Wohngebäudeversicherung: die häufigsten und teuersten Schäden

30.8.2018 (€) – 2017 verursachte die Gefahr „Leitungswasser“ die meisten Schäden und war in Summe auch am teuersten für die Versicherer. Dies zeigen aktuelle GDV-Zahlen. Zwischen 2011 und 2017 gab es bei Sturm-, Hagel- und erweiterten Elementarschäden immense Schwankungen, was Schadenzahl, Versicherungsleistungen und Durchschnittsschaden betrifft. Bei Feuer- und vor allem bei Leitungswasserschäden zeigt der Trend hier meist klar nach oben.

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Anbieter haben 2017 in der verbundenen Wohngebäudeversicherung 5.208 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Dies entspricht einem Zuwachs um rund einem Zehntel im Vergleich zum Jahr zuvor (VersicherungsJournal 23.2.2018) und zugleich dem zweithöchsten Wert in der jüngeren Vergangenheit.

Über 60 Milliarden Euro seit 2002

Zwischen 2002 und 2016 summierten sich die Schadenaufwendungen auf fast 65,3 Milliarden Euro, wie sich aus den GDV-Daten errechnen lässt. Im Betrachtungszeitraum zeigt sich ein regelrechtes Auf und Ab. In der Spitze hatten die Anbieter über sechs Milliarden Euro für Schäden zu bezahlen (2013). Am billigsten kamen die Wohngebäudeversicherer 2003 und 2005 mit unter drei Milliarden Euro weg.

Versicherungsleistungen (Bild: Wichert)

Die großen Schwankungen sind vor allem auf die Anzahl und Schwere von Naturgefahren-Ereignissen zurückzuführen. So hatte die Assekuranz 2013 neben dem „Jahrhundert“-Hochwasserereignis (VersicherungsJournal 3.7.2013) mit „Andreas“ auch noch einen der teuersten Stürme aller Zeiten zu verkraften (VersicherungsJournal 26.8.2013).

2017 verursachten vor allem um die Jahresmitte herum die Stürme „Paul“ und „Rasmund“ sowie „Xavier“ und „Herwart“ im letzten Jahresviertel hohe Schäden (VersicherungsJournal 7.8.2017, 9.10.2017, 1.11.2017).

Leitungswasserschäden als häufigste und teuerste Ursache

Häufigste Schadenursache waren 2017 unverändert Leitungswasserschäden. Nach GDV-Angaben hatten die deutschen Gebäudeversicherer für fast 1,15 Millionen Leitungswasserschäden an Wohngebäuden einzustehen. Auf Rang zwei liegt die Gefahr „Sturm/Hagel“. In dieser Kategorie waren laut der Verbandsstatistik rund 850.000 Schäden zu verzeichnen.

Dahinter folgt die Gefahr „Feuer“ mit etwa 200.000 Schadenereignissen vor den Elementarschäden, deren Zahl mit circa 40.000 angegeben wird. In letzterer Kategorie sind laut GDV die Gefahren Überschwemmung (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch subsummiert.

Den größten Posten der Bruttoaufwendungen machten ebenfalls Leitungswasserschäden aus. 2,76 Milliarden Euro zahlten die Gebäudeversicherer 2017 dafür an ihre Kunden. Für Sturm- und Hagelschäden betrugen die Versicherungsleistungen über 1,1 Milliarden Euro, während Feuerschäden ebenfalls mit über einer Milliarde Euro und Elementarschäden mit rund 160.000 Euro zu Buche schlugen.

Häufigste und teuerste Schäden (Bild: Wichert)

Leitungswasserschäden bleiben Problemfeld

2016 kamen die Bruttoaufwendungen für Leitungswasserschäden auf einen Anteil von 53 Prozent der gesamten Aufwendungen des Geschäftsjahres. Mit fast 2,8 Milliarden Euro wurde zudem ein neuer Höchstwert erreicht. 2011 waren es letztmals unter zwei Milliarden Euro.

Während die Schadenzahl zwischen 2011 und 2017 relativ konstant in einem Korridor zwischen 1,10 und 1,23 Millionen lag, hat der Schadendurchschnitt fast kontinuierlich zugenommen. Für 2017 weist der GDV hier einen Wert von über 2.408 Euro aus, das ist weit über ein Drittel mehr als noch 2011.

Leitungswasserschäden (Bild: Wichert)

Riesige Schwankungen bei den Schäden aus Naturgefahren

Bei den Naturgefahrenschäden haben sich die Leistungen im Vergleich zum Vorjahr fast und die Schadenzahl mehr als verdoppelt. In der Folge hat sich der Schadendurchschnitt um rund ein Siebtel vermindert.

Im Betrachtungszeitraum zeigen sich große Schwankungen. So lag die Zahl der Sturm- und Hagelschäden zwischen 400.000 (2016) und 1,2 Millionen (2015). Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 2,34 Milliarden Euro im oben erwähnten Ausnahmejahr 2013 und 580 Millionen Euro im Jahr 2012. Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es der Verbandsstatistik zufolge 2012 mit 941 Euro, den höchsten 2013 mit fast 2.370 Euro.

Sturm- und Hagelschäden (Bild: Wichert)

Elementargefahren-Schäden

Nicht wesentlich anders sieht es bei den Elementargefahren-Schäden aus. Für in der Spitze 80.000 Schadenereignisse zahlten die Versicherer bis zu 660 Millionen Euro an Versicherungsleistungen (jeweils 2013). In diesem Jahr lag auch der Schadendurchschnitt mit 9.100 Euro am höchsten. Die aktuellen Werte liegen auf Siebenjahressicht im Mittelfeld

Elementarschäden (Bild: Wichert)

Bei den Feuerschäden ist eine kontinuierliche Zunahme der Versicherungsleistungen zu beobachten. 2017 waren die Bruttoaufwendungen mit über einer Milliarde Euro um weit über ein Drittel höher als noch 2011.

Feuerschäden (Bild: Wichert)

Der Schadendurchschnitt stieg auf einen neuen Rekordwert von über 5.000 Euro. Das ist rund ein Fünftel mehr als noch 2011. Die Schadenzahl ist gegen den Trend wieder gesunken – und zwar um rund ein Elftel auf nur noch 210.000. Dies entspricht allerdings immer noch dem zweithöchsten Wert seit 2011.

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