31.7.2026 – Die Zahl der sogenannten Erdblitze lag mit knapp 100.000 zwischen Januar und Dezember 2025 zwar auf einem historischen Tiefststand, wie die aktuelle Blitzbilanz des Branchenverbands GDV zeigt. Doch mit einem Mittelwert von jeweils rund 1.760 Euro hat sich der Aufwärtstrend bei den Erstattungen hierfür durch die Assekuranz fortgesetzt. Grund dafür sei vor allem die immer hochwertigere und technisch modernere Ausstattung von Gebäuden.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat eine Statistik zu den Schäden veröffentlicht, die im vergangenen Jahr bundesweit durch Blitze und Überspannung verursacht worden sind.
Erfasst wird die Blitzaktivität hierzulande durch das Austrian Lightning Detection & Information System (Aldis) der OVE Service GmbH. Sie führt seit knapp drei Jahren den deutschen Blitz-Informationsdienst der Siemens AG (Blids) weiter (VersicherungsJournal 15.8.2023).
Zum Hintergrund der Daten erklärt der Branchenverband, dass etwa zwei Drittel aller Blitzentladungen innerhalb oder zwischen Wolken stattfinden. Nur etwa ein Drittel erreicht als „Erdblitz“ den Boden.
180.000 Blitz- und Überspannungsschäden
Allgemein treten Gewitter in Deutschland vor allem in den Sommermonaten auf. Die kräftigere Sonneneinstrahlung erwärmt den Boden und damit die bodennahe Luft, die dadurch leichter aufsteigen kann. Ist die Luft in der Höhe deutlich kälter, bleibt der Auftrieb erhalten: Die aufsteigende Luft kühlt ab, Wasserdampf kondensiert und mächtige Gewitterwolken können entstehen.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 180.000 Blitz- und Überspannungsschäden gezählt. Das sind 40.000 weniger als im Vorjahr. Damit fügt sich die Blitzbilanz in das Naturgefahrenjahr 2025 ein (5.1.2026), das mit Gesamtschäden von 2,6 Milliarden Euro relativ schadenarm ausgefallen war.
Das spiegelt sich in den Leistungen der Hausrat- und Wohngebäudeversicherer wider, die im vergangenen Jahr lediglich 310 Millionen Euro für Blitz- und Überspannungsschäden zahlten. Das sind 30 Millionen weniger als 2024.
Durchschnittliche Schadenssumme steigt an
Trotz der geringeren Gesamtschäden stieg die durchschnittliche Schadenssumme jedoch erneut an. „Jeder Schaden kostete die Versicherer rund 1.760 Euro und somit rund elf Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.
„Damit haben wir erneut einen Höchstwert erreicht. Diese Entwicklung hält seit einigen Jahren an“, so Asmussen weiter. „Grund dafür ist vor allem die immer hochwertigere und technisch modernere Ausstattung von Gebäuden.“
Nicht nur Blitzeinschläge verursachen teure Schäden, sondern auch die daraus entstehende Überspannung – also die kurzzeitig unkontrolliert ansteigende Spannung im Stromnetz.
Historischer Tiefstand bei Erdblitzen im Jahr 2025
Nach Angaben der VdS Schadenverhütung GmbH verursachten Blitze 2024 deutschlandweit im Durchschnitt etwa alle zweieinhalb Minuten einen Blitz- oder Überspannungsschaden. Im vergangenen Jahr kam es hingegen nur durchschnittlich etwa alle drei Minuten zu einem Schaden.
Der Rückgang passt zur außergewöhnlich geringen Blitzaktivität im vergangenen Jahr: In Deutschland wurden nur knapp 100.000 Erdblitze registriert. Mit rund 29.000 Einschlägen entfiel fast ein Drittel des gesamten Jahreswertes auf den Monat Juni.
Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000 wurden nie weniger Erdblitze registriert. Ihre Zahl lag 2025 rund 70 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2024. Zum Vergleich: 2007, in einem der blitzintensivsten Jahre der Zeitreihe, wurden noch rund 573.000 Erdblitze registriert.
Welche Sachschäden Blitze verursachen können
Unter typischen Blitzschäden versteht man zerstörte Dachflächen, Risse im Mauerwerk oder am Schornstein. Überspannungen führen dagegen häufig zu verschmorten Steckdosen oder beschädigten Elektrogeräten wie Computern und Telefonanlagen. Auch Schäden an der Haustechnik, etwa an der Heizungssteuerung oder der Heizungsanlage, kommen häufig vor.
Blitzschäden am Dach, Mauerwerk oder Überspannungsschäden an fest eingebauten elektrischen Installationen wie Heizungssteuerungen sind in der Wohngebäudeversicherung mitversichert. Sie übernimmt auch notwendige Aufräumarbeiten, Hotelkosten und die Sicherung des Grundstücks.
Schäden an der Wohnungseinrichtung, zum Beispiel an Computern, Fernsehern oder anderen technischen Geräten, sind hingegen über die Hausratversicherung abgedeckt. Mit einem sogenannten äußeren und inneren Blitz- und Überspannungsschutz können Gebäude wirksam geschützt werden, betont der GDV in seinem „Blitzratgeber“.





