Massiver Nachfrageschub nach Weiterbildungskonten

13.4.2018 – In den ersten drei Monaten ist die Teilnehmerzahl bei „gut beraten“ um über 8.000 Weiterbildungskonten auf fast 140.000 angestiegen. Die durchschnittliche Bildungszeit pro Teilnehmer lag im ersten Quartal bei etwa drei Stunden. Dies sind einige Ergebnisse des aktuellen Quartalsberichts der Initiative.

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Zum Stichtag 31. März 2018 betrug die Summe der Weiterbildungskonten bei der Initiative „gut beraten“ 139.499. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Quartalsbericht 1-2018 der am 7. April 2014 gestarteten, überbetrieblichen Weiterbildungsdatenbank der Versicherungswirtschaft (VersicherungsJournal 26.4.2013) hervor.

Die Zunahme von über 8.000 Konten im Vergleich zum Jahresbeginn – fast drei Viertel davon allein im März – stellt den Angaben zufolge eine „außergewöhnlich deutliche“ Steigerung für ein Quartal dar. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum war das Plus mit knapp 2.400 klar niedriger ausgefallen (VersicherungsJournal 7.4.2017). Im Gesamtjahr 2017 war die Zahl der Konten um knapp 8.400 angestiegen (VersicherungsJournal 9.1.2018).

Entwicklung Weiterbildungskonten (Bild: Wichert)

„Der Besitz eines Bildungskontos bei gut beraten hat mit der Einführung von IDD offensichtlich an Bedeutung noch weiter zugenommen“, heißt es erläuternd im Quartalsbericht. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass die Weiterbildungspflicht nach IDD für alle vertrieblich Tätigen gilt. Wer unter diese Pflicht fällt, bedarf allerdings noch der Auslegung (VersicherungsJournal 1.2.2018).

„Verhaltene“ Entwicklung

Die frühere Rechnungseinheit „Bildungspunkte“ (für 45 Minuten Weiterbildung) wurde IDD-konform (VersicherungsJournal 18.1.2018) in „Bildungszeit“ (eine Zeitstunde) umgerechnet. Wie dem Quartalsbericht weiter zu entnehmen ist, sind in der Datenbank nach der Umrechnung insgesamt fast 11,9 Millionen Stunden Bildungszeit dokumentiert (Stand 31. März 2018).

Zwischen Januar und März 2018 haben sich die Teilnehmer an der Initiative den Angaben zufolge 416.620 Stunden Bildungszeit erarbeitet. Pro vertrieblich Tätigem entspricht dies im Schnitt drei Stunden Bildungszeit.

„Die Entwicklung der erfassten Bildungszeiten ist zu Jahresbeginn 2018 eher verhalten“, wird hierzu erläutert. Offensichtlich hätten die IDD-Debatten im Laufe des letzten Jahres und in den ersten Monaten 2018 (VersicherungsJournal 18.10.2017, 22.11.2017) zu Verunsicherungen geführt.

Allerdings ist nach Aussage von Dr. Katharina Höhn nach sechs Wochen unter dem IDD-Regime noch keine seriöse Bewertung über mögliche Veränderungen des Weiterbildungs-Engagements möglich. „Zur Jahresmitte werden wir mehr sagen können“, so das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Berufsbildungswerkes der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V. in einer Pressemitteilung.

Durchschnittsalter liegt weiterhin bei 45 Jahren

Das Durchschnittsalter  der Teilnehmer liegt unverändert bei rund 45 Jahren. Dies entspricht nach Angaben des BWV dem vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) in einer Sonderauswertung ermittelten, gewichteten Durchschnitt aller registrierten Vermittler in Deutschland.

Zum Stand 31. März stammte deutlich mehr als jeder achte vertrieblich Tätige mit Weiterbildungskonto aus der Altersgruppe der Unter-30-Jährigen. Fast jeder fünfte Teilnehmer ist zwischen 31 und 40 Jahre alt, ein knappes Viertel zwischen 41 und 50 Jahre. Knapp 30 Prozent der vertrieblich Tätigen sind der Altersgruppe der 51- bis 60-Jährigen zuzuordnen, während mehr als jeder Achte 61 Jahre und älter war.

Altersstruktur (Bild: Wichert)

Bildungskonten nach Vermittlerstatus

Wie aus dem Quartalsbericht weiter hervorgeht, entfallen 16 Prozent der Bildungskonten auf Versicherungsmakler. Der Anteil dieses Vermittlertyps an den insgesamt im Versicherungsvermittler-Register des DIHK eingetragenen Personen lag zum Ende des ersten Quartals (VersicherungsJournal 5.4.2018) um fast ein Siebtel höher.

Andersherum verhält es sich bei den Vertretern. Deren Anteil an der Gesamtzahl der Vermittler beträgt den DIHK-Daten zufolge rund 76 Prozent. Bei den Teilnehmern von „gut beraten“ liegt der Anteil von Ausschließlichkeits-Vermittlern, Vermittlern im angestellten Außendienst, Mehrfachvertretern und Mitarbeitern in Agenturen mit 81 Prozent etwas höher.

Status der Teilnehmer (Bild: gut beraten)
Status der Teilnehmer (Bild: gut beraten)

„Weitere Gruppen wie Versicherungsberater, Leitungspersonen, nebenberufliche Vermittler sowie vertrieblich Tätige im Innendienst eines Versicherungs-Unternehmens, die jetzt ebenfalls IDD-relevante Bildungszeit nachweisen müssen, machen zurzeit lediglich 0,47 Prozent (651 Personen) der ‚gut-beraten‘-Teilnehmer aus“, heißt es im Quartalsbericht weiter.

Frauenanteil steigt

Weitere Fakten: Der Männeranteil hat sich weiter reduziert und betrug zum Ende des ersten Quartals nur noch rund drei Viertel. Zum Vergleich: Ende 2016 waren es noch fast vier Fünftel (VersicherungsJournal 12.1.2017). Die Zahl der akkreditierten Bildungspartner wuchs um 1,7 Prozent auf 488, die Zahl der Trusted Partner um 4,1 Prozent auf 327.

Was die Lerninhalte betrifft, so sind wie bisher knapp drei Viertel der Bildungsmaßnahmen der Kategorie „Fachwissen und fachbezogene Fertigkeiten“ zuzuordnen. Hierunter sind den Angaben zufolge unter anderem die Weiterbildung zu aktuellen gesetzlichen Veränderungen oder zu Neuerungen in der Produktwelt zu verstehen.

Das verbleibende gute Viertel der Bildungsmaßnahmen wird zur Stärkung der Beratungskompetenz genutzt. Hier gehe es etwa um die verständliche Darstellung komplexer Sachverhalte, den Umgang mit Kundenbeschwerden oder die Planung und Steuerung der Beratungsprozesse, wird im Quartalsbericht erläutert.

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