Viermal Neues bei der Beihilfe- und Vollversicherung

24.7.2023 (€) – Anwärter erhalten bei der neuen Tariflinie für Beihilfeberechtigte der Arag gleiche Leistungen wie Beamte, aber günstiger. Auch die FAMK und die Universa haben Neuerungen für Staatsdiener. Die Nürnberger fördert mit ihrem neuen Vollversicherungstarif Telemedizin.

Für Beamtenanwärter, Beamte und deren Angehörige führt die Arag Krankenversicherungs-AG, wie angekündigt, den „BeihilfeBest“ und zusätzliche Wahltarife ein (VersicherungsJournal 19.5.2023). Neben der Kostenabsicherung gibt es Services wie Case- und Disease-Management-Programme für chronisch oder anderweitig schwer Erkrankte, Telemedizin, Unterstützung bei der Arztsuche sowie digitale Kurse und Dienste.

Arag verzichtet auf das Primärarztprinzip

Anwärter können die gleichen Leistungen wie Beamte zu einem günstigeren Preis und ohne Leistungsverzicht in der Zukunft absichern. Beamte erhalten bis zu 2,5 Monatsbeiträge und Beamtenanwärter bis zu sechs Monatsbeiträge bei Leistungsfreiheit zurück.

Der Grundtarif „BeihilfeBest“ erstattet beim Arzt, Zahnarzt und bei der allgemeinen Krankenhausversorgung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder Zahnärzte (GOZ) hinaus, auch in Privatkliniken und ohne Einschränkungen bei Zahnleistungen. Zu den Leistungen zählen auch Lasik-Augenbehandlungen, Sehhilfen sowie Kurbehandlungen. Das Primärarztprinzip gilt nicht.

Die stationären Wahlleistungstarife „BeihilfeKlinik“ und „BeihilfeEinbett“ ersetzen die Kosten für die Behandlung durch den Chefarzt und die Unterbringung im Zwei- beziehungsweise Einbettzimmer. Der „BeihilfeErgänzungBest“ schließt die Lücken, wenn Landes- oder Bundesbeihilfe nur einen Teil der Leistungen bei Sehhilfen oder Zahnersatzbehandlungen übernehmen.

Neuer FAMK-Tarif für hessische Landesbeamte

Der Tarif „BeihilfeSorglos“ der Freien Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG ist auf die beihilferechtlichen Regelungen in Hessen abgestimmt. Der Beihilfeservice und die Vorfinanzierung sind integriert.

Ärztliche und zahnärztliche Leistungen sind bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte beziehungsweise für Zahnärzte versichert. Zusammen mit dem Beihilfeergänzungstarif werden die Kosten für Zahnersatz bis zu 100 Prozent übernommen.

Zu den Leistungen zählen die Kostenerstattung für den Krankenrücktransport aus dem Ausland, für Impfungen für berufliche Tätigkeit und Reisezwecke sowie die für künstliche Befruchtung und Kryo-Konservierung. Operative Maßnahmen zur Behebung der Fehlsichtigkeit (zum Beispiel durch Lasik) werden bis zu 1.000 Euro pro Auge ersetzt.

Universa mit neuen Beihilfetarifstufen

Die Universa Krankenversicherung a.G. reagiert mit neuen Tarifstufen auf die Erhöhung des Beihilfeanspruchs für berücksichtigungsfähige Angehörige in einigen Bundesländern. Um eine bedarfsgerechte Absicherung zu gewährleisten, wurde das Angebot an Restkostenversicherungen um neue zehn- und fünfzehn-Prozenttarifstufen erweitert, so dass beispielsweise bei einem Beihilfeanspruch von 85 und 90 Prozent die passende Absicherung gewählt werden.

Die neuen Tarifstufen gelten für das Neugeschäft und für den Bestand. Für Bestandskunden ist ein Wechsel rückwirkend zum Jahresbeginn bei entsprechendem Nachweis der Beihilfestelle möglich. 

Nürnberger stellt Telemedizin heraus

Die Nürnberger Krankenversicherung AG führt in ihrem neuen Vollversicherungstarif „MAX6+“ eine zusätzliche medizinische Versorgungsstufe ein. Eigenen Angaben zufolge ist es der erste Tarif in Deutschland, der telemedizinische Leistungen in den Vordergrund stellt.

In Kooperation mit der Medgate Deutschland GmbH und der BetterDoc GmbH können telemedizinische Behandlungen in Anspruch genommen werden, ohne dass die Versicherten ihren Anspruch auf Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit verlieren oder ihren Selbstbehalt in Anspruch nehmen müssen. Dies gilt auch für die von Medgate ausgestellten Rezepte.

Für die Versicherten entstehen durch die Konsultation der ärztlichen Telemedizin keine Kosten. Werden im Rahmen der telemedizinischen Behandlung Medikamente verschrieben, reichen die Versicherten die Rechnungen dafür bei der Nürnberger ein und erhalten die Kosten erstattet.

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