf 295.800 Angestellte. Für 2017 sei weiterhin mit einem Rückgang der Beschäftigten auf dem Niveau 2016 zu rechnen, teilt der Arbeitgeberverband mit.
Nach zwei Jahren mit positiver Entwicklung wurden 2016 auch wieder Innendienst-Stellen abgebaut. Ihre Zahl nahm um 0,9 Prozent beziehungsweise 1.400 auf 159.800 ab. Die Zahl der angestellten Außendienstmitarbeiter verringerte sich weiter um 3,5 Prozent auf 36.000.
Die Zahl der Auszubildenden in den Versicherungs-Unternehmen fiel um 4,2 Prozent auf 11.400 Personen. Damit sank die Quote der Auszubildenden in den Versicherungs-Unternehmen auf 5,5 (2015: 5,7) Prozent. Die Zahl der in Agenturen finanzierten Ausbildungsplätze verringerte sich um über sieben Prozent auf 2.300. Die Ausbildungsquote inklusive der Azubis in den Agenturen ging damit auf 6,5 (6,8) Prozent zurück – und erreicht damit den geringsten Wert seit 2009.
Acht zu sechs
Von den 14 großen deutschen Versicherungsstandorten (einschließlich Vermittlergewerbe) bauten 2016 acht die Belegschaften aus – und sechs die Belegschaften ab. Der größte Versicherungsplatz in Deutschland war auch 2016 der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge unverändert München mit 33.240 sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten. Im Jahr zuvor waren es mit 32.940 etwas weniger Mitarbeiter (VersicherungsJournal 11.3.2016).
Zweitgrößter Versicherungsstandort war wiederum Köln mit 25.060 Beschäftigten. Hier nahm die Zahl der Arbeitsplätze allerdings um fast 2,9 Prozent ab. An den nächstgrößeren Standorten Hamburg und Hannover nahm die Zahl der Beschäftigten um 2,2 Prozent auf 21.100 beziehungsweise um 0,4 Prozent auf 12.100 zu.
Auf Platz fünf rückte Stuttgart vor. Hier sank die Beschäftigung nur um 0,4 Prozent. Düsseldorf ist mit 11.130 Beschäftigten (minus 3,4 Prozent) nur noch sechstgrößter Standort. Zudem sank die Zahl der der sozialversicherungs-pflichtigen Angestellten in Berlin (- 1,2 Prozent), Nürnberg (- 3,5 Prozent) und Karlsruhe (- 2,2 Prozent). Zuwächse verzeichneten Frankfurt (+ 0,1 Prozent), Wiesbaden (+ 0,6 Prozent), Münster (+ 0,3 Prozent), Dortmund (+ 1,0 Prozent) und Coburg (+ 0,7 Prozent).

- Städte mit mehr als 4.000 Arbeitnehmern im Versicherungs- und Vermittlergewerbe. 1 inklusive Unterföhring. Quelle: Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit per 30.6.2016 (Bild: AGV)
Jeder Vierte arbeitet in NRW
Die meisten sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten arbeiteten unverändert in Nordrhein-Westfalen. Allerdings hat sich die Beschäftigung hier leicht um 0,2 Prozent auf 75.850 vermindert. 25,6 Prozent aller in der Assekuranz Beschäftigten arbeiten damit im bevölkerungsreichsten Bundesland.
In Bayern stieg die Zahl der Beschäftigten hingegen leicht um 0,2 Prozent auf 63.090. 21,3 Prozent beziehungsweise gut jeder Fünfte arbeitet damit in Bayern.
Auf Platz drei liegt weiterhin Baden-Württemberg mit 33.370 (33.240) Beschäftigten. Es folgen Hessen mit 28.200 (28.080) und Niedersachsen mit 23.640 (23.580) Beschäftigten. Die Zahlen zu den Versicherungsstandorten beziehen sich jeweils auf den Stichtag 30. Juni 2016.





