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Welche Versicherer auch in der Krise überzeugen

18.2.2021 – Offene Fragen zur Absicherung des Betriebs beschäftigen Firmenkunden. Damit landet das Thema beim Vermittler, der in der Beratung Antworten geben muss. Zusätzlich teilt sich der Markt der Risikoträger: in Gesellschaften, die kulant mit Leistungen umgehen und Anbieter, die mauern. Das zeigen Einschätzungen von Aruna, Charta, Conceptif und Midema.

Das Firmenkundengeschäft ist in der Pandemie kein Selbstläufer. Der Lockdown erschwert Abläufe und Prozesse zusätzlich. Mitarbeiter arbeiten von zuhause, Unternehmen schicken Belegschaften in Kurzarbeit. Der Beratungsbedarf in der Sach- und Ertragsausfall-Versicherung ist deshalb nicht vom Tisch.

Dabei kann auch die Courtage des Vermittlers durch prämiensenkende Maßnahmen bei finanziell klammen Kunden schmaler ausfallen (VersicherungsJournal 17.2.2021). Während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr reagierten die Gesellschaften aufgrund der Pandemie kulant und gaben das auch medienwirksam bekannt (10.8.2020).

Themen für den Vertrieb

Im zweiten Lockdown, der immerhin schon seit Dezember andauert, hört man von den Gesellschaften zum Firmenkundengeschäft öffentlich wenig. Ausnahme sind diverse Streitpunkte und Auslegungen zur Betriebsschließungs-Versicherung (BSV) (22.1.2021, 3.8.2020).

Welche Themen treiben derzeit Firmenkunden um? Worauf sollen und müssen Makler eingehen? In welchen Sparten ist der Vertrieb besonders gefordert?

Das VersicherungsJournal fragte dazu bei folgenden Maklern und Assekuradeuren nach: der Aruna GmbH, der Conceptif Group AG, der Midema Assekuranz-Assecuradeurs GmbH sowie Vertriebspartner der Charta Börse für Versicherungen AG.

Unverändert gibt es einen großen Beratungsbedarf zur BSV.

Frank Werner, Leiter Komposit bei der Aruna GmbH

Im Fokus steht das Überleben der Betriebe

Das Firmenkundengeschäft läuft in der Ausnahmesituation ruhiger. „Das haben wir im Frühling 2020 bereits festgestellt: Während des Lockdowns sind die Aktivitäten fast eingefroren und danach gibt es überdurchschnittlich viele Anfragen“, beobachtet Ferhat Yilmaz, Geschäftsführer des gleichnamigen Assekuranz- und Finanzkontors und Partner der Charta.

Ein besonderer Versicherungsschutz werde daher von dem Berliner Vermittler während der Corona-Pandemie nicht forciert und auch nicht von den Kunden angefragt. Der Versicherungsschutz sei derzeit nicht im Fokus der Unternehmer, „sondern das Überleben der Betriebe“, bestätigt auch Jörg Winkler, Vorstand der Conceptif-Gruppe.

Dennoch beschäftigen offene Fragen zur Betriebsschließungs-Versicherung (BSV) die gewerbliche Klientel.

„Unverändert gibt es einen großen Beratungsbedarf zur BSV. Die Bandbreite reicht vom Neuabschluss unter Pandemiebedingungen, über die Bewertung des Versicherungsschutzes aus den Bestandverträgen bis hin zum Umgang mit Änderungskündigungen durch die Versicherer“, sagt Frank Werner, Leiter Komposit bei Aruna.

Neue Risiken für Firmenkunden

Jörg Winkler (Bild: Conceptif)
Jörg Winkler (Bild: Conceptif)

Die größte Herausforderung sieht Winkler in der mit Betriebsschließungen verbundenen Deckungslücke. „Für Gewerbekunden wird es sicherlich künftig adäquate Deckungen geben müssen, die das Risiko von Pandemien berücksichtigen“, erklärt der Conceptif-Vorstand.

Durch die Coronakrise sieht er aber auch neue Gefahren für die Unternehmen. Viele Firmen haben ihre Mitarbeiter mit technischem Equipment im Homeoffice ausgestattet, aber der häuslichen IT-Sicherheit nicht immer ausreichende Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein Problem dabei: Dezentrale Zugriffe auf Daten und Systeme kann die IT-Abteilung schwerer kontrollieren, wie Experten bereits 2020 warnten (14.4.2020). „Wir werden zunehmende Schäden durch Cyberkriminalität verzeichnen. Nicht zuletzt wird das auch den Markt der Cyber-Versicherungen beleben“, ist Winkler überzeugt.

Die Branche hat sich nicht so schlecht präsentiert, wie in der Öffentlichkeit dargestellt.

Anton Dschida, Geschäftsführer der Midema Assekuranz-Assecuradeurs GmbH

Welche Versicherer aus Maklersicht in der Krise einen guten Job machen

Anton Dschida (Bild. Markus G. Oh)
Anton Dschida (Bild. Markus G. Oh)

In den Medien kamen die Versicherer oftmals schlecht weg. Aufhänger war in vielen Fällen die BSV. „Die Branche hat sich nicht so schlecht präsentiert, wie in der Öffentlichkeit dargestellt. Wenn man sich die Uneinigkeit der Gerichte ansieht, haben die Richter deutlich schlechter abgeschnitten und für viel Verunsicherung gesorgt“, meint Anton Dschida, Geschäftsführer der Midema.

Versicherer hätten bezahlt, obwohl das Virus nicht versichert war und ist. Viele Gesellschaften reagierten aber insgesamt im Firmenkunden-Geschäft kulant, so Dschida. Als Beispiele nennt er die Allianz Versicherungen, die Helvetia Versicherungen oder die Zurich Gruppe Deutschland.

„In der Pandemie hat uns die HDI Versicherungs-Gesellschaft sehr positiv überrascht. Sie ist eines der wenigen Versicherungs-Unternehmen, die den tatsächlichen Betriebsschließungs-Schaden bezahlt hat und nicht nur 15 Prozent und zudem Corona noch versichert, wenn auch nicht im Rahmen einer Allgemeinverfügung, aber immerhin“, erklärt Charta-Partner Yilmaz.

Der HDI hatte sich nicht dem Bayerischen Kompromiss (6.4.2020) angeschlossen, sondern seine Schäden weitgehend reguliert (8.4.2020). Von den 2.300 gemeldeten Schäden mit einem Volumen von 75 Millionen Euro seien bis Ende November 60 Millionen Euro ausgezahlt worden (15.12.2020).

Leister und Nichtleister in der Betriebsschließungs-Versicherung

Conceptif beobachtet dagegen, dass sich der Markt in der BSV „trotz vielfach identischer Bedingungen“ in sogenannte „Leister“ und „Nichtleister“ unterteilt. Zu den Leistern zählt Vorstand Winkler die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG, die Basler Sachversicherungs-AG, die HDI Versicherung AG, die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG und die Münchener Verein Allgemeine Versicherungs-AG.

Die genannten Gesellschaften zahlten in vollem Umfang, ohne ihre Versicherungsnehmer in langwierige gerichtliche Verfahren zu treiben. „Nichtleister“ lehnen laut Conceptif eine Eintrittspflicht grundsätzlich ab oder versuchen, sich auf Grundlage des Bayerischen Kompromisses mit einer Teilzahlung in Höhe von 15 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme zu vergleichen.

Und das, obwohl die Gesellschaften wüssten, „dass ihre Versicherungsnehmer langwierige juristische Auseinandersetzungen wirtschaftlich schwerlich durchhalten können“, unterstreicht Winkler.

 
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