Diese Risiken fürchten Unternehmen am meisten

15.1.2015 (€) – Betriebsunterbrechungen und Naturkatastrophen werden global betrachtet am meisten gefürchtet. Besonders zugenommen hat nach dem aktuellen „Risk Barometer“ der Allianz die Wahrnehmung der Cyber- und IT-Risiken sowie der Risiken durch politische und soziale Unruhen oder Krieg. Auch in Deutschland geht mehr und mehr die Angst vor Cybergefahren um, die in der Risikorangliste auf Platz zwei hinter Betriebsunterbrechungen vorrückten.

Zum vierten Mal haben die Allianz SE und die Allianz Global Corporate & Specialty SE die Risikowahrnehmung aus Sicht von Unternehmen untersucht. Für das „Risk Barometer 2015“ wurden im Oktober und November 2014 über 500 Risikomanager und Experten aus der Unternehmensversicherung der Allianz Gruppe sowie aus globalen Unternehmen aus 47 Ländern befragt.

Betriebs- und Lieferketten-Unterbrechung als größtes Risiko

Weltweit gesehen hat sich auf den ersten vier Plätzen der Risikorangliste nichts geändert im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 15.1.2014). Betriebs- und Lieferketten-Unterbrechungen sowie Naturkatastrophen werden nach wie vor als größte Gefahren gesehen, wenn auch jeweils von einem leicht geringerem Anteil.

Feuer und Explosionen auf Rang drei haben in der Risikowahrnehmung hingegen zugenommen und liegen nur noch knapp hinter den Naturkatastrophen. Dies dürfte auf das relativ katastrophenarme Jahr 2014 zurückzuführen sein.

Deutlich zugenommen hat die Furcht vor Cyberkriminalität, IT-Ausfällen, Spionage und Datenmissbrauch (plus fünf Prozentpunkte auf 17 Prozent) sowie vor politischen und sozialen Unruhen oder Krieg (plus sieben Prozentpunkte auf elf Prozent). Damit machten diese beiden Risiken einen Sprung nach oben um drei Plätze auf Rang fünf beziehungsweise um neun Plätze auf Rang neun.

Bild: Allianz

Wachsende Zahl von Störfaktoren

„Aufgrund der zunehmenden Verflechtung zwischen Industriesektoren und Prozessen sehen sich Unternehmen heute mit einer wachsenden Zahl von Störfaktoren konfrontiert, die zu Betriebsunterbrechungen führen können“, erläutert AGCS-CEO Chris Fischer Hirs in einer Pressemitteilung.

So könnten sich die negativen Effekte schnell vervielfachen – und ein Risiko könne mehrere andere nach sich ziehen, was Fischer Hirs am Beispiel Naturkatastrophen und Cyberangriffe verdeutlichte. Diese „können den Betrieb nicht nur in einem einzigen Unternehmen unterbrechen, sondern eine ganze Branche oder kritische Infrastruktur betreffen”.

Die größten Unternehmensrisiken in ausgewählten Ländern und Regionen

In den drei Regionen Amerika, Emea (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und Asien-Pazifik rangieren Betriebs- und Lieferketten-Unterbrechungen an erster Stelle, wie eine kontinentale Aufschlüsselung zeigt. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf Länderebene:

So wird die Betriebsunterbrechung in Australien, in Brasilien, in Deutschland, in Frankreich, in Großbritannien und in den USA als das größte Unternehmensrisiko gesehen. In China und Russland dominiert hingegen die Furcht vor Feuer und Explosion.

Cybergefahren werden in Deutschland immer relevanter

Zum Teil deutliche Verschiebungen gab es in der deutschen Rangliste. Vom sechsten auf den zweiten Platz nach oben ging es für die Cyberrisiken, die nahezu jedes dritte deutsche Unternehmen nannte. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

„Die deutsche Wirtschaft ist weltweit vernetzt und hoch digitalisiert und damit stark gefährdet durch Internetkriminalität”, analysiert Dr. Christopher Lohmann, CEO Germany und Zentraleuropa bei AGCS. Mittlerweile seien die Gefahren aus dem Netz in den Vorstandsetagen angekommen – und CEOs wie CIOs konstatierten die Grenzen der technischen Aufrüstung in der IT-Sicherheit.

Deutlich abgenommen hat hierzulande hingegen die Furcht vor Naturkatastrophen (vom zweiten auf den vierten Rang), vor Qualitätsmängeln und Serienfehlern (vom fünften auf den zehnten Platz) sowie vor Reputationsschäden (vom vierten auf den fünften Platz).

Bild: Allianz

Weitere Details zum Allianz Risk Barometer 2015 stehen im Internet als 14-seitiges PDF-Dokument zum kostenfreien Download bereit.

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