Die Wohngebäudeversicherer mit den größten Beschwerdeproblemen

14.9.2026 – Im Schnitt der Jahre 2021 bis 2025 errechnet sich für die Rhion die höchste Beschwerdequote bei der Bafin. Durchschnittlich waren es rund 1,9 Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken. Von den Marktgrößen übertrafen nur Axa und Provinzial diesen Wert.

Auf Fünfjahressicht (2021 bis 2025) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) im Schnitt 377,6 Beschwerden pro Jahr über die deutschen Wohngebäudeversicherer abschließend bearbeitet.

Im schlechtesten Fall waren es 440 (VersicherungsJournal 15.5.2026), bestenfalls nur 300 Beanstandungen (4.6.2024). Dies geht aus den jährlich veröffentlichten Beschwerdestatistiken der Aufsicht hervor. In diesen werden die Beschwerdeanzahl des Berichtsjahres und die Bestandszahlen des Vorjahres ausgewiesen.

Im Schnit 1,9 Beschwerden pro 100.000 versicherte Risiken

Setzt man die Zahl der Eingaben in Relation zum Bestand (im Fünfjahresschnitt 19,7 Millionen), so ergibt sich eine Beschwerdequote von 1,9 pro 100.000 versicherte Risiken. Berechnet wurden die Quoten folgendermaßen:

  • Mittelwert der Beschwerden (2021 bis 2025) /Mittelwert der versicherten Risiken im selbst abgeschlossenen Geschäft (2020 bis 2024).

In diesem Zusammenhang weist die Bafin darauf hin, dass stark expandierende Versicherer durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt würden, „weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“.

Die Aufsicht hebt zudem explizit hervor: „Darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet sind und damit auch über die Qualität des Versicherungsgeschäfts, trifft die Statistik keine Aussage.“

Die Akteure mit den höchsten Beschwerdequoten

Die höchste Quote errechnet sich mit 11,3 für die Rhion Versicherung AG (im Schnitt etwa 14 Beschwerden zu rund 125.000 versicherten Risiken). Dabei stach insbesondere das Jahr 2022 mit 42 Eingaben heraus, als sich für das Unternehmen die branchenweit höchste Reklamationsquote errechnet hatte (20.6.2023). In den übrigen Jahren waren es zwischen drei und elf Eingaben.

Auf Quoten von jeweils um die Fünf kommen die Arag Allgemeine Versicherungs-AG (gut zwei zu etwa 42.500) und die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG (vier zu rund 77.500), die HDI Versicherung AG (elf zu circa 231.200) und die Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG (vier zu etwa 90.000).

Eine Vier vor dem Komma hatten auch die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, die Adler Versicherung AG, die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG und die Gothaer Allgemeine Versicherung AG.

Hohe Beschwerdequoten (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Marktgrößen

Von den zehn größten Anbietern mit im Schnitt mehr als 700.000 versicherten Risiken im Bestand agierten bis auf zwei Ausnahmen alle besser als der Markt. Die höchste Quote errechnet sich mit 3,4 für die Axa Versicherung AG (30,6 zu gut 892.000).

Bei 2,1 liegt die Beschwerdequote der Provinzial Versicherung AG (23,6 zu knapp 1,11 Millionen). Etwas besser als der Markt lief es für die Generali Deutschland Versicherung AG ab (12,8 zu rund 707.000).

Zwischen Quoten von knapp 1,5 und fast 1,4 bewegen sich der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. (11,4 zu circa 766.000), die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG (20 zu gut 1,39 Millionen), die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg (10,2 zu rund 737.000) und die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG (12,4 zu fast 897.000 Risiken).

Die Allianz Versicherungs-AG kommt auf eine Quote von 1,3 (30,8 zu knapp 2,39 Millionen), die R+V Allgemeine Versicherung AG auf 1,2 (13 zu etwa 1,05 Millionen). Am besten schnitt die Bayerische Landesbrandversicherung AG (4,4 zu circa 1,53 Millionen) ab.

Marktgrößen (Bild: Wichert)
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