Aus Maklern sollen kleine Amazons werden

22.2.2019 – Künstliche Intelligenz wird die Interaktion zwischen Verbraucher, Makler und Produktgesellschaft grundlegend wandeln. Über diese Kernthese des Gastreferenten diskutierten der BCA-Vorstand und Journalisten beim Pressedialog 2019. Die BCA investiert in IT, um aus Maklern kleine Amazons zu machen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seine Vermittler-Anwendung Diva aufgewertet und das Fintech Asuro übernommen. Das Geschäftsjahr 2018 ist im Rahmen der Planung gut verlaufen.

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„Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“, lautete die Ausgangsthese von Gastreferent Fuad Abuschuscha, Senior Future Manager bei dem Beratungsunternehmen Future Management Group AG, beim 5. Pressedialog des Maklerpools BCA AG. Mit seinem Impulsvortrag über die Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz (KI) eröffnete er die Diskussion über das Berufsbild des Maklers in der Zukunft.

Künstliche Intelligenz revolutioniert alle Lebensbereiche

Fuad Abuschuscha (Bild: Ullrich)
Fuad Abuschuscha (Bild: Ullrich)

„KI bekommt gerade Geschwindigkeit. Die Bereitschaft, KI einzusetzen, ist vorhanden.“ Seine Behauptung unterstützte der Experte mit zahlreichen Beispielen. In einem amerikanischen Unternehmen sitze KI im Vorstand. KI könne aus wenigen Fotos mit hoher Wahrscheinlichkeit folgern, welche sexuelle Orientierung ein Mensch hat. KI-gemanagte Investmentfonds reagierten wesentlich schneller.

Auch an Kreativität mangele es nicht. KI komponiere Musik, die das London Symphony Orchestra gespielt hat. Allein aus dem Input der Schachregeln habe sich KI in kürzester Zeit zum erfolgreichen Schachspieler entwickelt. „KI wird die Interaktion zwischen Verbraucher, Makler und Produktgesellschaft grundlegend wandeln“, zeigte sich Abuschuscha überzeugt.

Letztlich stellt sich die provokante Frage: Braucht die Maschine den Menschen noch? Und wie sehen die Gefahren aus? Droht, wie im Film „I, Robot“, die Machtübernahme durch hochintelligente Roboter? Auf jeden Fall würden viele Aufgaben in der Versicherungs- und Finanzbranche über kurz oder lang von KI-Systemen begleitet oder übernommen, betonte der Zukunftsdenker.

Menschliche Nähe zum Kunden bleibt entscheidend für den Erfolg

Innerhalb der Vertriebswelt bleibt nach Ansicht von Abuschuscha dennoch die fachliche und menschliche Nähe zum Kunden durchaus erfolgsentscheidend. Das Bedürfnis nach Sicherheit gäbe es unverändert. Letztlich können nur Menschen, also Vermittler, für ein Sicherheitsgefühl sorgen, so die Meinung vieler Diskussionsteilnehmer.

Rolf Schünemann (Bild: Ullrich)
Rolf Schünemann (Bild: Ullrich)

Auch für den BCA-Vorstandsvorsitzenden Rolf Schünemann sind Hybridmodelle die Zukunft. „Ein moderner Pool muss seine Partner zuallererst im Arbeitsalltag in allen Facetten bestmöglich entlasten.“ Gerade im digitalen Wandel müsse ein Pool „alles in Sachen Technik, Infrastruktur, fachlichem Support und Kommunikationshilfen anbieten“, was Makler unterstützt.

„Wir möchten kleine Amazons aus unseren Geschäftspartnern machen“, so Schünemanns Vision. Es dürfte allerdings noch dauern, bis Gesichtserkennungs-Software beim Gespräch mit dem Kunden zum Einsatz kommt, um durch Analyse der Mimik und Gestik den optimalen Zeitpunkt für die Vertragsunterschrift zu erkennen.

BCA investiert in IT-Entwicklung

Das BCA-Vorstandsmitglied Christina Schwartmann, verantwortlich für IT, betonte, dass die Lösungen vor allem einfach sein müssten. Die Bereitstellung optimaler digitaler Daten- und Prozessplattformen werde immer mehr zum zentralen Wettbewerbsfaktor in einem sich konsolidierenden Marktumfeld.

Im vergangenen Jahr hatte BCA seine Vermittler-Anwendung (Diva) aufgewertet (VersicherungsJournal 30.7.2018, 26.2.2018). Sie ermöglicht eine Versicherungsberatung mit nur einmaliger Dokumentation und nach dem Warenkorbprinzip führender Onlineanbieter. Schwartmann betonte in diesem Zusammenhang: „Unser Ziel bleibt der Ausbau unserer Diva-Software hin zu einer ganzheitlichen digitalen Prozess-, Daten- und Serviceplattform.“

Mit dem Kauf der Asuro GmbH (VersicherungsJournal 13.2.2019) hat die BCA zudem die hauseigene IT-Entwicklungsarbeit mit zusätzlichen Kapazitäten ausgestattet. Drei Bausteine für den Maklererfolg wurden eingeführt: aktive Marketing- und Vertriebsunterstützung, digitale Transformation von Geschäftsprozessen und Nutzung von Synergien durch Know-how-Transfer. Hier sei im Jahr 2018 investiert worden.

Positive Geschäftsentwicklung im Jahr 2018

Geschäftszahlen für das Jahr 2018 nannte BCA anlässlich des Pressedialogs noch nicht. Der Vorstandsvorsitzende Schünemann gab lediglich bekannt, dass „das Geschäftsjahr 2018 im Rahmen der Planung gelaufen ist“. „2018 war ein gutes Jahr“, stellte er allgemein fest und verwies unter anderem darauf, dass die BCA fünf neue Gesellschafter gewinnen konnte (VersicherungsJournal 19.7.2018, 5.7.2018, 3.5.2018).

Der Konzernumsatz der BCA AG betrug im Geschäftsjahr 2017 rund 52,6 Millionen Euro, das Eigenkapital lag bei 7,3 Millionen Euro. Zur BCA-Gruppe gehören die Wertpapierhandelsbank BfV Bank für Vermögen AG mit einem flexiblen Haftungsdachkonzept und die hauseigene Fondsvermögens-Verwaltung Private Investing sowie die Carat Fonds Service AG..

Leserbriefe zum Artikel:

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Haftungsdach · Insurtech · Investmentfonds · Maklerpool · Marketing · Technik · Versicherungsberatung
 
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