Hansemerkur übernimmt CSS-Mehrheit

17.10.2014 (€) – Die Hansemerkur will künftig die Aktienmehrheit an der CSS Versicherung AG halten. Gestern gaben die Unternehmen ihre Pläne bekannt. Zum Preis wurde nichts verlautbart. Durch die Zusammenarbeit soll das Geschäft der CSS wieder profitabel werden, gleichzeitig möchte die Hansemerkur Zugang zum Schweizer Markt erhalten.

Die Hansemerkur Holding AG übernimmt die Aktienmehrheit an der CSS Versicherung AG. Nachdem schon länger über einen möglichen Verkauf der angeschlagenen Tochter der Schweizer CSS-Gruppe spekuliert worden war, gaben die beiden Unternehmen ihre Pläne gestern offiziell bekannt.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Auch zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Unternehmen nicht. Die Neue Zürcher Zeitung sprach von 75 Prozent.

Jahrelang Minus gemacht

Mit Tarifen ohne Alterungsrückstellungen und hohen Schadenfreiheits-Rabatten war die CSS Versicherung 2006 in den deutschen Markt eingestiegen. Doch mit ihrem Angebot hat sie jahrelang Minus gemacht, wie sich später herausstellte. 150 bis 200 Millionen Franken (124 bis 165 Millionen Euro) habe die Expansion nach Deutschland die CSS-Gruppe gekostet, berichtete die Zeitung Schweiz am Sonntag.

Selbst ein vollständiger Verkauf sei erwogen worden. Allerdings stehe die CSS-Tochter so schlecht da, dass bei einem Verkauf 50 Millionen Franken hätten dazugegeben werden müssen, so die Zeitung weiter. Das Unternehmen teilte im Sommer auf Anfrage mit, Kooperationen und Partnerschaften zu prüfen. Bereits 2013 war eine strategische Neuausrichtung beschlossen worden (VersicherungsJournal 29.11.2013, 21.7.2014).

Keine Änderungen für die Kunden und Vertriebspartner

„Mit der Hansemerkur hat die CSS Versicherungsgruppe einen strategischen Partner gefunden, um ihr Deutschlandgeschäft neu auszurichten und zu stärken“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Unternehmen. Die CSS-Gruppe werde weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an der CSS Versicherung AG halten. Für Kunden und Vertriebspartner ändere sich durch die Pläne nichts. Durch die neue Partnerschaft soll das Unternehmen auch wieder Geld verdienen.

„Die Profitabilität werden wir mittelfristig wieder herstellen, weil die Hansemerkur ihr großes Know-how im Zusatzversicherungs-Schutz in die Kooperation einbringt, eine ausgeprägte Vertriebsstärke in allen Kanälen und leistungsfähige IT-Systeme, die schlanke Prozesse und damit eine kostengünstige Verwaltung der Verträge garantieren“, erklärte Pressesprecher Heinz-Gerhard Wilkens.

„Die Kooperation wird in den nächsten Monaten vollzogen, sobald alle kartell- und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen vorliegen. Dies kann bereits Ende dieses Jahres oder Anfang 2015 der Fall sein“, erklärte Natalia Cichos-Terrero aus der CSS-Pressestelle gegenüber dem VersicherungsJournal.

Zugang zum Schweizer Markt

Das Geschäft der Tochter in Vaduz werde durch die Zusammenarbeit im deutschen Markt strategisch und operativ gestärkt und eröffne interessante Optionen, erklärte Georg Portmann, Vorsitzender der Konzernleitung der CSS Gruppe.

Die Hansemerkur verspreche sich durch die Übernahme im Rahmen seiner Internationalisierungs-Strategie einen Zugang zum Schweizer Markt. Gleichzeitig ermögliche die strategische Partnerschaft für beide Seiten zahlreiche Optionen der Zusammenarbeit.

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