13.11.2013 (€) – Der Konjunkturindex für die Geschäftsentwicklung der Versicherungsmakler ist im letzten Quartal im Privatkunden- wie auch im Firmenkundensegment auf neue Tiefststände abgesunken, bei den Privatkunden sogar deutlich. Insbesondere private Vorsorgeprodukte befinden sich in deutlichem Absatztrend, während es in der betrieblichen Altersvorsorge deutlich besser läuft.
Das Marktforschungsinstitut YouGov Deutschland AG befragt jedes Quartal unabhängige Vermittler zur aktuellen Geschäftsentwicklung und zu den Erwartungen für das Gesamtjahr. Die aktuelle Auflage III/2013 beruht auf einer Online-Befragung von 258 Finanz- und Versicherungsmaklern, die zwischen Mitte und Ende September durchgeführt wurde.
| Quelle: YouGov 2013 |
| Beim Makler-Absatzbarometer wurde ab der Auflage 1/2012 „die Skalierung zum Absatzindex erneuert und an die Skalen gängiger Indizes zur Geschäftsentwicklung angepasst“, stellt YouGov heraus. Während der Index früher zwischen minus 100 Punkte („stark abnehmend) und plus 100 Punkte („stark wachsend“) schwanken konnte, gilt neuerdings eine Skalierung von 0 („stark rückläufige Geschäftsentwicklung“) über 50 („konstante Geschäftsentwicklung“) bis zu 100 „stark steigende Geschäftsentwicklung“. |
Der Absatzindex, in dem die Beurteilung des vorangegangenen Quartals und die Erwartungen für das laufende Jahr zusammengefasst werden, sank im Privatkundengeschäft um drei Punkte auf 55 Punkte, was einem neuen Tiefststand entspricht. Im Firmenkundengeschäft gab es sogar einen Rückgang um vier Punkte auf einen neuen Tiefstwert von 53 Punkten.
Ein ähnliches Bild hatte sich auch beim aktuellen „Stimmungstacho Vertrieb“ gezeigt, der ebenfalls auf einer Befragung von unabhängigen Vermittlern im Rahmen der quartalsweise erhobenen Asscompact Trends beruht, allerdings nicht nach Firmen- und Privatkundensegment unterschiedet (VersicherungsJournal 17.9.2013).
Top- und Flop-Produkte im Maklervertrieb
Der steile Abwärtstrend lässt sich bei den Privatkunden laut YouGov einerseits auf die schwache Entwicklung in der Lebenssparte begründen. Andererseits verlor den Angaben zufolge insbesondere auch die Berufsunfähigkeits-Versicherung an Boden. Deutliche Absatzgewinne gab es hingegen nur bei Risikolebens- und privaten Krankenzusatz-Versicherungen.
Bei den Firmenkunden ist vor allem die Nachfrage nach Sach- und Kreditversicherungen deutlich schwächer geworden. Dies gilt auch für die Bereiche Verkehrsrechtsschutz sowie Vermögensschaden- und Berufshaftpflicht. Eine deutlich stärkere Nachfrage war nur in den Bereichen Fuhrpark- und Inhaltsversicherungen zu verzeichnen.
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Private Altersvorsorge im Abwärtstrend
Im aktuellen Schwerpunktthema wurde die Vermittlungshäufigkeit von Produkten in der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge (pAV und bAV) untersucht – mit klarem Vorteil für die bAV. Hier gaben rund drei von zehn befragten Maklern an, aktuell „sehr häufig“ oder „häufig“ bAV-Produkte zu vermitteln. Im Vergleich zu 2011 gab es kaum auffällige Verschiebungen. Nur die Anzahl derjenigen Vermittler, die mit „nie“ antworteten, hat sich auf zwölf Prozent beinahe verdoppelt.
Ganz anders die Vermittlungsaktivität in der pAV: Hier gab es im Vergleich zu 2011 einen kräftigen Rückgang: Nur noch jeder 50. Makler vermittelt aktuell „sehr häufig“ private Altersvorsorgeprodukte, vor zwei Jahren war es noch jeder zehnte. Rückläufig war auch der Anteil der „Häufig“-Nennungen, während es Zuwächse bei den Antwortoptionen „manchmal“ und „selten“ gab.
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Weitere Informationen zum Makler-Absatzbarometer sowie zu den kostenpflichtigen Bezugsmöglichkeiten finden sich auf dieser YouGov-Internetseite.





