13.3.2015 (€) – Die deutsche Versicherungswirtschaft blickt auf ein „erfreuliches“ Geschäftsjahr 2014 zurück, in dem die Beitragseinnahmen um knapp drei Prozent auf über 192 Milliarden Euro stiegen. In Leben gab es nicht nur im Geschäft gegen Einmalbeitrag ein Plus, sondern nach einer längeren Durststrecke auch wieder gegen laufenden Beitrag. Die Stornoquote sank auf ein neues Rekordtief. In Schaden/Unfall gelang der Branche die Rückkehr in die Gewinnzone.
Nachdem das Brot-und-Butter-Geschäft der deutschen Lebensversicherer zuletzt zwei Mal rückläufig war (VersicherungsJournal 22.7.2014, 19.7.2013), gab es 2014 nach vorläufigen Zahlen wieder ein Wachstum im Neugeschäft gegen laufenden Beitrag (plus 3,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro), wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) auf der heutigen Jahrespressekonferenz über die Geschäftsentwicklung 2014 berichtete.
Auch die Einmalbeiträge erhöhten sich ein weiteres Mal kräftig. Die Steigerungsrate lag mit 13 Prozent auf 29 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Das Neugeschäft nach APE erhöhte sich somit auf rund 8,4 (2013: 7,7) Milliarden Euro.
Nach Einschätzung von GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland dürfte sich der Einmalbeitrags-Boom so nicht ungebremst fortsetzen. „In 2015 gehen wir von einer Konsolidierung der Neuabschlüsse aus.“
Stornoquote sinkt auf Rekordtief
Als „erfreulich“ bezeichnete der GDV auch den abermaligen Rückgang der Stornoquote auf ein Rekordtief von 3,1 Prozent. Dies war bereits die sechste Verbesserung in Folge seit 2008, als die Quote noch bei vier Prozent lag.
Zusammen mit dem Plus im Neugeschäft gegen laufenden Beitrag ergebe sich somit „ein insgesamt stabiles Bild der Lebensversicherung“, stellt der Versichererverband in einer Pressemitteilung heraus.
Schaden-/Unfall zurück in Gewinnzone, PKV weiter mit Schwierigkeiten
Die Sparte Schaden- und Unfallversicherung konnte im vergangenen Jahr das Beitragsvolumen um 3,2 Prozent auf 62,5 Milliarden Euro ausweiten. Nach den außerordentlichen Belastungen des Vorjahres durch Flut, Sturm und Hagelwetter sei in 2014 wieder Normalität eingekehrt, erläuterte Erdland.
Während die Branche 2013 noch einen versicherungs-technischen Verlust über zwei Milliarden Euro geschrieben habe, habe es 2014 wieder schwarze Zahlen gegeben. Zugleich habe man eine gute Beitragsentwicklung gesehen, sagte Erdland.
In der Kraftfahrtversicherung stiegen die Einnahmen um 4,6 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Die Sachversicherung erzielte insgesamt ein Plus von 3,6 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro und die allgemeine Haftpflichtversicherung legte um 3,0 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu.
Für die private Krankenversicherung (PKV) bleibt das Geschäftsfeld herausfordernd. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Beitragseinnahmen nur moderat an, zudem gab es zum dritten Mal in Folge netto einen Rückgang der Vollversichertenzahl (VersicherungsJournal 13.3.2015).
Erdland: erfolgreiches Jahr
Insgesamt konnten die Versicherer die Beitragseinnahmen um 2,7 Prozent auf 192,3 Milliarden Euro steigern. Erdland ordnete das Geschäftsjahr 2014 vor diesem Hintergrund als ein „gutes Jahr“ ein. Dies sei vor allem ein Ansporn, weiter hart zu arbeiten. „Wir müssen den Kurs der Erneuerung fortsetzen.“
Dies gelte für veränderte Anlagestrategien ebenso wie für weitere Kostensenkungen, einen effizienteren Vertrieb und eine gute, langfristige Beratung. Die Branche stehe in der Pflicht, angesichts der herrschenden Kapitalmarktbedingungen den Kunden neue Angebote zu machen und das Vertrauen neuer Kunden zu gewinnen (VersicherungsJournal 13.3.2015).





