23.8.2013 (€) – Die Techniker Krankenkasse erzielte im ersten Halbjahr 2013 den mit Abstand größten Mitgliederzuwachs unter den gesetzlichen Krankenkassen, der erneut oberhalb des Gesamtsaldos der Branche lag. Die DAK Gesundheit hat hingegen die meisten Mitglieder verloren, wie eine Analyse des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik zeigt.
Zwischen dem 1. Januar und dem 1. Juli gab es in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen Nettoneuzugang von rund 130.000 Mitgliedern, fasst der gesundheitspolitische Hintergrunddienst Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik die aktuelle Situation auf dem GKV-Markt bei der Veröffentlichung seines aktuellen Rankings der gesetzlichen Krankenkassen zusammen.
„Gut 52,3 Millionen GKV-Mitglieder stellen damit zwar immer noch einen neuen Rekord dar“, stellt der Dfg heraus. Allerdings sei der Erfolg auf wenige Kassen verteilt. Insbesondere einige der sogenannten „Versorgerkassen“, litten aufgrund der hohen Sterberate ihrer Versicherten unter negativen Bilanzzahlen.
DAK-Gesundheit erneut mit dem größten Rückgang
Großer Verlierer dieser Entwicklung ist einmal mehr die DAK-Gesundheit, die zwischen dem 1. Januar und dem 1. Juli fast 39.000 Mitglieder einbüßte. Dies hatte sich bereits nach dem ersten Quartal angedeutet (VersicherungsJournal 21.5.2013) und ist nur unwesentlich weniger als im gesamten Vorjahr (VersicherungsJournal 6.3.2013).
Auch die AOK Nordost, die Knappschaft und die AOK-Sachsen-Anhalt hatten mit Rückgängen zwischen rund 9.650 und gut 6.300 Mitgliedern jeweils ein vergleichsweise hohes Minus zu verzeichnen. Auffällig ist zudem, dass in der Top Ten der Krankenkassen mit dem höchsten Mitgliederrückgang durchweg große Kassen platziert sind, die mit über 500.000 Mitgliedern zu den Marktgrößen zählen.
Prozentual gesehen zeigt sich ein genau entgegengesetztes Bild. Hier mussten vor allem die kleinen bis sehr kleinen Marktteilnehmer Federn lassen – allen voran die TUI BKK (12.262 Mitglieder), die BKK Basell (6.012 Mitglieder), die BKK Phoenix (6.910 Mitglieder) und die BKK Kevag (1.464 Mitglieder)
Die Kassen mit dem größten Mitgliederzuwachs
Wie auch in den letzten Übersichten war die Techniker Krankenkasse der große Profiteur, die im Berichtszeitraum über 167.000 neue Mitglieder und damit erneut mehr als die Gesamtbranche im Saldo hinzugewann. Der Branchen-Zweite verkürzte dabei den Rückstand auf Marktführer Barmer GEK auf nur noch 570.000 Mitglieder. Zu Jahresbeginn 2012 lag die Differenz noch bei rund einer Million Mitgliedern, ein Jahr zuvor sogar bei etwa 1,2 Millionen.
Auf deutlich niedrigerem Niveau, aber immerhin im fünfstelligen Bereich legten die Hanseatische Krankenkasse (HEK) sowie die die AOK Baden-Württemberg (Nummern fünf im Markt) und die AOK Bayern (Nummern vier) zu.
Prozentual gesehen weisen vor allem die mittelgroßen Krankenkassen das größte Mitgliederplus auf. Wie bereits im ersten Quartal und im Gesamtjahr 2012 belegen die Debeka BKK (knapp 42.000 Mitglieder) und die BKK Linde (rund 45.000 Mitglieder) den Spitzenplatz, die auf einen Zuwachs von jeweils über zehn Prozent kamen.
Nur wenige Rangveränderungen in der Top 50
Obwohl der Dfg einen zunehmend „herben Verdrängungswettbewerb um Mitglieder und Versicherte“ ausgemacht hat, gab es unter den Marktgrößen (noch) keine Rangveränderungen. Hier führt nach wie vor die Barmer GEK mit 6,70 Millionen Mitgliedern vor TK (gut 6,1 Millionen Mitglieder), der DAK Gesundheit (knapp fünf Millionen Mitglieder) und der AOK Bayern mit über drei Millionen Mitgliedern.
Dahinter folgen die AOK Baden-Württemberg, die IKK Classic, die AOK Plus und die AOK Rheinland/Hamburg mit jeweils über zwei Millionen Mitgliedern vor sechs weiteren Kassen, die oberhalb der Eine-Million-Mitglieder-Marke liegen.
Den ersten „Gewinner“ findet man laut den Dfg-Daten erst auf Platz 27 mit der HEK, die sich um drei Plätze nach oben geschoben hat. In der Top 50 gab es mit der BKK Pfalz (von Platz 39 auf 38) nur noch eine weitere Rangverbesserung.
Zu den „Verlierern“ zählten neben der Novitas BKK (Minus einen Rang auf Platz 29) noch die BKK Essanelle (minus zwei Ränge auf Platz 30) und die AOK Bremen/Bremerhaven (minus einen Rang auf Platz 39).







