So viel geben die Deutschen für die private Altersvorsorge aus

23.4.2026 – Infolge der hohen Preissteigerungen investieren die Deutschen tendenziell weniger Geld in die private Altersvorsorge. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Axa Vorsorge Report 2026. Die Hälfte der Befragten gibt an, gern mehr für das finanzielle Polster im Ruhestand tun zu wollen, es sich aber aktuell nicht leisten zu können.

Der Axa-Konzern hat der Presse ausgewählte Ergebnisse aus seinem „Vorsorge Report 2026“ vorgestellt. Für die Studie (VersicherungsJournal Archiv) hat die Yougov Deutschland GmbH repräsentativ 2.044 Personen ab 18 Jahren online befragt. Die Erhebung fand zwischen dem 18. und 20. März 2026 statt.

Deutsche sparen bei der Altersvorsorge

Laut der Studie legen die Deutschen insgesamt weniger für die Altersvorsorge zurück. So stimmen vier von zehn Befragten (41 Prozent) der Aussage zu, aufgrund der deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre ihre Vorsorge reduziert zu haben – ein Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit der ersten Erhebung 2023.

Im Jahr 2023 gaben noch 32 Prozent der Befragten an, dass die Inflation negative Auswirkungen auf ihr Vorsorgeverhalten habe, 2024 waren es bereits 38 Prozent. Damit ist der Anteil der Deutschen, die infolge höherer Lebenshaltungskosten ihre Altersvorsorge einschränken, kontinuierlich gestiegen.

Hoffnungen auf Reform

„Die private Altersvorsorge in Deutschland leidet unter den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge war daher dringend nötig“, kommentiert die Ergebnisse Dr. Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung der Axa-Gruppe.

Demnach erhoffe sich auch die Axa Impulse durch das neue Altersvorsorgedepot und die höhere staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge. Die Reform soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten (VersicherungsJournal 27.3.2026).

Mehr Personen sorgen vor

Der Anteil der Personen, die sagen, dass sie regelmäßig in die private Altersvorsorge investieren, hat sich gleichsam erhöht. 52 Prozent bejahen dies – im Vorjahr waren es noch 50 Prozent. Dennoch geben nach wie vor 35 Prozent aller Befragten an, dass sie überhaupt keine private Altersvorsorge betreiben.

Beim monatlichen Sparverhalten zeigt sich eine breite Streuung: 13 Prozent investieren weniger als 100 Euro pro Monat in ihre private Altersvorsorge, 15 Prozent legen zwischen 100 und 200 Euro zurück. Zehn Prozent sparen monatlich 200 bis 300 Euro, fünf Prozent 300 bis 400 Euro. Rund jeder Zehnte (neun Prozent) investiert mehr als 400 Euro im Monat.

Sparvolumen (Bild: Wenig)

Mehr als jeder Dritte sieht Verantwortung beim Staat

35 Prozent der Befragten sagen außerdem, dass der Staat die hauptsächliche Verantwortung für eine ausreichende Altersvorsorge trägt. Unter den jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sind es sogar 40 Prozent, die die Hauptverantwortung beim Staat sehen.

„Dabei ist es die junge Generation, die unter dem aktuellen gesetzlichen Rentensystem besonders leiden muss. Sie muss heute die Ausgaben für unsere alternde Gesellschaft stemmen, obwohl sie zukünftig nur noch eine deutlich geringere Rente vom Staat zu erwarten hat“, gibt Dietrich zu bedenken.

Die Hälfte der Bevölkerung würde gern mehr für die Altersvorsorge tun

Die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) gibt laut Umfrage an, gerne mehr für den Ruhestand sparen zu wollen, es sich finanziell jedoch nicht leisten zu können. Weitere 16 Prozent der Befragten räumen ein, zu wenig vorzusorgen, obwohl es ihnen grundsätzlich finanziell möglich wäre, mehr dafür zu tun.

Um zusätzliche Mittel für die Altersvorsorge aufzubringen, würden die Befragten am ehesten bei Restaurantbesuchen, Ausgehen und Streamingdiensten (31 Prozent) sparen, gefolgt von Konsumausgaben etwa für Kleidung oder Technik (30 Prozent) sowie Reisen und Urlauben (21 Prozent).

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren