23.2.2018 (€) – 2016 verursachte die Gefahr „Leitungswasser“ die meisten Schäden und war in Summe auch am teuersten für die Versicherer. Dies zeigen aktuelle GDV-Zahlen. Ein deutlich rückläufiger Trend war nur bei den Schäden durch Naturgewalten festzustellen. Während es zwischen 2011 und 2016 bei Sturm- und Hagelschäden und erweiterten Elementarschäden immense Schwankungen gab, zeigt der Trend bei Feuer- und vor allem bei Leitungswasserschäden klar nach oben, was Schadenzahl, Versicherungsleistungen und Durchschnittsschaden betrifft.
2016 haben die Versicherer laut Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in der verbundenen Wohngebäudeversicherung 4,7 Milliarden Euro an Versicherungsleistung erbracht. Dies ist etwas weniger als im Jahr zuvor.
Über 60 Milliarden Euro seit 2002
Zwischen 2002 und 2016 summierten sich die Schadenaufwendungen auf über 60 Milliarden Euro, wie sich aus den GDV-Daten errechnen lässt. Auf Fünfzehnjahressicht zeigt sich ein Auf-und-Ab. In der Spitze hatten die Anbieter über sechs Milliarden Euro für Schäden zu bezahlen (2013). Am billigsten kamen die Wohngebäudeversicherer 2003 und 2005 mit unter drei Milliarden Euro weg.
Die großen Schwankungen sind vor allem auf die Anzahl und Schwere von Naturgefahren-Ereignissen zurückzuführen. So hatte die Assekuranz 2013 neben dem „Jahrhundert“-Hochwasserereignis (VersicherungsJournal 3.7.2013) mit „Andreas“ auch noch einen der teuersten Sturm aller Zeiten zu verkraften (VersicherungsJournal 26.8.2013).
Leitungswasserschäden als häufigste und teuerste Ursache
Häufigste Schadenursache waren 2016 Leitungswasserschäden. Nach GDV-Angaben hatten die deutschen Gebäudeversicherer für fast 1,15 Millionen an Leitungswasserschäden an Wohngebäuden einzustehen. Auf Rang zwei liegt die Gefahr „Sturm/Hagel“. In dieser Kategorie waren laut der Verbandsstatistik 400.000 Schäden zu verzeichnen.
Dahinter folgt „Feuer“ mit 210.000 Schadenereignissen vor den Elementarschäden, deren Zahl mit 70.000 angegeben wird. In letzterer Kategorie sind laut GDV die Gefahren Überschwemmung (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch subsummiert.
Den größten Posten der Bruttoaufwendungen machten ebenfalls Leitungswasserschäden aus. 2,58 Milliarden Euro zahlten die Gebäudeversicherer 2016 dafür an ihre Kunden. Für Feuerschäden betrugen die Versicherungsleistungen knapp eine Milliarde Euro, während Sturm- und Hagelschäden mit über 600 Millionen Euro sowie Elementarschäden mit über 400 Millionen Euro zu Buche schlugen.
Problemfeld Leitungswasserschäden
2016 kamen die Bruttoaufwendungen für Leitungswasserschäden des Geschäftsjahres auf einen Anteil von 54 Prozent der gesamten Aufwendungen. Mit fast 2,6 Milliarden Euro wurde zudem ein neuer Höchstwert erreicht. 2011 waren es letztmals unter zwei Milliarden Euro.
Während die Schadenzahl zwischen 2011 und 2016 relativ konstant in einem Korridor zwischen 1,1 und 1,2 Millionen lag, hat der Schadendurchschnitt fast kontinuierlich zugenommen. Für 2016 weist der GDV hier einen Wert von über 2.250 Euro pro Schadenfall aus, das ist fast ein Drittel mehr als noch 2011.
Große Schwankungen bei den Schäden aus Naturgefahren
Bei den Naturgefahren-Schäden zeigen sich große Schwankungen. So lag die Zahl der Sturm- und Hagelschäden zwischen 400.000 (2016) und 1,2 Millionen (2015). Die Versicherungsleistungen bewegten sich zwischen 2,34 Milliarden Euro im oben erwähnten Ausnahmejahr 2013 und 580 Millionen Euro im Jahr 2012. Den niedrigsten Schadendurchschnitt gab es der Verbandsstatistik zufolge 2012 mit 941 Euro, den höchsten 2013 mit fast 2.370 Euro je Schadenfall.
Nicht wesentlich anders sieht bei den Elementargefahren-Schäden aus. Für in der Spitze 80.000 Schadenereignisse zahlten die Versicherer bis zu 660 Millionen Euro an Versicherungsleistungen (jeweils 2013). In diesem Jahr lag auch der Schadendurchschnitt mit 9.100 Euro am höchsten.
Eine kontinuierliche Zunahme der Versicherungsleistungen ist bei den Feuerschäden zu beobachten. 2016 waren die Bruttoaufwendungen mit über einer Milliarde Euro um über ein Drittel höher als noch 2011.
Zwischen 2011 und 2016 zeigt sich bei den Leitungswasserschäden eine fast kontinuierliche Zunahme der ausbezahlten Versicherungsleistungen. Auch die Schadenzahl ist gestiegen – wenn auch nur leicht – und bewegte sich seit 2013 oberhalb der Marke von 200.000. Der Schadendurchschnitt lag 2016 schon fast bei 5.000 Euro. 2011 waren es ziemlich genau 4.000 Euro.










