16.1.2025 (€) – Das beste Rechtsschutzpaket für die Lebensbereiche Privat, Beruf und Verkehr legt laut Stiftung Warentest die WGV auf. Ihr Tarif „Optimal“ erhielt als einziges Produkt im Rennen um den besten Versicherungsschutz für eine Familie die Note „sehr gut“.
Die Stiftung Warentest hat 67 Rechtsschutzpakete von 30 Versicherungsunternehmen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind in dem Beitrag „Streiten ohne Angst vor Kosten“ in der Ausgabe Finanztest 2/2025 veröffentlicht.
Die Bündel umfassen Bausteine für die Lebensbereiche „Privat“ (P), „Beruf“ (B) und „Verkehr“ (V). Sie sichern in diesen drei Bereichen Anwalts- und Gerichtskosten für eine Familie mit zwei Kindern ab. Der 40-jährige Versicherungsnehmer ist angestellt, war zuvor schadenfrei und verfügte bislang nicht über eine Rechtsschutzversicherung. Die Laufzeit beträgt ein Jahr.
Stiftung Warentest prüfte eine Vielzahl von Kriterien
Enthalten sind mindestens:
- weltweite Deckung für Schadenersatzrechtsschutz,
- Arbeitsrechtsschutz,
- Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht (auch außergerichtlich),
- Steuerrechtsschutz vor Gerichten,
- Sozialrechtsschutz,
- Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrssachen,
- Disziplinar- und Standesrechtsschutz,
- Strafrechtsschutz,
- Ordnungswidrigkeitenrechtsschutz und
- Beratungsrechtsschutz im Familien- und Erbrecht.
Eine Auswahl der Kriterien ist im Tabellenwerk zu finden. Thematisiert wird der Kostenschutz:
- in den Bereichen Steuer-, Sozial- und Verwaltungsrecht,
- bei Studienplatzklage,
- bei Streit um risikoarme Kapitalanlagen,
- bei Streit um riskantere Kapitalanlagen,
- bei Familien- und Erbstreitigkeiten,
- bei Betreuungsverfahren,
- im Bereich Urheberrecht,
- bei Streitigkeiten um den Widerruf von Krediten und Lebensversicherungen,
- bei Auslösung von Streit durch den Versicherungsnehmer vor Abschluss und
- für mitversicherte Personen.
Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro
Hinzu kommen Angaben zu den Jahresbeiträgen, wobei die Tester bei wohnortabhängigen Beiträgen jeweils die niedrigste und die höchste Prämie nennen. Grundlage ist bei allen Paketen eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro. „Wenn ein Rechtsschutzversicherer diesen Selbstbehalt nicht anbietet, nennen wir den Preis für den nächsthöheren, meist 250 Euro“, wird berichtet.
Zusätzlich ist jeweils ausgewiesen, wie viel ein Mieter für den hinzubuchbaren Baustein W für den Lebensbereich „Wohnen“ auf den Tisch legen muss. Der Beitrag für Vermieter ist nicht aufgeführt. In der Tabelle ist ferner ersichtlich, welcher Tarif ein Belohnungssystem bietet, so dass der vereinbarte Selbstbehalt infolge schadenfreier Jahre sinkt.
Umfang der Versicherungsleistungen war maßgebend
Die Platzierung richtet sich nach dem Gesamturteil, angegeben in Punkten und Schulnoten. Diese reichen von „sehr gut“ (0,5 bis 1,5) und „gut“ (1,6 bis 2,5) über „befriedigend“ (2,6 bis 3,5) bis hin zu „ausreichend“ (3,6 bis 4,5) und „mangelhaft“ (4,6 bis 5,5).
Grundlage sind zwei Teilnoten. Die Beurteilung der Versicherungsbedingungen ging zu 90 Prozent in die Gesamtwertung ein, ihre Verständlichkeit machte zehn Prozent aus. „Vereinfacht gesprochen gilt: Testsieger wird, wer möglichst viele Rechtsstreitigkeiten versichert und nur wenige Fälle vom Schutz ausnimmt“, schreiben die Prüfer.
Nur die WGV erzielte die Höchstnote „sehr gut“
Das Ergebnis: Nur ein Paket erhielt die Höchstnote „sehr gut“. Immerhin 49 Angebote wurden als „gut“ befunden. Für 17 Produkte reichte es lediglich zu einem „befriedigend“. Schlechter wurde keine Offerte bewertet.
Testsieger ist die WGV-Versicherung AG. Ihr Tarif „Optimal“ ist den Prüfern zufolge „sehr gut“ (1,5). Ausschlaggebend für den Spitzenplatz waren die Versicherungsbedingungen der Stuttgarter („sehr gut“; 1,5). Bei der Verständlichkeit ist noch Luft nach oben („gut“; 2,4). Der Jahresbeitrag liegt je nach Wohnort zwischen 372 Euro und 441 Euro.
Rechtsschutzversicherer mit der Note „gut“
Die folgenden 15 Plätze sicherten sich mit der Qualitätsnote „gut“ und Punkten zwischen 1,7 und 2,1:
- ADAC Versicherung AG (Tarif: „Premium“; 383 Euro),
- Huk-Coburg-Rechtsschutzversicherung AG („PBV Plus“; 285 Euro bis 321 Euro),
- VRK Versicherungsverein a.G. im Raum der Kirchen („PBV Plus“; 306 Euro bis 345 Euro)
- Allianz Versicherungs-AG („RS Privat Premium“; 646 Euro bis 965 Euro),
- Arag Allgemeine Versicherungs-AG („Aktiv Premium“; 514 Euro bis 612 Euro),
- Allrecht Rechtsschutz-Versicherung, Zweigniederlassung der Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG („Privatleben Premium“; 636 Euro),
- Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG („Premium“; 418 Euro bis 791 Euro),
- Allianz („RS Privat Smart“; 298 Euro bis 448 Euro),
- Allianz („RS Privat Komfort“; 368 Euro bis 546 Euro),
- Arag („Aktiv Komfort“; 407 Euro bis 429 Euro),
- Deurag („PBV FREE SB-Fix“; 611 Euro),
- Itzehoer Versicherungen („TOP“; 423 Euro bis 571 Euro),
- Roland („Komfort“; 252 Euro bis 503 Euro) und
- VGH Versicherungen („PBV RechtsschutzPlus“; 481 Euro).
Zu den Paketen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis gehört das Angebot der Huk-Coburg („PBV Plus“). Je nach Wohnlage gehören auch die Offerten der Allianz („RS Smart“) und der Roland („Komfort“) dazu.
Der Beitrag „Mit gutem Rechtsschutz finanziell abgesichert“ ist auf den Internetseiten der Stiftung Warentest in Auszügen veröffentlicht. Er lässt sich für 4,90 Euro an gleicher Stelle freischalten. Darüber hinaus ist der Bericht im aktuellen Heft Finanztest 2/2025 abgedruckt. Dieses kann im Onlineshop der Verbraucherschützer für 7,40 Euro bestellt werden. Der Download liegt bei 6,99 Euro.




