27.11.2025 (€) – Die nach Verträgen und Prämien größten Anbieter hatten 2024 allesamt Schaden-Kosten-Quoten von unter 100 Prozent zu verzeichnen. Auf den niedrigsten Wert kam mit unter 77 Prozent die Gothaer. Am schlechtesten stand die Allianz mit 98 Prozent da. Nur R+V und Axa verbesserten sich leicht, während die Quote der Provinzial sich um 16 Prozentpunkte verschlechterte. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
In der allgemeinen Haftpflichtversicherung schrieben die Anbieter auf dem deutschen Markt 2024 versicherungstechnisch im Schnitt etwas über zehn Cent Gewinn pro Beitragseuro.
Die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) lag nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bei 89,7 Prozent, nach 82,3 Prozent im Jahr zuvor.
Fünf Versicherer über 100 Prozent Combined Ratio in der Haftpflichtsparte
Jedoch landeten, angeführt von der BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG, fünf der 50 nach Prämienvolumen größten Anbieter versicherungstechnisch in der Verlustzone. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“
In der Publikation der V.E.R.S. Leipzig GmbH werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer auf Sechsjahressicht (2019 bis 2024) mit rund 98 Prozent Marktanteil dargestellt (VersicherungsJournal 27.10.2025).
Gothaer performte am besten unter den Branchenriesen
Die Platzhirsche mit mindestens 300 Millionen Euro gebuchter Bruttoprämie beziehungsweise 1,5 Millionen Verträgen im Bestand (27.11.2025) schafften es alle in die schwarzen Zahlen. Am besten schnitt dabei die Gothaer Allgemeine Versicherung AG (Platz 14 mit 76,6 Prozent) ab.
Versicherungstechnisch jeweils um die 20 Cent Gewinn pro Beitragseuro schrieben die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg und die Axa Versicherung AG. Unter dem Durchschnitt der 50 aufgelisteten Akteure von 86,5 Prozent lagen ansonsten nur noch die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG und der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G.
Allianz mit Combined Ratio von rund 98 Prozent in der Haftpflichtversicherung
Etwas überdurchschnittliche Quoten standen für die Ergo Versicherung AG, die Generali Deutschland Versicherung AG, die Haftpflichtkasse VVaG sowie die HDI Versicherung AG zu Buche.
Immerhin noch zwischen vier und drei Cent pro Beitragseuro verdienten versicherungstechnisch die R+V Allgemeine Versicherung AG, die VHV Allgemeine Versicherung AG sowie die Provinzial Versicherung AG. Marktführerin Allianz Versicherungs-AG kam mit knapp 98 Prozent auf die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote unter den Branchenriesen.
Nur wenige und kleine Verbesserungen
Nur der Axa und der R+V gelang es, ihre Quoten im Vergleich zum Vorjahr (13.1.2025) zu senken. Beide verbesserten sich um etwa einen Prozentpunkt. Bei den übrigen Marktgrößen zeigte die Kurve hingegen nach oben.
Am stärksten verschlechterte sich die Combined Ratio bei der Provinzial (plus 16 Prozentpunkte). Während die Betriebskostenquote bei knapp 34 Prozent verharrte, stieg die Schadenquote von 47 auf 63 Prozent. Die Schadenaufwendungen erhöhten sich mit 37,5 Prozent (auf fast 198 Millionen Euro) um ein Vielfaches stärker als die verdienten Bruttoprämien (plus 2,7 Prozent auf 313 Millionen Euro).
Dies wird im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 2,1 MB) auf eine gestiegene Großschadenbelastung sowie auf „das niedrigere, aber immer noch deutlich positive Ergebnis aus der Abwicklung von Vorjahresschäden“ zurückgeführt.
Auch Allianz mit kräftig erhöhter Schaden-Kosten-Quote
Auch bei der Allianz stieg die kombinierte Schaden-Kosten-Quote um 13 Prozentpunkte sehr deutlich an. Auch bei war dies fast ausschließlich schadenseitig bedingt. Denn bei einer minimal erhöhten Betriebskostenquote von 32,7 Prozent hatte das Unternehmen eine von 52,3 auf 65,1 Prozent gestiegene Schadenquote hinzunehmen. Nur vier Wettbewerber kamen auf einen noch höheren Wert.
Während der Umsatz um 3,4 Prozent auf knapp 1,39 Milliarden Euro zunahm, schnellte der Schadenaufwand um weit über ein Viertel auf 904 Millionen Euro in die Höhe.
Diese Steigerung resultierte laut Geschäftsbericht 2024 (PDF, 2,5 MB) „einerseits aus vermehrten Großschadenbelastungen und andererseits aus einem niedrigeren Abwicklungsergebnis aus den Vorjahresschäden im Zuge von Reserveanpassungen.“
Weitere Studiendetails und Bezugshinweis
Der „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.
Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.





