18.6.2019 (€) – Die Feuergefahr in der Wohngebäudeversicherung ist im Norden deutlich größer als im Süden. In Schleswig-Holstein liegt der Feuer-Index (Verhältnis von Schadenaufwand zu Versicherungssumme) um fast 50 Prozent über dem Bundesschnitt. Im Regierungsbezirk Oberbayern ist der Wert um fast ein Drittel niedriger ausgeprägt. Dies zeigen vom GDV am Montag veröffentlichte Daten.
Im vergangenen Jahr haben die deutschen Wohngebäudeversicherer für unverändert rund 200.000 Feuerschäden etwa 1,2 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Diese Schätzung gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Montag bekannt.
Die Kosten, die circa ein Fünftel der Gesamtaufwendungen von 6,1 Milliarden Euro ausmachten, sind den Angaben zufolge im Vergleich zu 2017 um rund 150 Millionen Euro angestiegen. In der Folge erhöhte sich der durchschnittliche Schaden um 700 Euro auf etwa 5.730 Euro.
In Schleswig Holstein besteht die größte Feuergefährdung
Um die regionale Feuergefährdung zu bestimmen, hat der GDV einen Feuerschadenindex errechnet. Hierzu wurde auf Ebene der Regierungsbezirke (bei kleineren Ländern pro Bundesland) der Schadenaufwand in Relation zur Versicherungssumme gesetzt.
Ergebnis: In Schleswig-Holstein besteht die größte Brandgefahr. Ein Indexwert von 147 bedeutet, dass das Risiko im nördlichsten Bundesland statistisch gesehen um fast die Hälfte größer ist als im Bundesschnitt (Indexwert: 100).
Relativ schadenträchtig sind darüber hinaus auch Mecklenburg-Vorpommern und der Regierungsbezirk Lüneburg. Dort ist die Feuergefahr jeweils um circa ein Drittel höher ausgeprägt als deutschlandweit.
Der niedrigste Indexwert wird für den Regierungsbezirk Oberbayern ausgewiesen. Als relativ schadenarm zeigen sich mit Werten von unter 80 auch die Bezirke Schwaben und Mittelfranken.
Nord-Süd-Gefälle
Ein Blick auf die vom Versichererverband erstellte Deutschlandkarte offenbart ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Im Norden ist die Brandgefahr in der Spitze mehr als doppelt so hoch wie im Süden.
Wie der GDV unter Verweis auf Daten des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung e.V. (IFS) ergänzend mitteilte, sind Brände am häufigsten auf Elektrizität (in jedem dritten Fall) oder menschliches Fehlverhalten (in jedem sechsten Fall) zurückzuführen.
Der Versichererverband berichtet allerdings auch von regionalen Unterschieden. So spielten Blitz- und Überspannungsschäden im Süden eine größere Rolle, während im Norden Brandstiftungen Probleme bereiteten.






