Franke und Bornberg: die besten Hundehalterhaftpflichtversicherungen

8.4.2026 – Die FuB-Analysten haben 173 Produkte von 88 Anbietern anhand von 35 Kriterien bewertet. Zusätzlich wurden Mindeststandards für die Bedingungsqualität berücksichtigt. Die Höchstnote für hervorragende Qualität erhielten die Offerten von 14 Gesellschaften. Dies sind Adcuri, Alte Leipziger, Ammerländer, Andsafe, Barmenia, Bavaria Direkt, Debeka, die Haftpflichtkasse, Gothaer, GVO, Hansemerkur, Inter, Universa und Württembergische.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Rating von Tierhalterhaftpflichttarifen aktualisiert und die Ergebnisse veröffentlicht. Gestartet war sie mit der Analysereihe erst vor zwei Jahren (VersicherungsJournal 22.4.2024), die sie im Vorjahr (21.3.2025) fortgesetzt hatte.

Gegenüber den zwei Vorgängerstudien ist die Zahl der analysierten Anbieter um fünf beziehungsweise einen auf 88 gestiegen. Die Ratingkriterien blieben hingegen unverändert. Die Vertragsklauseln wurden erneut auf 35 Kriterien überprüft, was eine direkte Vergleichbarkeit gewährleistet.

Ausgewertet wurden hierfür ausschließlich rechtsverbindliche Unterlagen, betont die Ratingagentur. Hierzu zählen Versicherungsbedingungen, verbindliche Verbraucherinformationen sowie Antragsformulare. „Selbstauskünfte und Werbeaussagen der Anbieter bleiben außen vor.“

Bewertung von null bis 100 und Mindeststandards für die Besten

Zu ihrer Methodik erläutern die FuB-Analysten weiter, dass die Testkandidaten zunächst dahingehend überprüft wurden, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden.

In einem nächsten Schritt wurde die Qualität der jeweiligen Regelungen auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.

Die sieben Bewertungsklassen sind nach FuB-Angaben „so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen“.

Wo sich in schwächeren Tarifen wiederholt Lücken zeigen

„Schwachstellen bewerteter Tarife liegen häufig bei der Deckung von Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen und am Inventar der Reiseunterkunft“, berichten die Tester.

„Auch Forderungsausfalldeckung und Neuwertentschädigung zeigen in schwächeren Tarifen wiederholt Lücken.“ Das gelte auch „für Leistungen bei Schäden an Figuranten – also Menschen, die bei der Ausbildung von Schutz- und Rettungshunden als Übungspartner eingesetzt werden“.

Die Gesamtwertung der Tarife ergibt sich demnach aus einem gewichteten Punktesystem. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass zentrale Kriterien nicht durch gute Ergebnisse in Randaspekten überstrahlt werden.

Knapp ein Zehntel aller analysierten Tarife mit „FFF+“-Rating

Notenverteilung (Bild: FuB)
Notenverteilung im Rating Tierhalterhaftpflicht Hund 2026 (grün) und 2025 (blau) (Bild: FuB)

Die insgesamt sieben FuB-Ratingklassen reichen von „FFF+“ („hervorragend“) bis „F-“ („ungenügend“). Für die drei oberen Noten FF+, FFF und FFF+ gelten zusätzlich verbindliche Mindeststandards.

Voraussetzung für die Bestnote ist eine Deckungssumme von mindestens 20 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Ebenso Schadensersatzrechtsschutz im Rahmen der Forderungsausfalldeckung sowie der Einschluss von Schäden an gemieteten und geliehenen beweglichen Sachen.

Ein „FFF+“ erreichen in diesem Jahr 9,8 Prozent aller 173 analysierten Tarife. Im Vorjahr schafften erst 8,7 Prozent der Teilnehmer das Spitzenrating. Insgesamt verschiebe sich die Notenverteilung schrittweise nach oben, berichtet die Ratingagentur. „Die Anteile in den unteren Bewertungsklassen gehen zurück, die oberen Klassen gewinnen.“

Produkte von 14 Anbietern mit der Bestnote ausgezeichnet

Zu den in alphabetischer Reihenfolge genannten Anbietern, die für mindestens eine Offerte die Höchstnote bekamen, gehören

Den Aufstieg in die Riege der Anbieter mit mindestens einem Toptarif schafften in diesem Jahr Bavaria Direkt, die Debeka und die Gothaer. Im Vorjahr waren die Ammerländer, Andsafe, die Haftpflichtkasse, Hansemerkur und Inter dazugekommen.

Die von Franke und Bornberg tagesaktuell gepflegten, vollständigen Ranglisten zu allen Tarifvariationen können auf dieser Internetseite abgerufen werden.

Rund ein Drittel der Tarife nur befriedigend oder schlechter

Michael Franke (Bild: Marc Theis)
Michael Franke (Bild: Marc Theis)

Trotz der insgesamt positiven Tendenz bei den Anteilen der Tarife mit besonders guten Noten „bleibt der Befund ernüchternd“, kommentiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Ratingagentur.

Denn rund ein Drittel der Tarife erhält nach wie vor eines der vier unteren Ratings „FF“ bis „F-“, die für befriedigende oder schlechtere Qualität stehen, gibt er zu bedenken. „Wer als Hundehalter einfach den günstigsten Tarif wählt, riskiert im Ernstfall eine böse Überraschung – und der Ernstfall kann teuer werden.“

Dabei gelte: „Guter Schutz ist keineswegs eine Frage des großen Geldbeutels“. Denn empfehlenswerte Haftpflichttarife seien für einen Labrador-Retriever bereits ab rund 60 Euro im Jahr zu haben, für einen Jack-Russell-Terrier ab etwa 45 Euro. „Bei als gefährlich eingestuften Rassen wie dem American Staffordshire Terrier beginnen solide Tarife bei rund 85 Euro“, so Franke weiter.

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