Die Autoversicherer mit den größten Bestandsgewinnen

26.2.2026 (€) – Über drei Dutzend der 50 größten Kfz-Versicherer haben zwischen 2019 und 2024 ihre Bestände ausgebaut. Am stärksten nach absoluten Zahlen wuchs die Huk24. Nach Veränderungsraten fiel das Plus bei der Rhion am größten aus. Das zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Zwischen 2019 und 2024 haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Kraftfahrtversicherer den Bestand um 9,4 Prozent auf 132,4 Millionen Risiken ausgebaut. Zehn der 50 umsatzstärksten Akteure hatten an der positiven Entwicklung nicht teil, wie der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ zeigt (VersicherungsJournal 26.2.2026).

Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.

In der Kfz-Versicherung wuchs die Provinzial am stärksten

Das größte Plus nach absoluten Zahlen stand für die Huk24 AG mit über 1,8 Millionen (auf fast 6,2 Millionen) Stück zu Buche. Fast genauso stark wuchs die Provinzial Versicherung AG (plus knapp 1,73 Millionen auf 3,2 Millionen).

Siebenstellige Anstiege hatten ansonsten nur noch der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G. (auf 7,35 Millionen) und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG (auf 11,2 Millionen) zu verzeichnen.

Um gut 950.000 bis knapp 520.000 Policen legten die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG, die ADAC Autoversicherung AG, die Kravag Allgemeine Versicherungs-AG, die Rhion Versicherung AG, die WGV-Versicherung AG und die VHV Allgemeine Versicherung AG zu.

Bestandswachstum Kfz-Versicherung absolut (Bild: Wichert)

Rhion mit dem stärksten relativen Bestandsausbau

Das relative Plus fiel bei der Rhion Versicherung AG am größten aus. Das Unternehmen, das erst im Jahr 2017 in das Kraftfahrtgeschäft eingestiegen ist, konnte seinen Bestand auf 635.248 Verträge mehr als verdreizehnfachen. Mehr als eine Verdopplung (auf 3,2 Millionen Verträge) gelang der Provinzial.

Die ADAC Autoversicherung legte um fast zwei Drittel zu (auf 2,35 Millionen), die Itzehoer um weit über die Hälfte (auf 2,67 Millionen). Wachstumsraten von jeweils um die 40 Prozent schafften die Huk24 und die Kravag (auf 2,7 Millionen).

Um jeweils über 30 Prozent und damit mehr als dreimal so stark wie der Markt wuchsen die WGV-Versicherung AG (auf fast 2,28 Millionen Verträge), die Volkswagen Autoversicherung AG (auf knapp 1,96 Millionen), die Debeka Allgemeine Versicherung AG (auf 1,26 Millionen) und die Sparkassen Direktversicherung AG (S-Direkt; auf fast 520.000 Verträge).

Bestandswachstum Kfz-Versicherung relativ (Bild: Wichert)

Fusionsgetriebenes Wachstum bei der Provinzial

Das starke Wachstum der Provinzial ging zum Großteil darauf zurück, dass die Westfälische Provinzial Versicherung mit der Provinzial Rheinland Versicherung fusioniert und dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert wurde (13.12.2021).

In den letzten beiden Jahren des Beobachtungszeitraums waren sogar jeweils leichte Bestandsrückgänge zu beobachten. Allerdings hielten sich diese mit unter einem Prozent in Grenzen.

Hintergründe zu den hohen Steigerungsraten

Bei der Rhion stach wachstumsmäßig vor allem das Jahr 2020 heraus, als das Unternehmen die Zahl der Kontrakte von knapp 48.000 auf 248.000 steigerte. In den letzten vier Jahren des Beobachtungszeitraums schaffte die Gesellschaft Zuwachsraten zwischen einem Drittel und einem Sechstel, mit zuletzt rückläufiger Tendenz.

Die ADAC Autoversicherung wuchs zu Beginn des Betrachtungszeitraums dreimal zwischen sieben und neun Prozent. 2023 erzielte sie mit einem Sechstel ihren stärksten Zuwachs. 2024 wuchs das Unternehmen zwar nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor, aber immer noch im zweistelligen Prozentbereich.

Bestandswachstum Kfz-Versicherung ADAC Provinzial Rhion (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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