Warum Rentenfonds nicht gleich Rentenfonds ist

30.3.2016 (€) – In Folge 56 der VersicherungsJournal-Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“ geht es um Fragen zum Bereich „Finanzdienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden – Produktmanagement für Versicherungs- und Finanzprodukte“. Die Prüfungsaufgabe des DIHK fragt angehenden Versicherungsfachwirten Fachwissen zu fondsgebundenen Produkten ab.

Die deutsche Investmentbranche meldet seit Jahren Absatzrekorde. Ein steigender Anteil der Kapitalanlagen der Versicherungswirtschaft und zur Alterssicherung fließt über Investmentfonds in die Kapitalmärkte rund um die Welt.

Bild: Nikolae, Fotolia.com / VersicherungsJournal
Bild: Nikolae, Fotolia.com/ VersicherungsJournal

Wenn der Kunde beim Abschluss einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung unter verschiedenen, teilweise über 100 Fondsvarianten auswählen kann, reichen Grundkenntnisse nicht aus. Expertenwissen ist gefragt.

Das VersicherungsJournal präsentiert es in Form einer als mittelschwer eingestuften Frage für angehende Versicherungsfachwirte mit Wahlfach „Finanzdienstleistungen“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK).

Ausgangssituation

In einer aktuellen Erhebung des neuen Branchenreportes „Versicherungen heute“ wird das Finanzdienstleistungs-Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden verglichen.

Demnach wächst dieses Geschäft in allen versicherungsfremden Sparten bei der Proximus Versicherung AG deutlich langsamer als bei anderen Versicherungs-Gesellschaften.

Als Vertriebsleiter mit dem Schwerpunkt in den Sparten der versicherungsfremden Finanz- und Dienstleistungsprodukte haben Sie sich mit den umfangreichen Zahlenwerken des Branchenreportes auseinandergesetzt.

Aufgabe – Fondsvarianten und -risiken erklären

Teil Ihrer Analysen zu den versicherungsfremden Sparten war eine Umfrage unter Vermittlern der Proximus Versicherung AG. Resultat der Umfrage ist eine verstärkte Nachfrage nach speziellen Informationen zum Produktbereich „offene Investmentfonds“. Deshalb soll ein Newsletter mit verschiedenen Themen erscheinen.

a) Rentenfonds haben vielfältige Anlageschwerpunkte. Beschreiben Sie zwei Varianten von Rentenfonds.

b) Offene Investmentfonds weisen spezielle Risiken auf. Erläutern Sie zwei dieser speziellen Risiken aus Anlegersicht.

c) Für offene Investmentfonds gibt es unterschiedliche Handelsplätze. Beschreiben Sie zwei Handelsplätze, die Kunden für einzelne offene Investmentfonds wählen können.

Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Bereich „Produktmanagement für Versicherungs- und Finanzprodukte“

Aufgabe

Lösung

a)

Zum Beispiel:

- Standardrentenfonds:

Hierbei handelt es sich um Investmentfonds mit fest- oder variabel verzinslichen Wertpapieren von Emittenten mit guter bis sehr guter Bonität.

- Corporate-Bonds-Fonds:

Diese Variante der Rentenfonds investiert in Unternehmensanleihen von Emittenten mit unterschiedlichen Bonitäten:

- High-Yield-Fonds:

Bei High-Yield-Fonds investiert das Fondsmanagement in hochverzinsliche Wertpapiere (meistens Staatsanleihen) vor allem von Emittenten mit überwiegend schlechter Bonität.

b)

Zum Beispiel:

- Fondsmanagement:

Erwirbt der Anleger einen Investmentfonds, trifft er die Anlageentscheidung mit seiner Auswahl des Fonds. Er orientiert sich dabei an den Anlagegrundsätzen sowie der Managementleistung in der Vergangenheit. Er kann jedoch keinen Einfluss auf die zukünftige Zusammensetzung des Fondsvermögens nehmen. Hierüber entscheidet ausschließlich das Fondsmanagement.

- Kursrisiken:

Fondsanleger können nicht davon ausgehen, dass sie sich vor den Kursrisiken der Kapitalmärkte schützen können, indem sie sich auf nationale Wertpapiere einer bestimmten Gattung beschränken. Investiert der Anleger zum Beispiel in einen US-amerikanischen Aktienfonds, so wird der Anlageerfolg nicht nur vom US-amerikanischen Aktienmarkt, sondern auch von den Zinsen und internationalen Kapitalmärkten beeinflusst.

- Risikoballung:

Bei einzelnen Investmentfonds kann es zu einer gewissen Risikoballung durch deren speziellen Anlageschwerpunkt kommen, die vom Anleger so nicht gewünscht sind. Dies ist dann der Fall, wenn offene Investmentfonds gewählt werden, die in sehr spezielle Teilmärkte (zum Beispiel Biotechnologie) investieren.

c)

Zum Beispiel:

- Offene Investmentfonds können grundsätzlich über die depotführende Stelle (Fondsgesellschaft/ Handelsplattform) gehandelt werden.

- Exchange Traded Funds werden an den Börsenplätzen und -segmenten gehandelt, die von den Fondsgesellschaften bedingungsgemäß festgelegt werden (Börsensegment „XTF®“ der Deutsche Börse AG).

- Einzelne offene Investmentfonds können auch über spezielle Börsensegmente gehandelt werden, die von den Fondsgesellschaften in den Vertragsbedingungen festgelegt werden (Börsensegment „Open Market“ der Deutsche Börse AG).

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

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