11.2.2015 (€) – Mit knapp 2,4 Billionen Euro erreichte das von der deutschen Investmentbranche verwaltete Vermögen einen neuen Rekordwert. Private Anleger bevorzugten Mischfonds, in die knapp 23 Milliarden Euro investiert wurden. In Rentenfonds wurden im Jahr 2014 knapp 17 Milliarden Euro neu angelegt und in Offene Immobilienfonds 2,2 Milliarden Euro. Der Fondsverband kritisiert die zunehmende Regulierungsdichte und fordert weiterhin, Fonds- und Versicherungsbranche gleich zu behandeln, insbesondere hinsichtlich der Vertriebsregeln.
„2014 war in mehrfacher Hinsicht ein Rekordjahr. Noch nie haben wir eine so hohe Summe verwaltet. Neue Höchststände erreichten auch die Zuflüsse in Spezialfonds und Mischfonds“, eröffnete Holger Naumann, Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management e.V. (BVI), die diesjährige Jahrespressekonferenz.
Mischfonds erreichen neue Höchststände
Ende 2014 erreichte das verwaltete Branchenvermögen 2.382 (Vorjahr: 2.105) Milliarden Euro. Zwei Drittel des Vermögens entfallen dabei auf das rein institutionelle Geschäft in Spezialfonds mit 1.231 (1.071) Milliarden Euro und in freien Mandaten mit 363 (318) Milliarden Euro. 788 (716) Milliarden Euro verwalteten die Fondsgesellschaften in Publikumsfonds.
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Bei den Publikumsfonds konzentrierte sich die Nachfrage auf Mischfonds. Hier wurden knapp 23 Milliarden Euro netto neu angelegt. „Investmentfonds haben wie kein anderes Produkt die Möglichkeit, renditestarke Anlagen wie Aktien mit anderen Anlageklassen wie Anleihen zu mischen und damit entsprechend dem Risikoprofil des Anlegers in die Kapitalmärkte zu investieren“, so Naumann.
Mischfonds, die lange Jahre mit dem Etikett „überflüssig“ versehen waren, erhöhten ihr Vermögen in den letzten drei Jahren von 111 auf 176 Milliarden Euro. Über die Hälfte der 2014 neu investierten Mittel floss in Fonds, die zu gleichen Teilen in Anleihen und Aktien anlegen, und über 14 Milliarden Euro in global streuende Fonds. Bevorzugt werden dabei schon länger am Markt befindliche Fonds.
Rentenfonds beliebter als Aktienfonds
Weiterhin die volumengrößte Gruppe bei den Publikumsfonds sind Aktienfonds. Sie verwalten ein Vermögen von 278 (266) Milliarden Euro. Die Abflüsse von netto 10,2 Milliarden Euro sind überwiegend auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Institutionelle Anleger zogen aus einem Produkt 8,2 Milliarden Euro ab.
Nach Fondsvermögen liegen Rentenfonds mit 189 (163) Milliarden Euro weiterhin auf Platz zwei. Ihnen flossen 2014 mit netto 16,9 (8,8) Milliarden Euro fast doppelt so viele Mittel zu wie in 2013 (VersicherungsJournal 7.2.2014). Davon entfallen neun Milliarden Euro auf Fonds mit Schwerpunkt auf Anleihen aus Europa und vier Milliarden Euro auf Fonds mit Unternehmensanleihen.
Für offene Immobilienfonds weist die Statistik Zuflüsse von netto 2,2 Milliarden Euro aus nach 3,4 Milliarden im Jahr 2013. Darin sind Auszahlungen im Wert von 1,7 Milliarden Euro als Rückflüsse enthalten, die offene Immobilienfonds in Auflösung an Anleger überwiesen. Faktisch sammelten die Fonds netto 3,9 Milliarden Euro ein. Das verwaltete Vermögen beträgt unverändert 81 Milliarden Euro.
Gleichbehandlung mit Assekuranz bleibt auf der Agenda
Der BVI zählte allein in den vergangenen sechs Jahren insgesamt 98 Regulierungsvorhaben, davon 39 EU-Richtlinien und 59 nationale Gesetzgebungsverfahren. Nicht eingerechnet sind nationale Verordnungen und Richtlinien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin).
BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter sieht die Regulierung insgesamt zwar positiv, kritisiert aber die zunehmende Regulierungsdichte, denn verstärkt häuften sich uneinheitliche und überlappende Regeln: „Widersprüche, Inkonsistenzen und Doppelregulierungen schaffen Rechtsunsicherheit und erzeugen einen erheblichen bürokratischen Aufwand.“
Erneut forderte der BVI fairere Wettbewerbsbedingungen. Als Beispiele nannte Richter unter anderem das Beratungsprotokoll, auf das der Kunde bei Lebensversicherungen verzichten könne, und das Thema „Provisionen“ gemäß der Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Hier seien Fonds gegenüber Versicherungen benachteiligt.





