2.10.2023 (€) – Hannoversche und Baloise stocken die Leistungen in Basistarifen der Risiko-Lebensversicherung auf. Die Continentale hebt im Neugeschäft die Zinsen für Einmalbeiträge an. Canada Life definiert für Premiumkunden den Leistungsfall günstiger. Neues melden zudem Condor und Liechtensteiner.
Die Hannoversche Lebensversicherung AG hat die vorgezogene Todesfallleistung im „Basis“-Tarif von 25 Prozent auf 100 Prozent bei schwerer Krankheit mit einer Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten erhöht. Beim Leistungsupdate wurde zudem an der Preisschraube gedreht. Nach Aussage des Anbieters ergeben sich in rund 30 Prozent der Modellfälle über alle Tarife preisliche Verbesserungen.
Hannoversche verlängert Widerrufsfrist
Im „Basis“-Tarif wurde zudem der vorläufige Versicherungsschutz auf bis zu 200.000 Euro aufgestockt. Im „Plus“-Tarif sind bis zu 250.000 Euro und im „Exklusiv“-Tarif bis zu 300.000 Euro möglich. Die Widerrufsfrist wurde auf 60 (30) Tage verdoppelt.
Der neue Baustein „Pflegeabsicherung“ richtet sich an pflegebedürftige Hinterbliebene des Versicherten und ist in „Plus“ und „Exklusiv“ enthalten. Die Versicherungssumme erhöht sich um zehn Prozent, wenn die versicherte Person verstirbt und zuvor einen nahen Angehörigen gepflegt hat.
Baloise ergänzt um Basis-Variante
Die Baloise Lebensversicherung AG Deutschland bietet auch im neuen „Basis“-Tarif der Risiko-Lebensversicherung die vorgezogene Todesfallleistung bei Eintritt einer schweren Erkrankung. Neu sind bei der „Baloise RisikoVersicherung“ zudem verschiedene Bonusregelungen.
Tritt der Todesfall beispielsweise innerhalb von neun Monaten nach der Geburt/Adoption eines Kindes oder dem Bau/Kauf einer Wohnimmobilie ein, erhöht sich die Versicherungssumme um 25 Prozent (maximal 50.000 Euro).
Im „Premium“-Tarif wird die beschriebene Bonusregelung um den Hochzeits-Bonus und den Existenzgründungs-Bonus erweitert. Abweichend von den „Basis“-Tarifen beträgt die Frist zwölf Monate nach Eintritt des Ereignisses.
Für rund 2.000 Berufe wurden eigenen Angaben zufolge die Beiträge vergünstigt. Bis zum Eintrittsalter von 39 Jahren gelten vereinfachte Gesundheitsfragen und abgekürzte Abfragezeiträumen für alle Tarife.
Condor baut Angebot an nachhaltigen Fonds aus
Die Condor Lebensversicherungs-AG hat ihr Angebot an nachhaltigen Fonds auf 82 (vorher 69) ausgebaut. Angeboten werden sowohl aktiv als auch passiv gemanagte Fonds. Die Anlagekriterien der Fonds reichen von erneuerbaren Energien über Kreislaufwirtschaft bis hin zu Infrastruktur. Kriterien wie Gleichberechtigung und Sozialstandards müssen die in den Fonds enthaltenen Unternehmen erfüllen.
Die Kunden können sich entweder selbst ein eigenes nachhaltiges Portfolio zusammenstellen oder die nachhaltige Anlagestrategie „BlueMix“ verwenden. Alle „BlueMix“-Fonds erfüllen ESG-Kriterien (Environment, Social und Governance). „BlueMix“ gibt es in vier verschiedenen Risikoklassen – von defensiv (40 Prozent Aktienanteil) bis offensiv (100 Prozent Aktienanteil).
Continentale hebt Zinssatz an
Die Continentale Lebensversicherung AG hat zum 1. September den Tranchen-Zinssatz für ihre Altersvorsorge-Tarife gegen Einmalbeitrag um 0,7 Prozentpunkte im Neugeschäft angehoben. Zudem verlängert der Versicherer den Zeitraum, für den er das Zinsniveau garantiert. Je nach Tarif wird diese Tranchendauer auf fünf (drei) oder auf zehn (sechs) Jahre erhöht.
Die Änderungen gelten sowohl für das kapitaleffiziente klassische Angebot als auch für fondsgebundene Tarife mit Garantie. Zum Beispiel erhält der Einmalbeitrags-Zahler bei der fondsgebundenen „Continentale Rente Invest Garant“ mit einem Garantieniveau von 90 Prozent zehn Jahre lang einen Tranchen-Zinssatz von 2,4 Prozent.
Canada Life mit neuen Definitionen im Grundfähigkeitsschutz
Die Canada Life Assurance Europe plc, Niederlassung für Deutschland definiert sieben Grundfähigkeiten im „Premium“-Tarif eigenen Angaben zufolge „kundenfreundlicher“. Der Tarif sichert gegen den Verlust von 19 Grundfähigkeiten ab und leistet im Versicherungsfall eine monatliche Rente. Neu definiert wurden: Treppe steigen, Gehen, Arme bewegen, Stehen, Sprechen, Auto fahren und Sitzen.
Den Verlust der Fähigkeit „Arme bewegen“ kann man nun auf drei Arten nachweisen. Beim „Sprechen“ gilt als Verlust, wenn die versicherte Person, trotz abgeschlossenen Spracherwerbs und unter Verwendung von Hilfsmitteln, keinen verständlichen sinnvollen Satz bilden und aussprechen kann und ein unabhängiger Dritter sie nicht verstehen kann.
Bei der Fähigkeit „Auto fahren“ zählen nun nicht nur ein Entzug der Fahrerlaubnis aufgrund von gesundheitlichen Gründen, sondern auch, wenn die versicherte Person auf diese aus gesundheitlichen Gründen freiwillig gegenüber der zuständigen Behörde verzichtet oder sie freiwillig abgibt. Ein Verlust der Grundfähigkeiten Gehen, Stehen und „Treppe steigen“ liegt auch dann vor, wenn geeignete oder zumutbare Hilfsmittel verwendet werden.
Liechtenstein Life launcht Fondspolice für Erben und Schenken
Die Liechtenstein Life Assurance AG erweitert ihr Angebot für den deutschen Markt um eine Wholelife-Versicherung. „Life Wealth“ ist eine langlaufende, fondsgebundene Lebensversicherung, bei der sich Versicherungsleistungen individuell konfigurieren und für Erbschaften oder Schenkungen flexibel gestalten lassen.
Der Tarif steht sowohl mit laufender Beitragszahlung als auch mit Einmalbeiträgen zur Verfügung. In den Vertrag können bis zu zwei Versicherungsnehmer beziehungsweise versicherte Personen aufgenommen werden. Für die Laufzeit kann ein Endalter bis zum 104. Lebensjahr (der Versicherungsnehmer und der versicherten Person) gewählt werden. Das Eintrittsalter ist bis zum 92. Lebensjahr (der Versicherungsnehmer und der versicherten Person) möglich.




